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19.11.1982 - 

Textverarbeitungsprogramm für IBM Personal Computer:

Ü. Generation der Mikrocomputer-Software

Mit dem Vormarsch der 16-Bit-Mikrocomputer ist es jetzt möglich, die geleistete umfangreiche Softwareentwicklung für 8-Bit-Mikrosysteme nun auch für leistungsfähigere Maschinen zu nutzen. Neben der reinen Leistungssteigerung der Rechner dürfte vor allem das verbesserte Kosten-Nutzen-Verhältnis von Bedeutung sein.

Vor fünf Jahren etwa rückten interaktive Einzelplatzsysteme in den Brennpunkt der Softwarecntwicklung. Damals wurden Einsatzgebiete für die auf den Markt drängenden 8-Bit-Mikrocomputer gesucht. Bald war eine reichhaltige Auswahl an System- und Anwendungssoftware lieferbar, die entweder systemabhängig war wie das Apple-Programm der Apple Computer Inc. oder aber betriebssystemorientiert, was für das Betriebssystem CP/M der Digital Research Inc. galt.

In fast allen Fällen war die angebotene Software charakterisiert durch Programmierung in einer höheren Sprache wie beispielsweise Basic oder Unterstützung durch Dienstprogramme für die Bildschirmarbeit.

Die damalige Software wies jedoch Unzulänglichkeiten auf. So wurde der Anwender beispielsweise Zeile für Zeile geführt, was den beschränkten Dialogbetrieb verdeutlicht. Es dauerte aber nicht lang, bis die Softwareentwickler eine befehlsorientierte Syntax schufen, die durch Tastatureingabe initiiert wurde. Das war zwar nicht sonderlich elegant, doch hat es jedenfalls funktioniert.

Inzwischen haben sich die Zeiten geändert. Langsam ist die zweite Generation der Mikrocomputersoftware zu erkennen, die versucht, der Großrechnersoftware mit ihrem Funktionsreichtum nahezukommen.

Ein typisches Beispiel ist das neue Textverarbeitungs-Programmpaket Wordmate von der Softword Systems Inc., East Hartford. Das Unternehmen, das über Erfahrungen sowohl mit Mainframes als auch mit Minis verfügt, entwickelte ein Textverarbeitungssystem für den IBM Personal Computer.

Den Anstoß zu ihrer Entwicklung bekam Softword Systems durch eine große Versicherung. Dieses Unternehmen kam aufgrund seiner Erfahrungen zu dem Schluß, daß die für den IBM Personal Computer angebotene Textverarbeitungssoftware im Vergleich mit den dedizierten Systemen der Wang Laboratories und der Digital Equipment Corporation unzulänglich war.

Für die Zielsetzung wurden folgende Forderungen gestellt:

- Hochleistungssystem mit einer Bildschirm-Antwortzeit wie bei Großsystemen,

- Funktionsvielfalt, wie sie bei wesentlich kostenaufwendigeren Systemen geboten wird,

- Umfassende Anwenderunterstützung mit ausreichender Help-Funktion,

- Funktionstasten für alle vorkommenden Operationen.

Zu diesen Forderungen kam noch die Nebenbedingung, daß das Grundsystem in der kleinstmöglichen Version auf der Zielmaschine laufen sollte.

Das Textsystem ermöglicht dem Anwender einen leichten Einstieg. Wer schon mit einem größeren Textprozessor umzugehen weiß, kann mit Leichtigkeit auf dieses System übergehen: er beantwortet die Frage des einleiten Mastermenüs, ob ein neues Dokument erstellt oder ein bestehendes überarbeitet werden soll.

Kern der Wordmate-Entwicklung ist das Bildschirmhandling. Das Verfahren beginnt mit dem Zugriff zu einer M-DOS-Datei auf Diskette, ihrem "Entpacken" in einem bestimmten Speicherbereich des Bildschirms, wodurch unter Programmsteuerung ein virtueller Bildschirmpuffer gebildet wird. Ferner existiert eine direkte Kontrolle des Display-Puffers, der über eine Videoleitung mit dem Bildschirm verbunden ist.

Der Autor ist Executive Vice President der Informatics General Corporation in Woodland Hills, Kalifornien

Aus COMPUTERWORLD vom 11. Oktober 1982 übersetzt von Hans J. Hoelzgen, Böblingen.