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03.02.2006

Über virtuelle Pfade zum Job

Dell hat mit Unterstützung des Personaldienstleisters DIS seine Einstellungsprozesse stark automatisiert und ein vierstufiges Verfahren eingeführt.

Mehrere hundert Bewerbungen für eine ausgeschriebene Stelle - heutzutage keine Seltenheit. Nicht allein die aktuelle Flaute auf dem Stellenmarkt ist dafür verantwortlich. Auch die Zunahme der Online-Bewerbungen spielt eine Rolle, denn nie zuvor konnte ein Anschreiben so einfach und schnell seinen Adressaten erreichen. Die logische Konsequenz: Wenn schon die Daten elektronisch angeliefert und verwaltet werden, warum dann nicht auch die Auswahl der passenden Kandidaten auf diese Weise steuern?

Hier lesen Sie …

• wie Dell seine Einstellungsverfahren automatisiert hat;

• wie der in vier Schritte abgestufte Bewerbungsprozess abläuft;

• wie Bewerber von diesem Verfahren profitieren.

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www.computerwoche.de/go/

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300 Mitarbeiter sind eingestellt

Softwarelösungen bieten Unterstützung für die gesamte Rekrutierung von neuen Mitarbeitern - von der Schaltung einer Stellenanzeige bis hin zur Auswahl der Kandidaten für das Vorstellungsgespräch. Einige Produkte fokussieren sich ausschließlich auf die Erfassung der Qualifikationsprofile der Bewerber. Integrierte Lösungen sind dagegen so modular und flexibel aufgebaut, dass sie je nach individuellen Wünschen auch das Matching, also die Abstimmung zwischen angefragten Qualifikationen und Bewerberprofil, unterstützen und E-Assessment-Center einbinden.

Vor kurzem eröffnete der Computerhersteller Dell ein neues Service- und Vertriebszentrum im ostdeutschen Halle. 300 Mitarbeiter für die Bereiche Technischer Support und Sales wurden allein im vergangenen Jahr eingestellt. Dabei rechnete Dell von vornherein mit mehreren tausend Bewerbungen. Um das Ziel so schnell und effizient wie möglich zu erreichen, setzte der Computerbauer auf die vom Personaldienstleister DIS selbst entwickelte E-Management-Recruiting-Solution, kurz E-Mars genannt.

Das Einstellungsverfahren fand in enger Abstimmung zwischen Dell und DIS statt. Aus Bewerbersicht gliederte es sich in vier Teilschritte:

Erfassung des Qualifikationsprofils

Nachdem sich der Jobinteresent auf der Dell-Web-Seite identifiziert hat, erhält er per E-Mail seine persönlichen Zugangsdaten. Jetzt kann er seine elektronische Bewerbungsmappe bearbeiten. Persönliche Daten, Ausbildungshintergrund, Berufserfahrung und Kompetenzen werden schrittweise abgefragt. Auch nach dem Online-Versand der Daten lassen sich die Angaben nachträglich editieren und erneut versenden. Das System errechnet dann, ob und inwieweit das Profil des Bewerbers die Anforderungen erfüllt.

Durchlaufen eines E-Assessment-Centers

Hat der Bewerber im ersten Schritt eine bestimmte Punktzahl erreicht, so nimmt er am zweiten Auswahlverfahren, einem elektronisches Assesssment-Center teil. Je nach Anforderungsprofil der Stelle beantwortet er im Multiple-Choice-Verfahren Fragen zur fachlichen und organisatorischen Kompetenz, zu Soft Skills und zum Nachweis seiner Fremdsprachenkenntnisse. Auch hier wird der Fragebogen nach den definierten Anforderungen des Auftraggebers ausgewertet.

Telefonisches Interview

Ein Personal-Recruiter von DIS befragt den Kandidaten in einem telefonischen Gespräch zu vertiefenden fachlichen und persönlichen Themen. Dabei prüft er im Rahmen von Rollenspielen auch, wie der Bewerber in realitätsnahen Arbeitssituationen reagiert.

Persönliches Vorstellungsgespräch

Den direkten Kontakt zum Bewerber übernimmt dann Dell: Wer das Telefoninterview gemeistert hat, wird zum Vorstellungsgespräch gebeten. Die Dell-Verantwortlichen machen sich dabei ein eigenes Bild und entscheiden anhand der Unterlagen und des Gesprächs, ob der Bewerber den Anforderungen und Vorstellungen entspricht. Auch während der ersten Schritte kann der Computerriese jederzeit den Status des elektronisch gestützten Teiles der Kandidatenauswahl einsehen und die Auswahlkriterien für ein Stellenprofil modifizieren.

Dell schätzt an dieser Zusammenarbeit vor allem die zeitliche Komponente. Durchschnittlich erfordert die Besetzung einer offenen Stelle im herkömmlichen Verfahren zwölf Wochen, mit dem Einsatz moderner elektronisch gestützter HR-Prozesse verkürzte sich diese Frist auf drei Wochen.

Davon profitieren die Jobsuchenden, ist man bei DIS und Dell überzeugt. Im elektronischen Bewerbungsverfahren können sie ihre fachlichen und sozialen Qualifikationen besser darstellen, während bei der herkömmlichen Online- oder Print-Bewerbung der subjektive Eindruck etwa des Bewerbungsfotos nicht selten über eine erste Vorauswahl entscheidet. Dabei ist die elektronische Auswahl nicht statisch. Rekrutierungs-Tools prüfen nicht nur, zu welchem Prozentsatz der Kandidat eine bestimmte Anforderung erfüllt, sie können auch die Anforderungen nach Wichtigkeit einteilen, Toleranzen einbauen und aus den Ergebnissen somit ein treffsicheres Bild von dem Bewerber bekommen. Dieser verwaltet während des gesamten Verfahrens seine elektronische Bewerbungsmappe auf einer passwortgeschützten Website und ist auch permanent über den Fortgang auf dem Laufenden. (hk)