Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

04.08.2000 - 

Investorengruppe will weiterhin Widerstand leisten

Übernahme durch Invensys sichert Baans Zukunft

MÜNCHEN (CW) - Obwohl Invensys auch nach Ablauf einer zweiten Frist nur 75 Prozent statt der ursprünglich angestrebten 95 Prozent der Baan-Aktien unter seine Kontrolle bringen konnte, hält das Unternehmen am Kauf des niederländischen Softwareherstellers fest. Baan-Investors, eine Gruppe von Übernahmegegnern, hat indes weiteren Widerstand angekündigt.

Nachdem die geplante Übernahme des angeschlagenen ERP-Softwareherstellers Baan bereits mehrmals zu scheitern drohte, scheint nun der Weg für den Aufkauf durch den Londoner Elektronikkonzern Invensys frei zu sein. Die Briten mussten jedoch deutliche Abstriche bei ihren ursprünglichen Bedingungen für den Deal machen. Schon nach Ablauf einer ersten Frist am 14. Juli zeichnete sich ab, dass es Invensys nicht gelingen würde, 95 Prozent aller Baan-Anteile zu erwerben. Das Erreichen dieser Marke hätte es den künftigen Besitzern ermöglicht, den Handel von Baan-Papieren an der Amsterdamer Börse auszusetzen und das erworbene Unternehmen ohne Rücksicht auf andere Anteilseigner umzustrukturieren. Nachdem Baan erneut katastrophale Zahlen veröffentlicht hatte, versuchte Interims-CEO Pierre Everaert in einem dramatischen Brief an die Aktionäre, die Anteilseigner zu einer Annahme des Übernahmeangebots von Invensys zu bewegen. Wenig Erfolg war ihm bei Baan-Investors beschieden. Diese Aktionärsgruppe um den niederländischen Geschäftsmann Ernst Sonneveldt besitzt rund 20 Prozent der Anteile und will weiterhin verhindern, dass Baan nicht mehr an der Börse gelistet wird. Darüber hinaus fordert die Investorengruppe eine Erhöhung des Invensys-Angebots von 2,85 Euro pro Anteilschein. Die Gruppe prüft derzeit rechtliche Schritte gegen Baan und fordert auf ihrer Website andere Aktionäre auf, ihre Einverständniserklärung zu einem Angebot ihrer Papiere an Invensys zurückzuziehen.

Nachdem Invensys auch nach Ablauf der zweiten Frist am 25. Juli nur Optionen auf 75 Prozent der Baan-Aktien hält, wurde die Zeitspanne bis zum 1. August erneut verlängert. Auch danach will das Unternehmen noch versuchen, weitere Anteile aufzukaufen. Nun soll Baan 2001 aufgelöst und anschließend von der Börse genommen werden. Invensys will den ERP-Hersteller in seine neue Software- und Systemsparte eingliedern. Dabei rechnet CEO Allen Yurko mit 1000 Entlassungen, wovon voraussichtlich auch Invensys-Mitarbeiter betroffen sein werden.

Am 15. August soll eine außerordentliche Hauptversammlung der Baan-Aktionäre dem Verkauf zustimmen. Laut Yurko war Invensys kurz davor, den Deal platzen zu lassen. Nach der Entscheidung für die Übernahme - auch zu den neuen Bedingungen - machte Everaert deutlich, wie knapp Baan vor dem Aus stand. Wäre der Deal gescheitert, hätten die Niederländer "innerhalb von Tagen" ein Vergleichsverfahren zur Konkursabwendung beantragen müssen. Das Unternehmen verliere pro Tag rund eine Million Dollar, so der Interims-CEO.