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29.09.1989

Übernahme-Phantasien treiben den Kurs noch

29.09.1989

Der Nixdorf Aktienkurs (Vorzüge) hat sich vom Tief bei 280 Mark um 30 Prozent erholt. Auch die Bekanntgabe eines Fehlbetrages von knapp 300 Millionen Mark (12 Prozent des Umsatzes!) hat den Aktienkurs nur kurzfristig unter Druck gebracht.

Hintergrund der Kurserholung sind Spekulationen um den Einstieg eines starken Partners bei Nixdorf. Im Gespräch sind derzeit ICL, Olivetti oder Siemens. Der Siemens-Vorstandsvorsitzende hat öffentlich über eine Beteiligung der Siemens AG an Nixdorf nachgedacht. Voraussetzung dafür sei jedoch ein Umdenken des Bundeskartellamts. Nixdorf dementierte bisher alle Übernahmegerüchte, sieht sich jedoch als attraktive Braut.

Weil an der Börse lediglich die Nixdorf-Vorzugsaktien, die über kein Stimmrecht verfügen, gehandelt werden, ist eine Übernahme der Nixdorf AG über den Kauf ihrer Aktien an der Börse nicht möglich. Die Phantasie, die im Zusammenhang mit der Spekulation um einen starken neuen Nixdorf-Partner entsteht, reicht jedoch aus, um den Kurs zu treiben.

Ein Phänomen spricht für die Richtigkeit der Übernahmegerüchte: Der an allen deutschen Börsen gehandelte Optionsschein, der auch zum Bezug der mit Stimmrecht ausgestatteten Stammaktie berechtigt, wird mit einem abenteuerlichen Aufgeld von 120 Prozent gehandelt. Dies bedeutet, daß der Käufer des Optionsscheins für den Fall, daß er sein Optionsrecht ausübt, um 120 Prozent teurer kauft als über die Börse (zugrundegelegt wurde der Kurs der Vorzugsaktie). Im Klartext: Der Nixdorf-Optionsschein berechtigt zum Bezug je einer Vorzugs- und Stammaktie zu 702 Mark. Der Schein wird derzeit mit knapp 200 Mark gehandelt. Eine via Optionsschein erworbene Vorzugsaktie würde also zirka 800 Mark kosten. Der Börsenkurs notiert bei 370 Mark.

Üblich sind Aufgelder zwischen 0 und 50 Prozent. Laufzeit, Kapitaleinsatz und andere Faktoren bestimmen das Aufgeld. Bei einem Aufgeld von 120 Prozent kann man davon ausgehen, daß ein Käufer am Werk ist, der nach einer anderen Logik rechnet als ein Börseninvestor, zum Beispiel ein Aufkäufer.