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10.12.1999 - 

Data-Warehouse-Spezialisten gehen zusammen

Übernahme von Ardent hilft Informix in neue Märkte

MÜNCHEN (as) - Im umkämpften Geschäft mit Datenbanken sehen sich immer mehr Hersteller gezwungen, neue Absatzgebiete zu erschließen. Für 880 Millionen Dollar in Aktien hat nun Informix den Data-Warehouse-Spezialisten Ardent gekauft.

Mit der Übernahme will der Datenbankhersteller sein Angebot um Ardents Software für Business Intelligence (BI) komplettieren sowie eine durchgängige Infrastruktur für die Verwaltung und den Austausch von Daten aufbauen.

Jean-Yves Dexmier, President und Chief Executive Officer von Informix, will den Austausch von transaktionsbezogenen Daten mit BI-Anwendungen gewährleistet sehen: "Unternehmen müssen in die Lage versetzt werden, Daten in Echtzeit von ihren E-Commerce-Systemen zum Data-Warehouse zu übermitteln, sie dort zu analysieren und schließlich wieder zurückzuspielen", so Dexmier. Nur so könne im Web-Geschäft angemessen etwa auf Kundenanfragen reagiert werden.

Informix bietet bisher neben der Datenbank "Internet Foundation 2000" diverse Frontend-Systeme für E-Commerce sowie in einer zweiten Geschäftssparte Data-Warehouse-Produkte einschließlich der Datenbanken "Red Brick Decision Server 6.0" und "Extended Parallel Server 8.3". Der bisherige OEM-Partner Ardent bringt nun Software für die Extraktion, das Laden und die Transformation (ETL) sowie für das Management von Daten mit in die Ehe. Auf Basis dieser Produkte könnte Informix der Aufbau der propagierten Infrastruktur für die Datenverwaltung und -verarbeitung gelingen. Zugleich verschafft die Übernahme dem Hersteller ein umfassendes Produktportfolio für Data-Warehousing und die Datenintegration über Metadaten sowie ein erweitertes Consulting-Angebot.

Die Firmenstrategien ergänzen sich

Zudem verfolgt Ardent eine vergleichbare Strategie. So hatte der Anbieter erst kürzlich unter der Bezeichnung Enterprise Information Infrastructure (EII) ein Konzept vorgestellt, das ebenfalls die unternehmensweite Integration von Daten und Informationen anstrebt. Im Mittelpunkt steht dabei die ETL-Produktsuite für Data-Warehouses "Datastage", die Branchenkenner als eine der besten ihrer Art bezeichnen. Sie bietet neben Werkzeugen für das Befüllen dispositiver Datensysteme eine umfassende Metadatenverwaltung und soll künftig auch die Extensible Markup Language (XML) für die Gestaltung und den Austausch von Metadatenmodellen nutzen. Informix konnte bisher lediglich eine XML-Unterstützung, aber keine Werkzeuge für seine Data-Warehouse-Systeme anbieten. Ardent plante zudem durch die Kooperation mit Open Text, dem Hersteller von Wissens-Management-Software aus Waterloo, Ontario, auch unstrukturierte Daten in die EII einzubeziehen sowie mit dem Aufbau eines Unternehmensportals zu beginnen.

In ersten Stellungnahmen räumten Analysten dem Merger gute Erfolgschancen ein, wenn auch die Meta Group darauf hinwies, daß die Integration zwischen Ardents und Informix'' Produkten erst noch bevorstehe. Offen ist zudem, inwieweit die zahlreichen Produkte Ardents von Informix weiter gepflegt werden. Die vom Merger überraschten deutschen Dependancen konnten bis Redaktionsschluß hierzu noch keine Aussagen machen. Klar scheint jedoch zu sein, daß Informix Ardents Datenbanken "Universe", "Unidata" und "O2" zunächst weiter pflegen will, mittelfristig aber eine Migration in die eigene Welt anstrebt. Informix'' Low-end-ETL-Tool "Formation" soll zudem in die Datastage-Familie integriert werden.

Zur positiven Bewertung der Übernahme trägt auch die finanzielle Lage beider Unternehmen bei. So meldete Ardent, das nach eigenen Angaben 60 000 Kunden zählt, für die ersten drei Quartale 1999 ein Umsatzplus von 42 Prozent auf 120,2 Millionen Dollar gegenüber dem Vorjahreszeitraum und steigerte hierbei den Nettogewinn um 87 Prozent auf 26,4 Millionen Dollar. Informix konnte nach internen Turbulenzen und Finanzskandalen zwischen 1995 und 1997 im letzten Jahr ein Umsatzwachstum von elf Prozent auf 735 Millionen Dollar sowie einen Gewinn von 52,3 Millionen Dollar ausweisen. Beide Unternehmen haben vereinbart, jeweils 3,5 Stammaktien von Informix gegen eine Ardent-Aktie zu tauschen sowie alle noch ausstehenden Ardent-Optionen zu übernehmen. Der Deal soll im ersten Quartal 2000 abgeschlossen sein.