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29.02.1980 - 

Britischer Elektronik-Konzern Decca nicht an GEC:

Überraschend schneller Erfolg für Racal

MÜNCHEN/LONDON (CW) - Das Feilschen um den britischen Elektronik- und Unterhaltungs-Konzern Decca zwischen dem britischen Elektro-Riesen General Electric Company Ltd. (GEC) und der ebenfalls britischen Gruppe aus der Verteidigungselektronik, Racal Electronics, hat sich überraschend schnell entschieden. Unter Einsatz von 100 Millionen Pfund Sterling gelang es der Racal-Gruppe, Kontrolle über die Mehrheit der stimmberechtigten Aktien zu erhalten.

Damit hatte die Racal-Gruppe das letzte Gebot der GEC um nur neun Millionen Pfund überschritten. Doch gelang es dem erfolgreichen Bieter, die Zustimmung der Decca-Direktoren sowie britischer institutioneller Anleger zu gewinnen. Die Akzeptanz erreichte damit 38,1 Prozent des stimmberechtigten Aktienkapitals. Durch Zukauf am Markt erlange Racal eine Beteiligung von insgesamt 12,3 Prozent. Als bekannt wurde, daß Racal 50,4 Prozent des stimmberechtigten Kapitals kontrolliert, gab sich GEC - nach Angaben der "Financial Times" - geschlagen; eine Darstellung, der man von Seiten der Racal-Milgo GmbH, Neu-Isenburg, einer Tochtergesellschaft der Racal-Gruppe, nichts mehr hinzuzufügen hatte.

Racal bot den Aktionären der Decca drei eigene Aktien zum Tausch gegen eine stimmberechtigte Decca-Aktie beziehungsweise fünf zu zwei für nicht stimmberechtigte Papiere. Das Bargebot liege bei 600 Pences für stimmberechtigte und 500 Pences für die übrigen Aktien, in beiden Teilen damit 50 Pences über dem letzten Gebot der GEC. Die Stellungnahme der britischen Monopolkommission werde dem Handelsministerium wahrscheinlich Ende Februar zugehen.

Racal glaubt innerhalb eines Jahres den angeschlagenen Elektronik-Konzern soweit saniert zu haben, daß sich die Investition als rentabel erweist.

Die finanziellen Konsequenzen für den militärischen Elektronik-Konzern werden davon abhängen, wie viele Aktionäre auf einer Barauszahlung bestehen. Racal hofft mit Krediten auszukommen, die wesentlich unter 100 Millionen Pfund Sterling liegen.

Das hartnäckige Engagement der Racal begründet Chairman Ernest Harrison mit der Aussicht, durch die Fusion die beste Lösung für beide Unternehmen wie die Branche gefunden zu haben. Beide Unternehmen ergänzten sich in ihrem Produktionsprogramm. Besonders interessiert war Racal an dem Bereich Mikrowellen-Kommunikation der Decca, da er sich, so Klaus-Peter Weiss, Pressesprecher der Racal-Milgo GmbH, durch Erweiterung der Angebotspalette positiv auf das Geschäft in der Bundesrepublik auswirken kann.