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IBM: Websphere Translation Server arbeitet auf grammatischer Basis


12.01.2001 - 

Übersetzungssoftware für globale Kommunikation

MÜNCHEN (CW) - IBM hat in dieser Woche eine Übersetzungssoftware angekündigt, die E-Commerce und Unternehmenskommunikation von Sprachbarrieren befreien soll. Big Blue will damit einen Markt erobern, den gegenwärtig einige kleinere Anbieter dominieren.

Der "Websphere Translation Server" soll im kommenden März auf den Markt kommen. Er beherrscht laut Hersteller die bidirektionale Übersetzung zwischen Englisch, Französisch, Deutsch, Spanisch sowie Italienisch und kann darüber hinaus Einweg-Übersetzungen aus dem Englischen ins Chinesische (vereinfacht und traditionell), Japanische und Koreanische vornehmen. Die Software läuft unter dem hauseigenen Unix-Derivat AIX sowie unter Solaris von Sun Microsystems und Microsofts Windows NT. Das Open-Source-Betriebssystem Linux wird bedingt unterstützt, sprich: Nicht alle Features sind unter Linux verfügbar. Außerdem soll die Software auch in die Domino/Sametime-Produktlinie der IBM-Tochter Lotus integriert werden. Der Preis liegt bei 10000 Dollar pro Sprachpaar und Prozessor. Zu den ersten Kunden gehört nach Angaben des Brancheninformationsdienstes "Computerwire" die Deutsche Bank.

Der Websphere Translation Server ist laut IBM in der Lage, Websites, E-Mail-Botschaften, Chat-Beiträge und Instant Messages mit bis zu 500 Wörtern pro Sekunde in Echtzeit in die unterstützten Sprachen zu übersetzen. Unternehmen würden so in die Lage versetzt, ohne speziell angepasste Web-Seiten und zusätzliche Infrastruktur ihre Inhalte global anzubieten.

Technisch betrachtet "versteht" das System die grammatischen Grundstrukturen der Sprachen und übersetzt nicht nur einzelne Wörter. Inhalte werden zunächst auf Satzlänge heruntergebrochen und dann inklusive semantischer und didaktischer Analyse grammatisch untersucht, erläutert Brian Garr, Program Manager Advanced Technologies.

IBM wolle sich damit einen großen Marktanteil erobern, erklärte Garr, ohne allerdings konkrete Umsatzerwartungen zu nennen. "Wir wollen hier in kürzester Zeit Marktführer werden", hofft der IBM-Mann. Steve Mc-Clure, Vice President of Speech and Natural Language Software bei der International Data Corp. (IDC), billigt IBM hier durchaus gute Chancen zu: "Zurzeit besteht der Markt für Maschinenübersetzung nur aus kleinen, segmentierten Anbietern - ein klarer Marktführer ist nicht erkennbar. IBMs Einstieg stellt einen Wendepunkt dar und wird diesen Bereich deutlich aufwerten und wachsen lassen." IDC rechne für das Jahr 2003 mit einem Umsatzvolumen von 378 Millionen Dollar, so McClure weiter. Bisher tummeln sich in dem Nischenmarkt die angeschlagene belgische Software-Company Lernout & Hauspie und deren Konkurrenten Systran SA (Frankreich) sowie Transparent Language Inc. (USA).