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26.01.1990 - 

Den Ermüdungserscheinungen gegensteuern

Übungen zum Schutz der Augen bei der Bildschirmarbeit

Augenschäden durch Bildschirmarbeit sind vermeidbar, wenn man geeignete Gegenmaßnahmen kennt! Besonders wirksam sind spezielle Augenübungen. Jeder, der am Bildschirm arbeitet, sollte solche Hilfsmittel kennen und nutzen.

Die menschlichen Augen sind äußerst empfindliche Instrumente. Als unser wichtigstes Sinnesorgan verdienen sie eine pflegliche Behandlung. Jeder, der einmal an einem Bildschirm gearbeitet hat, fragt sich deshalb: Schadet das meinen Augen? Gehe ich ein unkalkulierbares Risiko ein? Oder ist Bildschirmarbeit auch auf Dauer harmlos?

Diese Frage ist bis heute umstritten. Viele Augenärzte und Bildschirmhersteller behaupten die Arbeit am Bildschirm sei völlig unschädlich. Verschiedene Beobachtungen in der Praxis scheinen das Gegenteil zu beweisen. Was also ist wahr?

Wahr ist, daß bei idealen Rahmenbedingungen von der Arbeit an einem hochwertigen Bildschirm allenfalls geringe Gefahren ausgehen. Trotzdem versichern uns viele Programmierer und Programmanwender glaubhaft, ihre Brille oder Kopfschmerzen seien Folge der Bildschirmarbeit. In der Praxis gibt es eben keine idealen Bedingungen!

Auch bei perfekter Technik sind doch psychologische Ursachen, Muskelverspannungen, schlechte Sitzhaltung, unzureichende Vitaminversorgung oder schlechte Gewohnheiten der Gesundheit der Augen abträglich. Für den Betroffenen ist es letztlich egal, ob die Bildschirmarbeit Ursache oder nur Auslöser ist: Für ihn ist sie eine potentielle Gefahr.

Bildschirmarbeit kann nicht nur zu allmählich nachlassender Sehkraft führen. Kopfschmerzen, vermehrte Krankheitsausfälle, vorzeitiges Ermüden, verminderte Leistung und hohe Fehlerquoten senken massiv die Produktivität! Der Schutz der Augen ist ein Faktor von erheblicher finanzieller Bedeutung.

Wie begegnet man wirksam der Gefahr für die Augen?

Die wirkungsvollsten Maßnahmen sind sogenannte Augenübungen. Was das ist, soll hier an Beispielen gezeigt werden:

Zu den einfachsten Hilfen zum Schutz der Augen zählen Massageübungen. Zwei besonders einfache möchte ich beschreiben:

Die Brillenträgermassage:

Diese sehr bekannte Massageübung verwendet man oft unwillkürlich und ohne sie zu kennen, meist aber erst, wenn die Augen bereits schmerzen.

Fassen Sie mit Daumen und Mittelfinger Ihre Nasenwurzel an und legen Sie gleichzeitig den Zeigefinger zwischen die Augenbrauen. Beginnen Sie dann mit leichten Bewegungen der drei beteiligten Finger auf einander zu und wieder auseinander.

Üben Sie dabei sanften Druck auf die Nasenwurzel aus. Wenden Sie für diese Übung nicht mehr als zehn, maximal zwanzig Sekunden auf Wiederholen Sie sie dafür öfter.

Legen Sie die Mittelfinger beider Hände etwa auf die Mitte der Stirn. Führen Sie mit leichtem Druck gleichförmige kreisende Bewegungen aus. Bewegen Sie dabei die Finger langsam jeweils seitlich über die Schläfen und dann nach unten dicht an den Ohren entlang bis zu deren unterem Ansatz!

Diese Übung erzeugt bei vielen Menschen die am schnellsten und unmittelbarsten spürbare Entspannung der Augen! Sie sollte etwa zwanzig Sekunden in Anspruch nehmen.

Die Augen bedürfen einer gelegentlichen völligen Entspannung. Dazu verhelfen spezielle Entspannungsübungen für die Augen. Die wahrscheinlich meistzitierte Augenübung, das Palmieren, gehört zu dieser Gruppe:

Bedecken Sie beide Augen mit Ihren Händen, so daß kein Licht mehr einfallen kann. Verharren Sie so etwa eine bis zwei Minuten lang. Öffnen Sie dann beide Augen und beginnen Sie ganz langsam, die Hände von den Augen wegzubewegen! Führen Sie diese Bewegung so langsam aus, daß Sie zu keinem Zeitpunkt eine schmerzhafte Blendung verspüren! Schließen Sie die Augen nicht mehr, bis die Hände ganz entfernt sind! Für diese Übung sollten Sie etwa drei Minuten kalkulieren.

Zu den Entspannungsübungen gehört auch die natürlichste und wohl auch einfachste Augenübung:

Gähnen Sie gelegentlich! Das geht auch ohne Müdigkeit: Lassen Sie den Unterkiefer fallen und atmen Sie durch den Mund kräftig ein. Sie werden automatisch herzhaft gähnen. Dadurch wird die gesamte Muskulatur rund um die Augen kräftig angespannt und dann gleichförmig wieder entspannt. Die dabei zusätzlich austretende Tränenflüssigkeit verteilen Sie durch einige Lidschläge über die Augenoberfläche.

Der zeitliche Aufwand ist sehr individuell: Wenn Sie eine bereits ruinierte Sehkraft wieder aufbauen wollen, werden Sie über einen längeren Zeitraum etwa eine Stunde täglich üben müssen. Zur reinen Vorbeugung reichen dagegen täglich wenige Minuten aus. Wenn Sie jede der Genannten Übungen ein- bis zweimal täglich ausführen, haben Sie Ihren Augen schon sehr geholfen. Reagieren Sie aber auf jeden Fall auf schmerzende oder verspannte Augen mit verstärkter Übungs-Tätigkeit. Gehen Sie aber auch zum Arzt, wenn Sie zu oft Probleme haben.

Naheliegend und natürlich auch am weitesten verbreitet sind technische Schutzvorkehrungen. Schon die Wahl eines geeigneten Bildschirmstandorts hilft, Blendeffekte und Gegenlichteinflüsse zu vermeiden, Es ist eine Binsenweisheit, daß man einen Bildschirm nicht gegen ein Fenster stellt oder ein Fenster sich darin spiegeln läßt.

Es gibt spezielle Lampen mit asymmetrischem Lichtausfall zur Minderung von Blendwirkungen. Für schwierige Fälle, beispielsweise wenn ein Fenster im Sommer nicht abgedunkelt werden kann, stehen spezielle Blendschutzfolien zur Verfügung, die dauerhaft auf dem Fensterglas angebracht werden. Auch Banalitäten sind wichtig: Viele Benutzer wissen gar nicht, wie Helligkeit und Kontrast ihres Bildschirms nachgeregelt werden können!

Bis zu 10000 Staubteilchen pro Quadratmillimeter und Stunde werden vom elektrostatischen Feld eines Bildschirms beschleunigt und gegen Augen und Haut des Benutzers geschleudert! Glasfilter und spezielle Bespannungen dienen dazu, diese Felder zu eliminieren, die Bildschirmwölbung auszugleichen und Reflexionen abzubauen.

Bruchstücke

Die vorgestellten Übungen und Hinweise sind nur kleine Bruchstücke aus einem vielfältigen Angebot. Es gibt zum Beispiel auch Übungen für die Beweglichkeit der Augen, zur Linderung von Nackenverspannung oder zur Verbesserung der Akkomodation (Entfernungsanpassung).

Näheres zu Augen und Bildschirmarbeit, aber auch zahlreiche weitere Arbeitsmethoden für EDV-Berufe, enthält das Buch des Autors mit dem Titel Superprogramming - Mehr Erfolg im EDV-Beruf, IWT-Verlag, Vaterstetten, das demnächst erscheint.