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"Uli ist der Beste"

08.11.2004
Hewlett-Packard (HP) hat einen neuen Deutschland-Chef: Uli Holdenried. Mit ihm sprach CW-Redakteur Gerhard Holzwart.

CW: Als es vor einigen Wochen hieß, Uli Holdenried wird neuer Chef von Hewlett-Packard in Deutschland, gab es Spekulationen. Von guten Kontakten in die US-amerikanische Konzernzentrale war die Rede - und von der Annahme, dass Sie als bis dato Verantwortlicher für das weltweite Outsourcing-Geschäft hierzulande einiges verändern sollen.

Holdenried: Ich finde, in diese Personalie ist viel zu viel hineininterpretiert worden. Trotz meiner jahrelangen Tätigkeit für den Konzern in den USA bin und bleibe ich ein Deutscher. Als ich im Jahr 2000 zum Senior Vice President Managed Services ernannt wurde, habe ich meiner damaligen Chefin Ann Livermore gesagt, dass ich zwei Jahre später wieder in meine Heimat umsiedeln möchte. Durch den Merger mit Compaq hat sich das um ein weiteres Jahr verzögert. Als nun die Position des deutschen Geschäftsführers vakant wurde, habe ich intern deutlich artikuliert: Uli ist der Beste für diesen Job und, Gott sei Dank, kaum Widerspruch geerntet!

CW: Trotzdem: Die Tatsache, dass ein ausgewiesener IT-Services-Spezialist Vorsitzender der Geschäftsführung von HP Deutschland wird, setzt im Markt Zeichen.

Holdenried: Das mag der eine oder andere sehen. Ich lege aber Wert auf die Feststellung, dass ich den Konzern jetzt in seiner ganzen Breite und Vielfalt repräsentiere. Es wäre doch in jeder Hinsicht kontraproduktiv, wenn ich sagen würde, wir reden nur noch über Outsourcing.

CW: Was werden Sie im Vergleich zu Ihrem Vorgänger Jörg Menno Harms anders machen?

Holdenried: Ich sehe keinen Anlass für einen Kurswechsel. Menno Harms hat einen hervorragenden Job gemacht. Erlauben Sie mir aber noch eine grundsätzliche Bemerkung. Ich bin nicht nach Deutschland gekommen oder gar geschickt worden, um hier alles umzukrempeln. Ich nehme mir jedoch die Freiheit, mir in den ersten 90 Tagen alles genau anzuschauen. Prinzipiell sehe ich mich in der Rolle eines Integrators und Motivators.

CW: Der Integrator ist Gerüchten zufolge auch bei Triaton gefragt. Angeblich gibt es Schwierigkeiten bei der Verschmelzung der früheren Thyssen-Krupp-Tochter mit dem HP-Konzern.

Holdenried: Das nehme ich anders wahr. Ich bin Aufsichtsratsvorsitzender bei Triaton und war beim Kauf der Gesellschaft stark involviert. Wir haben in den ersten sechs Monaten gegenseitig die Claims bei den Kunden abgesteckt und die Management-Teams vernetzt. Jetzt wird es darum gehen, die rechtlich noch selbständige Tochter stärker mit den entsprechenden operativen Einheiten bei HP zu verbinden.

CW: Genau darin könnte aber das Problem liegen. Insider befürchten bei Triaton einen massiven Stellenabbau und auf längere Sicht eine Liquidierung der Gesellschaft.

Holdenried: Natürlich werden wir aufgrund der Volatilität des Marktes unsere Kostenstruktur laufend überprüfen müssen. Mir kommt es jedoch sehr darauf an, dass dies nicht als eine wie auch immer geartete Drohung interpretiert wird. Ich habe aber die Pflicht, solche Dinge offen anzusprechen. Das gilt im Übrigen nicht nur für Triaton, sondern für die gesamte deutsche Landesgesellschaft. Was die Zukunft von Triaton als eigenständige Tochter betrifft, ist noch keine Entscheidung gefallen.

CW: Wird HP in Deutschland weitere der so genannten IT GmbHs kaufen?

Holdenried: Das will ich nicht ausschließen. Es ist aber nicht so, dass wir jetzt zusammen mit den Investmentbankern ständig auf Tour sind. Triaton war einfach eine Gelegenheit, bei der wir zugegriffen haben.

CW: Offensichtlich lässt sich HP dies auch einiges kosten. Im Markt macht das Wort von Kampfpreisen die Runde .

Holdenried: Ich halte eine solche Betrachtungsweise für unseriös. Wenn wir bei einem großen Auftrag nicht zum Zuge kommen, sage ich auch nicht: Die Konkurrenz operiert mit Kampfpreisen. Und der Preis für Triaton war, gemessen an internationalen Maßstäben, gerechtfertigt. Wir haben auch nie behauptet, dass wir hier ein Schnäppchen gemacht hätten. Generell kann ich nur feststellen: Uns geht es um sinnvolles und vor allem auch organisches Wachstum. Wir wollen stärker als der Markt wachsen, aber wir wollen vor allen Dingen Geld verdienen und kaufen nicht Marktanteile um jeden Preis.