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03.04.1978 - 

Anwenderbericht Austria Presse Agentur (APA), Wien:

Um den Bildschirm-Auftrag kämpften acht Hersteller

WIEN - Die Austria Presse Agentur (APA) hat in ihrer Wiener Zentrale ein computerunterstütztes Nachrichtenvermittlungs- und -verarbeitungssystem

installiert: "Wir konnten dadurch den Informationsfluß erheblich beschleunigen", berichtet APA-Vertriebsleiter Konrad Tretter. Als Zentralrechner fungiert eine /7 von IBM, an die ein mit drei Konzentratoren und 18 Bildschirm-Terminals konfiguriertes Cluster-System T-VT 6000 von Thomson-CSF angeschlossen ist .

Bis Mitte 1977 gab es bei der APA, die in etwa mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vergleichbar ist, für die Bearbeitung der von den eigenen Außenbüros sowie fremden Agenturen eingehenden Nachrichten einen doppelten Produktionsvorgang. Dazu Tretter: "Sowohl in der Fernschreibzentrale, in der die Nachrichten ankommen, als auch in den Redaktionen wurde je ein Lochstreifen erstellt. Den zuletzt erstellten Lochstreifen mit dem vom Redakteur redigierten Text gaben wir schließlich für das APA-Verteilernetz frei."

Dieser Arbeitsablauf hat sich durch Einführung der EDV grundlegend geändert. Alle über 42 "deutschsprachige" (und festgeschaltete) Fernschreibeingänge sowie 14 TeIexanschlüsse eingehenden "News" gelangen zunächst in das IBM-System, wo sie für die spätere Verarbeitung aufbereitet (zum Beispiel nach Quellen sortiert und durchnumerieret) und dann in einer Datenbank abgestellt werden.

Die Redakteure lassen sich anschließend den gewünschten Text am Bildschirm ausgeben und redigieren ihn. Die so entstandene Information geht - nachdem sie zuvor einige Kontrollinstanzen innerhalb der Redaktion durchIaufen hat - unmittelbar in das APA-Netz.

IBM und die 13 Thomson-Terminals

Der IBM-Rechner und 13 Thomson-Terminals wurden zwischen April und Juni 1977 installiert. Fünf weitere Thomson-Geräte folgten im Januar 78.

Bei der Hardware-Auswahl hatte es sich die APA-Crew nach den Worten von Tretter nicht leicht gemacht. Sie nahm immerhin Produkte von rund 20 Anbietern unter die Lupe.

Bei den Bildschirm-Systemen konkurrierten die Firmen Harris, Megadata, Hazeltine, Hendrix, Krantz, Teleprint, Delta-Data und IBM. Auf die Ausschreibung für das Rechnersystem hatten sich unter anderem Siemens, Control Data, DEC, Univac außerdem Honeywell Bull, ITT und IBM beworben.

Wartung und Software

Die erste Entscheidung fiel zugunsten des Prozeßrechnersystems /7 von IBM. Erläutert Tretter: "Ausschlaggebend waren neben dem besseren Preis /Leistungsverhältnis die Kosten für die Wartung, denn wir arbeiten rund um die Uhr und da ist der Verschleiß besonders hoch." IBM habe zudem die preisgünstigste Anwender-Software angeboten.

Für die Anschaffung eines Systems C-VT 6000 von Thomson-CSF mit drei Konzentratoren und 18 Bildschirmgeräten sprachen nach Tretters Worten die Qualität des Bildes sowie letztlich auch technische Überlegungen: "Unsere Vorstellungen wären mit intelligenten Terminals - etwa von IBM - nicht zu realisieren gewesen. Für uns kam nur eine Cluster-Konfiguration mit ,dummen' Datenstationen in Frage." An dieser APA-Forderung scheiterten bereits einige Terminal-Anbieter. "Andere fielen wegen zu hoher Kosten aus dem Rennen oder hatten ganz einfach einen für unsere Zwecke zu kleinen Bildschirm", fügt der APA-Vertriebsleiter hinzu.

Hard- und Software beider Hersteller haben sich bisher bestens bewährt Tretter: "Das ist nicht zuletzt ein Ergebnis der guten Zusammenarbeit zwischen IBM und Thomson-CSF."