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07.01.2009

Umdenken bei Softwaretests

"Winrunner"-Kunden empfiehlt Metafinanz die Abkehr von Skript-basierenden Tests und den Wechsel auf "mfTestfactory".

Zu den bekanntesten Tools für automatisierte Soft-waretests zählt Winrunner, das einst von Mercury entwickelt und nach dessen Akquisition zunächst von Hewlett-Packard vertrieben wurde. Weniger bekannt ist der Umstand, dass HP mittlerweile Winrunner vom Markt genommen hat und ab August 2009 nur noch limitierten Support bieten wird. Winrunner-Kunden sind daher gezwungen, sich nach Alternativen umzusehen - darauf weist Peter Gabriel, Unit Manager des Münchner Softwarehauses Metafinanz hin: "Frühere Mercury-Kunden müssen ihre Test-Tool-Strategie nun ändern."

Drei Alternativen

Gabriel weiter: "Sofern Anwender Winrunner nicht ohne Support weiterbetreiben wollen, bleiben ihnen drei Alternativen: Sie migrieren auf andere HP-Tools, wechseln den Hersteller oder lagern ihre aufwändigen Testaktivitäten aus." Die von HP selbst angebotene Migration auf "Quicktest Professional" beurteilt Gabriel als kompliziert. Zwar biete HP über ein amerikani-sches Beratungsunternehmen eine automatische Konvertierung der Testskripts an, doch der umfangreichere Teil der Übung bestehe darin, die dabei verbleibenden zehn bis 20 Prozent des Codes manuell mit Hilfe von Beratern in die Sprache des neuen Test-Tools zu überführen.

"Jahrelang haben Winrunner-Anwender großen Aufwand in die Skriptprogrammierung gesteckt, und nun erweist sich die-se Investition als Sackgasse. Da jetzt ohnehin die Wahl eines neuen Tools ansteht, sollten sie auch gleich die Testmethodik auf den Prüfstand stellen", empfiehlt Gabriel. Denn Winrunner zählt - wie das Gros der am Markt befindlichen Test-Tools - zu den Vertretern der Skripting-Technik und erfordert spezifische Programmierkenntnisse. Die Zielgruppe der Fachanwender ist damit meist überfordert, erklärt Gabriel: "Typische Anwender sind Produkt-Owner, Qualitäts-Manager, Test-Manager und Fachtester. Sie alle wünschen sich eine programmierfreie Softwarelösung, die ihnen hilft, die Testfälle in der fachlichen Sprache zu formulieren."

Fachbereich im Boot

Diesen Alternativansatz, auch als fachlicher Regressionstest bezeichnet, verfolgt die von Metafinanz entwickelte Testsuite mfTestfactory. Deren grundlegende Funktionsweise ist einfach erklärt: Während bei Skript-Tools zuvor festgelegte Testdaten per Skript in die jeweiligen Eingabemasken gefüttert werden, nimmt mfTestfactory dem Tester den Skriptteil ab und ermöglicht ihm stattdessen eine Testkonfiguration aus fachlicher Sicht per Mausklick und dialogorientierten Anweisungen. Der Tester öffnet dabei im ersten Schritt eine zu prüfende Eingabemaske - etwa ein Web-Formular für Schadensfälle. Anschließend analysiert mfTestfactory alle Eingabe- und Programmmechanismen dieses Dialogs, um dessen Funktionsweise kennen zu lernen. Im nächsten Schritt verknüpft der Tester die erkannten Felder mit Testdaten, um auf diese Weise etwa Eingaben von Sachbearbeitern zu simulieren. Das Werkzeug erkennt laut Metafinanz alle gängigen Programm-oberflächen wie C++, Java, MFC, HTML oder 3270-Emulatoren. Weitere Oberflächentechniken sind in Entwicklung.

Testfallkomposition

Nach der initialen Zuordnung von Feldern und Testdaten erfolgt die Testfallkomposition und die Automatisierung: Ein zuvor festgelegter Testsatz wird dabei mit anderen Testsätzen zu Test-objekten und zu Testszenarien aggregiert und in einer Datenbank gespeichert. Damit stehen wiederverwendbare Einzelteile zur Verfügung, die sich zu neuen Testeinheiten kombinieren lassen. Ändern sich beispielsweise im Lauf der Anwendungsentwicklung Dialoge oder Programmfunktionen, so genügt eine Neukonfiguration - es müssen also keine Skripte modifiziert werden.

Die mfTestfactory verfügt über Schnittstellen zu marktgängigen Qualitäts-Management-Werkzeugen und integriert sich damit unter anderem als Plug-in in HPs Quality Center.

Kurz gefasst

  • Die mfTestfactory ist ein Werkzeug für fachliche Software-Regressionstests auf der Ebene grafischer Benutzerschnittstellen.

  • Das Tool erleichtert fachlichen Anwendern das Testen von Applikationen, indem fachlich formulierte Testfälle anstelle von Skripten zum Einsatz kommen.

  • Die Testdatenhaltung auf Datenbankbasis ermöglicht eine Multiuser-Fähigkeit, Historisierung aller Daten sowie SOX-Compliance.

  • Eine Integration in gängige QM-Tools als Plug-in ist möglich.