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02.10.1998 - 

Noch keine Lösung für den Mitarbeitermangel in Sicht

Umfrage: Jahr-2000-Umstellung genießt höchste Priorität

Auf die Umfrage, die die Analysten von Xenophon im Mai und Juni dieses Jahres starteten, antworteten weltweit 178 Großunternehmen aller Branchen. Die Auswertung zeigt, daß über zwei Drittel der Unternehmen unter einem Mangel an IT-Experten leiden. Dies erschwere die Entwicklung neuer Anwendungen in den nächsten zwei Jahren.

Die Knappheit an IT-Spezialisten ist nicht erstaunlich. Die Jahr-2000-Umstellung schafft eine noch nie dagewesene Nachfrage nach Mitarbeitern mit speziellen Programmier- und Testkenntnissen. Doch dies ist nur ein Aspekt eines ganzen Problemkreises, dem die IT-Industrie gegenübersteht. Mit Blick auf die wachsende Bedeutung von DV-Abteilungen für den kommerziellen Unternehmenserfolg besteht das Grundproblem, IT-Analysten zu finden - und zu halten -, die zu Entscheidungen auf der höchsten Management-Stufe beitragen. Gute Mitarbeiter mit der Vision, geschäftliche Anforderungen in technische Lösungen umzusetzen, sind sehr schwer zu finden.

Rasante Entwicklung beunruhigt IT-Manager

Ein weiteres Problem, das IT-Manager beunruhigt, ist die rasante Entwicklung der Informationstechnik. "Wachsende Anforderungen durch das Unternehmen" sowie "Schritt halten mit den technologischen Veränderungen" zählen bei der Hälfte der Befragten zu den größten Herausforderungen. Die Einschränkung finanzieller Mittel steht auf Platz vier der Herausforderungen. Obwohl die Kosten immer noch einen wichtigen Faktor darstellen, werden knapp bemessene Budgets nicht mehr als so hinderlich empfunden wie in Zeiten der Rezession.

In den frühen 90er Jahren nahmen bei Befragungen Finanznöte immer den ersten Platz ein. Zudem beklagten die meisten DV-Manager, daß eine Aufstockung des Budgets zunehmend schwieriger werde. Aus der aktuellen Befragung geht indes eine wesentliche Verbesserung des finanziellen Klimas hervor. Ein Viertel der Befragten prognostiziert für die nächsten zwei Jahre eine leichtere Mittelbeschaffung, ebenso viele rechnen diesbezüglich allerdings mit schwierigeren Zeiten. Fünfzig Prozent schätzen, daß die finanzielle Situation etwa gleich bleiben wird.

Aus einer umfangreichen Liste konnten die Befragten fünf IT-Prioritäten für die nächsten zwei Jahre auswählen. An erster Stelle stand weltweit bei zwei Drittel der Unternehmen die Jahr-2000-Umstellung. Folgende zehn Prioritäten wurden außerdem am meisten genannt:

- Unternehmensweites System-Management,

- Web-basierte Systeme,

- Intranet-Erstellung,

- Integration von Netzwerkarchitekturen,

- Data-Warehousing,

- NT-Implementierung,

- Integration von Anwendungen,

- Euro-Umstellung und

- Verbesserung der System-Performance.

Die Liste zeigt laut "Insight IS" auf den ersten Blick die Schwerpunkte Infrastruktur, Strategien sowie unterschwellig Integrationsprobleme. Doch während in der Öffentlichkeit die Vorzüge von Konzepten wie E-Commerce gelobt werden, konzentrieren sich IT-Abteilungen auf konkrete Komponenten, die zum aktuellen Unternehmensnutzen beitragen, etwa auf Web-basierte Systeme oder Intranet-Lösungen. Ohne die genannten Integrations- und Management-Prioritäten wäre zudem die Zuverlässigkeit künftiger Anwendungen nicht gewährleistet.

Die Euro-Umstellung steht insgesamt an neunter Stelle der Prioritäten. Bei den Europäern nimmt sie indes Platz zwei nach der Jahr-2000-Problematik ein. Dies ist bereits die zweite Übersicht, aus der die Dopppelbelastung für IT-Abteilungen europäischer Unternehmen hervorgeht. Zugleich wird ersichtlich, wie erstaunlich gleichgültig sich multinationale US-Unternehmen gegenüber dem Euro verhalten.

Ein weiteres Fazit der Umfrage: Der Einfluß der DV-Abteilungen auf die Unternehmensorganisation nimmt zu. So erwartet immerhin die Hälfte der Befragten in den nächsten zwei Jahren mehr Mitsprache bei allgemeinen Geschäftsprozessen. Nur sechs Prozent schätzen den künftigen Grad ihres Einflusses als gleichbleibend ein.

Häufig wird kritisiert, daß viele IT-Mitarbeiter nicht effektiv genug mit dem Unternehmens-Management kommunizieren. Inzwischen lernen Betriebe, den Beitrag zu schätzen, den die Informationstechnik leistet - nicht in einer untergeordneten Rolle, sondern als Plattform für neue unternehmerische Initiativen. Fragt sich nur, ob für die neuen Aufgaben genug Mitarbeiter da sind und bis zu welchem Grad das Jahr 2000 - und in Europa der Euro - diese Beschäftigten beansprucht.