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30.07.2007

Umsatz mit Green IT - aber wie?

Ende Juli fand zum zweiten Mal die "Assemblers World" von ChannelPartner statt. In Dortmund und München informierten sich insgesamt rund 170 Systembuilder und Assemblierer vor allem über das momentan hippe Thema Green IT.

Von Boris Böhles

Gleich an zwei Standorten hatte dieses Jahr die Assemblers World von ChannelPartner ihre Pforten geöffnet. In München trafen sich rund 100 Assemblierer im traditionellen Paulaner-Bierkeller am Nockherberg in München, zirka 70 kamen in Dortmund im Borussia-Stadion zusammen.

Schwerpunktthema war dieses Mal Green IT. Dabei ging es hauptsächlich um die Frage, was sich hinter dem Begriff verbirgt und wie Händler respektive Assemblierer diesen aktuellen Trend für sich und ihre Geschäfte nutzen können.

Positives Feedback

Den Green-IT-Fokus berücksichtigend, informierten Aussteller die Besucher über künftige Prozessortechnologien, den neuen "Microsoft Windows "Server 2008", Festplattentrends, Kühlmöglichkeiten für Server- und Elektronikschränke sowie neue Technologien bei Kühlung und Stromversorgung in Computern. Außerdem waren das Dauerbrennerthema "Neues Elektrogesetz" und die damit verbundene RoHS-Richtlinie Gegenstand eines Vortrags.

Die Resonanz der Assemblers-World-Besucher war durchweg positiv. Händler Stefan Kluska aus Gräfelfing freute sich über die Antworten auf die grundlegende Frage, warum er nicht nur fertige Geräte ausliefert, sondern selbst welche baut: "Ich habe auf der Assemblers World Argumente dafür bekommen, wie ich einen höheren Preis für meine Produkte gegenüber meinem Kunden rechtfertige. Auch die Kontakte zu den hier ausstellenden Herstellern sind sehr förderlich", sagte Kluska. Gerade diese Gespräche seien wichtig für ein profitables Geschäft und auch notwendig, um als kleinerer Systembuilder gegen große PC-Hersteller zu konkurrieren.

Klaus Weiß, Assemblierer aus Lenggries, berichtete: "Der Umsatz wird jedes Jahr schlechter. Wir überleben nur durch Service und Support." Und nicht zuletzt deshalb besucht auch er die Assemblers World und kann aufgrund der dort enthaltenen Informationen das nächste Geschäftsjahr positiver abschließen. "Ich wollte neue Produkte sehen, und die Vorträge waren sehr informativ", so Weiß.

Green IT = Marge

Gerade wenn die Umsätze stagnieren oder sogar rückläufig sind, braucht ein Unternehmen neue Ideen und muss aktuelle Trends berücksichtigen. Lässt sich aus diesen Trends, wie aktuell Green IT, bares Geld machen? Ja, aber nur unter bestimmten Voraussetzungen. Dass Handlungs- und Informationsbedarf besteht, bewies die Eingangsfrage von Gerhard Holzwart, Event Director bei der IDG Business Media GmbH: "Wer von Ihnen argumentiert bereits mit dem Thema Green IT bei den Kunden?", fragte er. Nur eine Handvoll der rund 100 Teilnehmer gab ein Handzeichen. Dabei ist es eine Verschwendung, das Potenzial von Green IT nicht zu nutzen. Holzwart wies darauf hin, dass die Kunden unter anderem aufgrund der Klimadebatte für das Thema sensibilisiert seien und das Umweltbewusstsein zunehme. Ferner würden sich die Kosten für Kühlung und Strom in den nächsten drei Jahren auf bis zu ein Drittel des gesamten IT-Budgets eines Unternehmens erhöhen. "Sie haben mit dem Thema Green IT einen Türöffner beim Kunden", sagte Holzwart.

Wolfgang Schwab vom Beratungsunternehmen Experton Group sieht ebenfalls eine Chance, mit Green IT Geld zu verdienen. Er machte zwar in seinem Vortrag deutlich, dass Unternehmen in erster Linie offen für wirtschaftlich lohnende Investitionen seien und das Thema Green IT nicht allein wegen seiner moralisch-ideellen Komponente ausreicht, um als Verkaufsargument zu gelten. Deshalb müsse der Händler beim Kunden nachweisen, dass sich Green IT finanziell lohnt. Außerdem ist seiner Meinung nach in Zukunft die Ausgangslage für die Händler gut: "Die Unternehmen werden wieder offener für Investitionen sein", sagt Schwab.

Auch Dr. Wolfgang Hackenberg, Stellvertretender Leiter beim Steinbeiss Transferzentrum, ist sich sicher, dass Neukundenakquise allein mit dem Schlagwort Green IT nicht funktioniert: "Es zählt nur, was unterm Strich herauskommt", sagte er.

Ausblick auf 2008

Die Assemblers World gab nicht nur die grundlegenden Denkanstöße für den potenziellen Umsatzbringer Green IT, sondern darüber hinaus detaillierte Informationen über Produkte, Strategien und rechtliche Fakten. Auch im nächsten Jahr planen wir wieder eine Assemblers World. Schon heute ist absehbar, wo es Informationsbedarf geben wird. Vor allem die Thematik rund um das Elektrogesetz ist ein Dauerbrenner: Im Jahr 2008 treten zum einen neue europäische Regelungen für den industriellen Umweltschutz (Reach, EUP) in Kraft. Zum anderen wird das bestehende Elektrogesetz permanent überprüft und angepasst. Hans Jochen Lückefett, Vorsitzender der Geschäftsführung Krug und Petersen Government Affairs & Consulting GmbH, versicherte den Assemblierern: "Es bleibt spannend!".

Weitere Eindrücke von der Assemblers World 07 gibt es auf Seite 46 dieser Ausgabe.