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25.10.1991 - 

Hoffen auf ES9000-Shipments bis Jahresende

Umsatz und Profit von IBM im dritten Quartal eingebrochen

MÜNCHEN (CW/vwd) - Für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 1991 weist die IBM Corp., Armonk/New York, einen Nettoverlust von 1,45 Milliarden Dollar aus; der Profit des dritten Quartals lag mit 172 Millionen Dollar um 85 Prozent unter dem Vergleichswert von 1990. Auch der Umsatz schrumpfte.

Der Verlust aus den Quartalen eins bis drei entstand nicht durch die Geschäftsaktivitäten - die waren mit 818 Millionen Dollar (minus 77 Prozent) profitabel -, sondern ist einer Sondereinzahlung von 2,26 Milliarden Dollar in die Pensionskasse aus dem ersten Quartal zuzurechnen.

Der Umsatz zwischen Januar und September 1991 fiel mit 42,71 Milliarden Dollar um sieben Prozent geringer aus als 1990. Die Quartalsumsätze in den einzelnen Geschäftsbereichen entwickelten sich unterschiedlich: Während der größte Brocken, der Direktverkauf von Hardware, mit zirka 7,8 Milliarden Dollar 14,1 Prozent weniger in die Kassen brachte als im dritten Quartal 1990, stagnierte das Softwaregeschäft (plus 0,6 Prozent) bei 2,45 Milliarden Dollar. Weiter zunehmende Anteile verzeichneten die Support-Leistungen, die um 10,7 Prozent auf 3,11 Milliarden Dollar zulegten, sowie das Miet- und Finanzierungsgeschäft der Tochter ICC (plus 12,2 Prozent auf gut eine Milliarde Dollar). Das ist einer Auflistung des Branchendienstes "Computergram International" zu entnehmen. Der britische Newsletter geht davon aus, daß im bisherigen Jahresverlauf weniger IBM-Softwarelizenzen abgesetzt wurden als 1990 - obwohl der Umsatz mit der weichen Ware in den ersten neun Monaten um 4,5 Prozent stieg. Die gesamten SW-Preiserhöhungen jedoch, mutmaßt "Computergram", hätten höher gelegen, so daß der Absatz zurückgegangen sein müsse.

Börsenanalysten sahen sich veranlaßt, ihre Prognosen über den operativen Jahresgewinn von Big Blue um zirka 6,5 Prozent zu reduzieren; die Beobachter gehen von einem weiteren Preisverfall der IBM-Produkte aus.

Außerdem deuteten die Armonker selbst an, daß auch das vierte Quartal 1991 nicht den Erwartungen entsprechen werde. In diesen drei Monaten wird Big Blue nach Einschätzung der Mehrheit der Finanzexperten 40 Prozent weniger verdienen als im dritten Quartal 1990. Andere sind laut "Wall Street Journal" überzeugt, daß IBM den Tiefpunkt hinter sich habe, weil offenbar eine zunehmende Zahl von Mitarbeitern die Prämien der Konzernleitung für frühzeitigen Ausstieg aus ihrem Arbeitsverhältnis akzeptierten.

Laut John Akers, Chairman des Herstellers, drückte neben der weltwirtschaftlichen Lage und dem scharfen Preiskampf die Einführung neuer IBM-Produkte, vor allem von Großrechnern, den Ertrag. Im Zusammenhang mit steigenden Auslieferungsraten von Maschinen der neuen Generation erwarte er jedoch, daß sich die Umsatz- und Gewinnsituation verbessere. Gegenwärtig zögern viele potentielle Kunden den Austausch ihrer 3090- gegen 9000-Mainframes hinaus, auch wegen Performance-Problemen mit den Speicherplatten für die neuen Großrechner.

Zwei Wochen vor Ende des dritten Quartals, berichtet "Computergram", seien die ersten Einheiten von den größten neuen Mainframes ("Summit") ausgeliefert worden. Die meisten Wallstreet-Beobachter gehen davon aus, daß bis Jahresende 250 bis 400 der Systeme produziert und ausgeliefert sein werden.

Neben dadurch eventuell steigenden Einnahmen setzt IBM auf Sparmaßnahmen zur Festigung des Ertrags und auf technologische Allianzen. Wie Akers mitteilte, sollen die Gehaltslisten in diesem Jahr um insgesamt 20 000 Beschäftigte gekürzt werden. 100 Millionen Dollar gingen als einschlägige Zusatzbelastung in das letzte Quartalsergebnis ein. Bislang hatte es geheißen, man wolle das Jahr 1992 mit 17 000 Mitarbeitern weniger beginnen als 1991.

Den jüngsten Ankündigungen von Kooperationen Big Blues mit Partnern wie Apple Computer könnte bald eine weitere folgen. Davon ist unter anderen Stuart Woodring, Analyst von Forrester Research, überzeugt. Nach seinen Informationen wird IBMs Desktop-Software-Group (IDS) zusammen mit der Lotus Development Corp. weitere Versionen von OS/2, eine Portierung von 1-2-3 auf IBM-Mainframes sowie weitere Entwicklungen der Groupware Notes von Lotus entwickeln. IDS selbst, so bisher offiziell nicht bestätigte Informationen von Branchen-Insidern, solle eingestellt werden.

Woodring hält es für durchaus wahrscheinlich, daß sich IBM an Lotus beteiligen werde. Das Softwarehaus modifizierte jüngst seinen Aktionärsplan, demzufolge Gegenmaßnahmen in Form einer sogenannten Poison pill ausgelöst werden, sobald ein Investor einen bestimmten Anteil der Aktien des Unternehmens auf sich vereinigt hat. Lag der Grenzwert bisher bei zehn Prozent, läßt Lotus nun maximal 15 Prozent Anteilshäufung zu.

Unterdessen hat die IBM Danmark A/S 50 Prozent der Aktien von Uniware Danmark A/S übernommen. Das gab die dänische Tochter von Big Blue bekannt.

Die bisherige Eignerin der dänischen Uniware, die Industriegruppe Sophus Berendsen A/S, erhöhte nach IBM-Angaben zum Zweck der Teilübernahme das Stammkapital und hält selbst weiterhin die zweite Hälfte von Uniware Danmark. Details der Transaktion wurden nicht bekanntgegeben.