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12.11.1993

Umsatzerwartung fuer 1993 deutlich eingeschraenkt Alldata fuehrt DVZs im Osten zu einem Unternehmen zusammen

MUENCHEN (hv) - Die Alldata GmbH, Muenchen, wird ihre Aktivitaeten in den neuen Bundeslaendern zum 1. Januar 1994 straffen. Ein Grossteil der Arbeitsplaetze soll abgebaut werden. Das Unternehmen fasst die vor zwei Jahren uebernommenen ehemaligen Datenverarbeitungszentralen (DVZs) Potsdam, Dresden und Rostock zu einer Produktionsstaette mit Sitz in Potsdam zusammen.

"Wir werden im Osten 1993 kein Geld verdienen", verdeutlicht Hanns-Joachim Ehrhardt, Vorsitzender der Geschaeftsfuehrung, die wirtschaftliche Zwangslage seines Unternehmens. Der Markt in Osteuropa und den neuen Bundeslaendern habe sich schlechter entwickelt als erwartet. Dennoch, so bekennt Ehrhardt freimuetig, hat sich fuer sein Unternehmen das Engagement in den neuen Bundeslaendern ausgezahlt: Alldata erwarb naemlich mit den DVZs in Dresden, Rostock und Potsdam zugleich eine Reihe wertvoller Immobilien.

Mindestens fuer zwei Jahre, so mussten die Muenchner der Berliner Treuhandanstalt zum Uebernahmezeitpunkt garantieren, sind die Arbeitsplaetze der DVZ-Mitarbeiter sicher. Nur unter dieser Bedingung konnte der DV-Dienstleister die ehemals volkseigenen Betriebe uebernehmen.

DVZ-Arbeitsplaetze werden abgebaut

Diese Arbeitsplatzgarantie ist nun abgelaufen. Der DV- Dienstleister zieht die Konsequenz aus einer indiskutablen Pro- Kopf-Umsatzrate und fasst die DVZs in der Alldata Beratung Informationssysteme GmbH (ABI) zu einem Unternehmen mit Sitz in Potsdam zusammen. Hier soll ein Servicezentrum entstehen, das den gesamtdeutschen Markt bedienen kann. Die Schwerpunkte des ABI- Geschaefts setzt Alldata auf die oeffentliche Hand, den Handel und das Baugewerbe. Die Standorte Dresden und Rostock bleiben als Zweigstellen erhalten, werden aber auf Sparflamme gehalten.

"Die Umsaetze im Osten sind unter ein Zwei-Drittel-Niveau gesunken", erlaeutert Ehrhardt die Notwendigkeit der Konzentration. Diese Entwicklung sei auch dem Zusammenbruch des Osteuropa- Geschaefts zuzuschreiben. In den Datenverarbeitungszentralen seien zu viele Mitarbeiter beschaeftigt gewesen, um vernuenftig wirtschaften zu koennen.

Von 650 ostdeutschen Mitarbeitern, die zum Zeitpunkt der Uebernahme in den DVZs beschaeftigt waren, werden Ende dieses Jahres noch 250 auf der Lohnliste stehen. "Und auch die werde ich nicht alle halten koennen", so Ehrhardt. Insgesamt rechnet der Geschaeftsfuehrer damit, dass die Alldata-Holding Ende 1993 unternehmensweit noch rund 670 Mitarbeiter beschaeftigen wird.

Auch ihre Umsatzerwartungen haben die Muenchner deutlich zurueckgeschraubt. Waren 1992 noch 209 Millionen Mark erwirtschaftet worden, so sind es in diesem Jahr voraussichtlich nur 185 bis 190 Millionen Mark. Hier nennt Alldata ebenfalls die mangelhafte Produktivitaet im Osten als Grund. Gleichzeitig befinde sich das Unternehmen aber auch in den alten Bundeslaendern in einer "schwierigen Marktlage". Der Aufbau neuer Geschaeftsfelder und die Expansion vorhandener Geschaeftsbereiche sei deutlich erschwert, teilweise sogar unmoeglich gemacht worden. "Der Markt fuer Professional Services stagniert, hier werden teilweise Kampfpreise gemacht", aergert sich Ehrhardt ueber die Konkurrenz. "Ich gehe nicht mehr bei allen Geboten mit. Wir sind kein Sozialinstitut", macht sich der ehemalige Digital-Kienzle-Chef Luft. "Unsere Gesellschafter wollen Profit sehen." Strategie seines Unternehmens sei es, Standardprodukte anzubieten, in deren Umfeld Dienstleistungen verkauft werden koennten.