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26.11.1999 - 

CEO Fiorina will künftig zwölf bis 15 Prozent mehr einnehmen

Umsatzwachstum bei HP fällt erneut bescheiden aus

MÜNCHEN (CW) - Hewlett-Packard konnte seinen Umsatz im vierten Quartal, das am 31. Oktober endete, um zehn Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum steigern und übertraf damit die zuvor nach unten korrigierten Erwartungen der Analysten. Insgesamt setzte das Unternehmen im letzten Kalendervierteljahr 11,4 Milliarden Dollar um, im Herbst 1998 hatte sich der Betrag auf 10,3 Milliarden Dollar belaufen.

Sieht man von den Kosten für die Auslagerung der Meß- und Medizintechnik in das eigenständige Unternehmen Agilent Technologies ab, erzielte HP pro Aktie einen Gewinn von 75 Cent. Unter Berücksichtigung der Aufwendungen für die Umstrukturierung sackt der Ertrag pro Anteilschein auf 73 Cent ab, was einem Gewinn von rund 760 Millionen Dollar entspricht. Im vierten Quartal 1998 wies das Unternehmen noch einen Überschuß von 72 Cent pro Börsenpapier aus.

Gleich zweimal hatte Carleton Fiorina, Präsidentin und CEO von HP, im Oktober vor zu hohen Erwartungen gewarnt, da sich Unix-Server in Nordamerika schlechter verkauften. Außerdem verzögerte sich die Produktion von PCs, da wegen der Erdbeben in Taiwan bestimmte Komponenten nicht rechtzeitig geliefert werden konnten. Vor dieser Warnung hatten Analysten mit einem Gewinn pro Aktie von 99 Cent gerechnet, nach den Ankündigungen der HP-Chefin schraubten sie ihre Erwartungen auf 73 Cent (ohne Berücksichtigung der Restrukturierungsmaßnahmen) zurück und prognostizierten einen Umsatzzuwachs zwischen 8,5 und neun Prozent. Insgesamt konnte HP beim Umsatz jedoch um zehn Prozent zulegen.

Im gesamten Geschäftsjahr stieg der Umsatz des Unternehmens um sieben Prozent auf 42,4 Milliarden Dollar gegenüber 1998. Die USA legten um sechs Prozent auf 19 Milliarden Dollar zu, die anderen Regionen nahmen mit 23,4 Milliarden Dollar neun Prozent mehr ein als im Vorjahr. In Kanada mußte HP dagegen einen Rückgang des Geschäftsvolumens von vier Prozent hinnehmen. HP fuhr insgesamt einen Gewinn von 3,1 Milliarden Dollar oder 2,97 Dollar pro Aktie ein - 16 Prozent mehr als 1998. Damals lag der Überschuß bei 2,7 Milliarden Dollar oder 2,52 Dollar pro Anteilschein.

Wegen der erst kürzlich vollzogenen Umstrukturierung berichtet HP nicht über die Umsätze einzelner Bereiche. So hatte das Management die Abteilung für Laser- und Tintenstrahldrucker zur Geschäftseinheit Imaging and Printing Systems sowie die PC- und Server-Division zur Sparte Computing Systems zusammengefaßt. Doch offenbar haben sich noch nicht alle bei HP an die neue Struktur gewöhnt: Bei Redaktionsschluß zeigte die Website unter "Corporate Organization" immer noch den Stand vom 1. September 1999 an.

Zufrieden war HP mit dem Bereich Imaging and Printing Systems, der ein gutes Ergebnis eingefahren hatte. Insbesondere Drucker für Konsumenten sowie Workgroups haben dazu beigetragen. Die Anzahl der verkauften Tintenstrahldrucker nahm weltweit um 35 Prozent zu.

Die Sparte Computing Systems schloß dagegen uneinheitlich ab. Das Umsatzwachstum mit PCs sei insgesamt zufriedenstellend verlaufen, und auch die Gewinne könnten sich sehen lassen. Besonders gut ging im abgelaufenen Quartal das Geschäft mit Unix-Servern im High-end-Segment, doch die anderen Server-Systeme, darunter solche, die mit Windows NT ausgeliefert werden, enttäuschten das Management. In den USA hatte dies bereits im Oktober zu personellen Konsequenzen geführt: 250 Vertriebsmitarbeiter wurden dort entweder entlassen oder in andere Abteilungen versetzt (siehe CW 40/99, Seite 1).

Ebenfalls schlecht schnitten die Speichersysteme ab. Insbesondere der Umsatz mit Laufwerken für wiederbeschreibbare CDs (CD-RW) ging leicht zurück, obwohl die Anzahl der verkauften Geräte zunahm. Laut HP liegt dies daran, daß sich die Nachfrage zunehmend zu Low-end-Produkten bewegt. Die Konzernleitung hat mittlerweile ihre Strategie geändert und will künftig das High-end im Storage-Markt bedienen.

Im Bereich Software konnte HP vor allem mit Netzwerk- und System-Management-Produkten rund um "Openview" glänzen, aber auch mit Sicherheitslösungen und anderen Internet-basierten Programmen. Ein "solides Wachstum" attestierte sich das Unternehmen bei den IT-Services.

Das neu gegründete Unternehmen Agilent Technologies wies für das vierte Quartal einen Umsatz von 2,4 Milliarden Dollar aus. Der Profit stieg auf 146 Millionen Dollar, im Vorjahr hatte der Geschäftsbereich noch einen Verlust von 51 Millionen Dollar geschrieben. Nach Bekanntgabe der Quartalsergebnisse stieg der Aktienkurs von HP von 77,44 auf 81 Dollar, um sich wenig später bei über 90 Dollar einzupendeln.

Die neue HP-Chefin hat sich einiges vorgenommen. So schwor sie ihre Manager auf ein Umsatzplus zwischen zwölf und 15 Prozent für das nächste Geschäftsjahr ein. Außerdem will sie die begonnene Umstrukturierung fortsetzen und eine Milliarde Dollar an internen Kosten einsparen, teilte sie dem "Wall Street Journal" mit. Ansetzen möchte die Managerin beim internen Bestellwesen und anderen administrativen Bereichen. Die Einsparungen sollen zu einem großen Teil in Forschung und Entwicklung sowie in den Vertrieb und den Kundensupport gesteckt werden.