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01.04.1994

Umschulen oder entlassen? Auszug aus einem Round-table-Gespraech

Schulta: Client-Server wird bei unseren Dezentralisierungsplaenen eine wichtige Rolle spielen. Bekanntlich gibt es verschiedene logistische, organisatorische und systemtechnische Komplexitaetsgrade. Wir brauchen also Spezialisten, koennen aber gleichzeitig unsere Mitarbeiter aus der proprietaeren Welt nur Zug um Zug herausloesen.

Dietl: Wenn Sie zwischen diesen Gruppen differenzieren, laufen Ihnen die Mitarbeiter weg. Warum sollten sich die einen mit den Altlasten herumschlagen, waehrend andere die innovativere Technologie kennenlernen duerfen?

Lueben: Grosse Unternehmen werden wohl mit zwei verschiedenen Welten leben muessen...

Dietl: ... das kann man aber nicht auf dem Ruecken des Personals austragen. Abgesehen von den Systemspezialisten, die eine Sonderstellung einnehmen, rotieren bei uns saemtliche DV- Mitarbeiter durch diverse Projekte. So kommen alle auf den noetigen Client-Server-Stand.

Seidel: Das ist nicht so einfach, wir haben sehr wohl Schwierigkeiten damit, aus den DV-Leuten der zentralen Host-Welt Client-Server-Spezialisten zu machen. Es gibt das menschliche Problem, dass sich Mitarbeiter in die neue DV-Welt nicht hineinfinden wollen.

Dietl: Von solchen Mitarbeitern sollten wir uns trennen - was ist das fuer ein Argument, "sie wollen nicht..."

Lueben: Sie koennen nicht - das ist das eigentliche Problem!

Seidel: Sie muessen auch nicht. Wir haben in der proprie- taeren Traditions-DV noch jede Menge zu tun. Warum sollte ich Mitarbeiter zu etwas zwingen, das sie nicht wollen?

Dietl: In zehn Jahren sind diese Leute arbeitslos - und Sie sind verantwortlich!

Seidel: Davon muss man ausgehen - aber wir teilen ihnen offen mit, dass ihre Perspektiven keineswegs rosig sind. Ein Mitarbeiter muss sich oeffnen, weil sich die Systeme oeffnen. Wenn er sich weigert, kann ich ihn aber nicht verteufeln. Ich kann ihm nur die Folgen mitteilen.

Lueben: Das Thema wurde im letzten Jahr in der Micro Managers Association in den USA aehnlich heiss diskutiert. Sehr grosse Firmen mit 20 000 und mehr PCs sagten: "Die konventionellen Mainframer haben in den naechsten zehn Jahren noch zu tun, die lassen wir in Ruhe weiterwerkeln. Den gesamten Strang der modernen Technik bauen wir separat auf." Diese Trennung ist ein gaengiges Verfahren. Meiner Ansicht nach sind DV-Mitarbeiter so auszubilden, dass sie auch in Zukunft ihr Brot verdienen koennen.

Gespraechsteilnehmer:

Franz Dietl, DV-Leiter der WWK Versicherungen, Muenchen;

Dietrich Lueben, PC-Bereichsleiter beim ADAC Muenchen und Deutschland-Chef der Micro Managers Association;

Matthias Schulta, Fachbereichsleiter Information und Organisation, TUEV Suedwest, Mannheim;

Rainer Seidel, Leiter Organisation, Projekt-Management und Software-Entwicklung, Unternehmensgruppe Schieder Moebel.