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Kolumne


11.02.2000 - 

Umsetzer, Berater und Erzieher

Christoph Witte, Chefredakteur CW

Wir leben in unsicheren Zeiten. Weder im Business- noch im IT-Bereich scheint es irgendwelche verlässlichen Größen zu geben. Konnte man bis vor kurzem beispielsweise noch mit Sicherheit davon ausgehen, dass Privatnutzer ihre PCs kaufen müssen, belehrt uns die Ford Motor Company heute eines Besseren (siehe Seite 1). Früher glaubten die meisten Geschäftsleute auch, dass nur profitable Unternehmen an der Börse eine Chance haben. Heute scheinen dagegen die Verlustbringer das Kapital der Investoren in Massen anzuziehen, solange sie die Worte Internet oder Linux im Börsenprospekt nicht vergessen.

Auch für IT-Manager ändert sich etliches. Genannt seien nur das Ende des Client-Server-Zeitalters, die überraschende Open-Source-Euphorie und die alles andere niederwalzenden Internet-Technologien. Als wenn das nicht genug Unsicherheit brächte, stellen die Unternehmen derzeit nachdrücklich ihre Organisation und Ausrichtung in Frage. Das hat natürlich gravierende Auswirkungen auf die IT-Organisation. Schließlich ist kaum vorstellbar, dass die Informationsverarbeitung unberührt bleibt, wenn eine E-Commerce-Strategie aufgesetzt wird, das Unternehmen sich auf seine Kernprozesse verschlankt oder mit einem anderen fusioniert.

Allerdings führen vor allem die Herausforderungen des Digital Business zur Ablösung alter Paradigmen. So erklärte kürzlich Warren McFarlan, stellvertretender Direktor der Harvard Business School, dass Unternehmens- und IT-Strategie untrennbar miteinander verbunden seien. Die bisherige Lehrmeinung, wonach IT die Unternehmensstrategie zu unterstützen habe, werde dem Potenzial der neuen Technologien nicht mehr gerecht. Beispiele wie das des Discount-Brokers Charles Schwab zeigten, wozu Technologie-Einsatz Unternehmen befähige. Schwab hatte für das Internet-Business das gesamte Unternehmen umgekrempelt und sich in kürzester Zeit vom Finanzdienstleister zum weltgrößten Online-Broker gewandelt. Die wachsende Technologie-Abhängigkeit bringt natürlich auch mehr Verantwortung für den IT-Manager. Er müsse neben der Umsetzung künftig viel stärker beraten und seinen Vorstand "erziehen", erklärt McFarlan. Bleibt zu hoffen, dass solche Weiterbildungsversuche unternommen werden und auf fruchtbaren Boden fallen.