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18.01.1980 - 

Kompatible Datenbank-Schnittstellen setzen sich durch:

Umsetzprogramme senken Umstellungsrisiko

BONN (de) - In den Jahren 1975 und 1976 hat eine Arbeitsgruppe aus Vertretern von Bund, Ländern und Kommunalverwaltungen unter Vorsitz des Bundesministers des Innern kompatible Schnittstellen für Dateiverwaltungs-, Datenbank- und Datenkommunikationssysteme entwickelt (vergleiche CW-Nr. 48/79 vom 30. November 1979: "Kompatibilität ist die Schluckimpfung gegen Systemabhängigkeit") Mittlerweile werden diese Schnittstellen in zahlreichen kommunalen Rechenzentren eingesetzt (siehe auch nebenstehenden Beitrag "Datenbank-Misere zwingt zur Selbsthilfe"). Gleichwohl könnte die Verbreitung der Schnittstellen, insbesondere in der Wirtschaft, größer sein. Wer sich über die "Kompatiblen Schnittstellen" informieren will, kann drei Broschüren anfordern, die vom Bundesminister des Innern herausgegeben werden. Aus dem Vorwort zu den Broschüren:

Durch zweckmäßigen und wirtschaftlichen Einsatz der Datenverarbeitung unter Nutzung technischer Kommunikationsmöglichkeiten soll eine Steigerung der Leistungsfähigkeit der Träger öffentlicher Aufgaben erreicht werden. Hierbei ist es im öffentlichen Interesse notwendig, den Verwaltungsvollzug und die Bereitstellung von Planungs- und Entscheidungshilfen für Parlamente, Regierungen und Verwaltungen systemneutral - das bedeutet ohne firmenspezifische Abhängigkeiten - gestalten zu können und dem zunehmenden Kostendruck für Entwicklung und Pflege von DV-Anwendungen entgegenzuwirken.

Diesem Zweck dient ein ausbaufähiges Stufenkonzept definierter Software-Schnittstellen, das im Auftrage des Kooperationsausschusses ADV Bund/Länder/Kommunaler Bereich (KoopA ADV) von der Arbeitsgruppe "Kompatible Anwendungsprogrammierung" in Abstimmung mit Software-Herstellern und unter Berücksichtigung von Normungsarbeiten entwickelt worden ist.

Die Schnittstellen grenzen die Anwendungssoftware von den Basissystemen (Dateiverwaltungssysteme, Datenbanksysteme und Datenkommunikationssysteme) ab und bewirken damit eine Trennung des Verantwortungsbereiches des Trägers öffentlicher Aufgaben (als Nutzer von DV-Dienstleistungen) und des Verantwortungsbereiches des Herstellers von Basissystemen (als Anbieter von DV-Dienstleistungen). Dies hat den Vorteil, daß einerseits die Weiterentwicklung der DV-Anwendungen in der öffentlichen Verwaltung nicht durch firmenspezifische Basissoftware behindert wird und andererseits die Weiterentwicklung der Basissoftware durch die jeweiligen Herstellerfirmen unabhängig von der bereits vorhandenen Anwendungssoftware vorgenommen werden kann. Der Abbau des Umstellungsrisikos eröffnet für die öffentliche Verwaltung zudem die Möglichkeit, sich für die jeweils am besten geeignete Hardware und Basissoftware zu entscheiden.

Einer der wichtigsten Ansatzpunkte zur Senkung der Kosten für DV-Anwendungen besteht im übrigen darin, die Nutzung von Hardware und Basissoftware durch Vereinfachungen und Vereinheitlichungen zu erleichtern. So dienen die einheitlichen und aufwärts kompatiblen Schnittstellen-Festlegungen auch dazu, die Entwicklung und Pflege von Anwendungsprogrammen zu vereinfachen und Voraussetzungen für die Übertragbarkeit der Anwendungsprogramme zu schaffen. Dies ermöglicht die arbeitsteilige Entwicklung und gemeinsame Nutzung von Aufgabenlösungen trotz unterschiedlicher Hardware und Basissoftware.

Folgende Schnittstellentypen liegen vor:

KSDS: Kompatible Systemdatei-Schnittstellen

KDBS: Kompatible Schnittstellen für Datenbanksysteme

KLDS: Kompatible Schnittstellen für lineare Datenbanksysteme

KKDS: Kompatible Schnittstellen für komplexe Datenbanksysteme

KDCS: Kompatible Schnittstellen für Datenkommunikationssysteme

Die im Schnittstellen-Standard festgelegten Funktionen nutzen die Funktionen der Basissysteme, ohne in diese einzugreifen. Inzwischen erfüllen wichtige Basissysteme den Standard durch Bereitstellung von Umsetzprogrammen, die die Hersteller in ihr Produktspektrum aufgenommen haben. Bei der Entwicklung eines neuen Basissystems wurde der Standard direkt zugrunde gelegt, so daß eine Umsetzung in diesem Falle entfällt. Um den Einsatz an konkreten Beispielen zu unterstützen, hatte die Bundesregierung für die Fertigstellung von Umsetzprogrammen Förderungsmittel zur Verfügung gestellt.

Nach Vorliegen von Erfahrungsberichten, wonach möglich Laufzeiterhöhungen vernachlässigbar sind, hat der KoopA ADV den Einsatz der kompatiblen Schnittstellen in seine Empfehlungen zur übergreifenden Benutzung von Anwender-Konventionen eingeschlossen. Hiernach sollen nur solche Basissysteme angewendet werden, für die Umsetzprogramme vorhanden sind oder die die kompatiblen Schnittstellen in anderer Weise erfüllen.

Wegen der zentralen Bedeutung der kompatiblen Schnittstellen für die DV-Anwendungen in der öffentlichen Verwaltung ist bei Erweiterungen oder sonstigen Änderungen des Schnittstellenformalismus ein Abstimmungsverfahren unter Einschaltung der Arbeitsgruppe "Kompatible Anwendungsprogrammierung" vorgesehen. Diese Arbeitsgruppe wird vom Bundesminister des Innern bei Bedarf einberufen. Im übrigen hat der KoopA ADV pro Schnittstellentyp einen Ansprechpartner in der öffentlichen Verwaltung benannt, der die Wünsche sammelt, an den Anbieter der Schnittstellen heranträgt und die Benutzer in geeigneter Weise informiert. Als Ansprechpartner wurden benannt:

Für KSDS und KLDS: Datenzentrale Baden-Württemberg, Stuttgart;

für KDBS (KKDS): Bayerische Staatskanzlei, München;

für KDCS: Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf (Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik).

Neben ähnlichen Entwicklungen haben eine Reihe von Unternehmen aus der Wirtschaft die von der öffentlichen Verwaltung definierten Schnittstellen geprüft und zum Teil bereits mit eigenen Umsetzprogrammen eingeführt. Die intensive Mitarbeit von Hardware- und Softwareherstellern, die vorhandene und neue Umsetzprogramme in die Palette der eigenen Softwareprodukte aufnehmen, sichert langfristig die Pflege und die Einbeziehung in neue Basissysteme und neue Hardwareentwicklungen.

Die Broschüren sind in begrenzter Zahl erhältlich bei: Der Bundesminister des Innern, Postfach 170 290, 5300 Bonn 1, Geschäftszeichen O I 3 - 195250-3/1, angeben.