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07.02.1992 - 

Die Fortschreibung von Unix System V kommt schnell voran

Umsetzung des UI-Atlas durch zahlreiche Verträge gesichert

MÜNCHEN (CW) - Die Meldungen aus den Häusern Retix, Tivoli, SCO, HP und immer wieder USL zu UI-Atlas überschlagen sich. Eine Serie neuer Produkte und mehrere vertragliche Abkommen für weitere Gemeinschaftsentwicklungen lassen die Vorgaben des Rahmenplans der Unix international vom Herbst 1991 Realität werden.

Der Kommunikationsspezialist Retix hat ein Paket von OSI-Applikationen sowie verschiedene OSI-Stack-Produkte zum standardisierten Betreiben von Netzwerken im Unix-Bereich erstellt. Nach Angaben von Retix wurden die Softwarepakete speziell für Unix System V.4 entwickelt, um eine Implementation von OSI-Technologie und Unix-Umgebungen zu ermöglichen. Die ersten Auslieferungen gehen an Entwickler von Netzwerklösungen.

Migration zu den neuen APLI möglich

Das Retix-Set enthält folgende OSI-Applikationen: "MH440, 1984 X.400 MHS", "MP-130 X.400 to smtp Gateway", "MH-445 X.400 Gateway API", "DS-520 distributed Direktory Services" (mit XDS API), "FT-820 File Tranfer Access and Management" (FTAM) und "VT-720 Virtual Terminal". Diese Produkte unterstützen sowohl den neuen kombinierten Core-Stack als auch die bislang verwendeten OSI/LAN- und WAN-Transportsoftware von Retix. Dadurch wird eine Migrationsmöglichkeit zu den neuen APLI geboten.

Die Core-Stack-Produkte umfassen die "LT-610 LAN Transport"- und "WT-325 WAN Transport"-Software, den "AP-240 Presentation Syntax Manager" sowie das Programm "UL-220 APLI/Upper Layer". Alle diese Produkte unterstützen ebenfalls Release 3.0 von System V. Sie entsprechen ferner den US-Anforderungen der "GOSIP"-Richtlinien.

Die neue OSI-Linie von Retix ist Ergebnis der im Mai 1990 geschlossenen Kooperation des Unternehmens mit der "System-V-Mutter" und AT&T-Tochter Unix System Laboratories, USL. Ziel von Retix ist es, Software für integrierte OSI-Kommunikations-Plattformen zu unterstützen, die alle APIs (Application Programming Interface) enthalten, die den Richtlinien der Unix International entsprechen. (Siehe auch Seite 20)

Diese umfassen die Transport Library Interfaces (TLI), Data Link Provider Interface (DLPI) und das neue Programming Interface, das ACSE/Presentation Library Interface (APLI). Der Core-Stack von Retix ist eine Kernel-basierte Streams-Implementation des APLI. Die Presentation- und Session-Technologie stammt von USL.

Ein Abkommen zwischen der USL und Tivoli Systems schafft die formalen Voraussetzungen für die gemeinsame Entwicklung eines einheitlichen und offenen Rahmenwerks für Computersysteme und Netzwerk-Management.

Das Produkt wird auf der objektorientierten Entwicklung "Wizdom" basieren, was die Verwaltung von System- und Netzwerk-Ressourcen mit Hilfe von Icons und Mausbedienung ermöglicht.

Bereits der UI-Atlas enthält die Festlegung auf Wizdom für eine verbesserte Systemadministration. Zugleich verwendet die Open Software Foundation (OSF) die Tivoli-Technologie als Grundlage des Distributed Management Environments (DME). Wizdom kann mit den üblichen Unix-Kommandozeilen-Interfaces betrieben werden, arbeitet aber auch mit grafischen Benutzeroberflächen wie Open Look, OSF/Motif und dein X/Windows-System.

Implementation von Desktop-Unix-Systemen

Durch das "Early Access Programme" der Unix International (UI) ist deren Mitgliedern ein von der USL erstelltes sogenanntes "Pre-Release" der Desktop-Version von Unix System V im erweiterten Release-Stand 4.1 zugänglich. Damit können die UI-Mitglieder mit der Arbeit zur Implementation von Desktop-Unix-Systemen beginnen und Produkte nach der demnächst folgenden generellen Freigabe von Desktop SVR4.1 schneller anbieten.

Der Source Code wird von der USL als "binary ready" ausgeliefert und soll sehr schnelle Implementierungen erlauben, solange nicht Eigenerweiterungen vorgenommen werden. Angeblich arbeiten NEC und Fujitsu bereits an einer Kanji-Version. Als eine der ersten Umsetzungen wird ein Desktop. Produkt namens "Unix Lite" von Univell, der gemeinsamen Tochter von USL Lind Novell, erwartet.

Das Pre-Release folgt nach UI-Angaben den Spezifikationen, die eine "Desktop Requirement Workgroup" der UI im vergangenen Jahr festgelegt hat. Diese Leistungsmerkmale sind konsistent steigt mit der "System V Roadmap" und dem UI-Atlas. Die USL hat sich verpflichtet, die voll der Gruppe definierten Anforderungen zu unterstützen und sie als Teil der UI-Atlas "Application Programming Interfaces Library," zu veröffentlichen.

Die erste Ausgabe der API-Library liegt jetzt ebenfalls vor. Die Sammlung technischer Spezifikationen für APIs im Rahmen des UI-Atlas ist vor allem eine Entwicklungsrichtlinie für Hersteller und Systemintegratoren bei der Entwicklung von Lösungen für offene Systeme.

Bei der Festlegung , von Standards für offene Systeme wichtige Institutionen wie die X/Open, die Europäische Kommission, das National Institute of Standards (NIST) der USA sowie die International Standards Organisation (ISO) erhalten die API-Library zur Verfügung. Als Teil des UI-Atlas-Programms wurden bereits 40 unterschiedliche APIs definiert. von denen 21 in der ersten Auflage der Library enthalten sind. Die Library wird regelmäßig ergänzt und auf den neuesten Stand gebracht.

Mit Hewlett-Packard ist seitens der USL eine Vereinbarung für Technologieaustausch geschlossen worden. HP wird Leistungsmerkmale für da", C + + der USL bereitstellen. Die Ankündigung ist Folge einer engen Kooperation zwischen beiden Unternehmen während der Entwicklung eines "Exception Handling"-Systems bei HP.

Diese Technologie erlaubt Programmierern nach Angaben der USL, leicht und schnell mit unvorhergesehenen Ereignissen oder Betriebszuständen umzugehen, an denen sich ein Computersystem "aufhängen" und damit das Anwendungsprogramm stoppen kann. Das gleichfalls angekündigte C + + Release 3.0 von HP schließt dieses Leistungsmerkmal ein. Die USL will den Zusatz nach eigenen Angaben "in das nächste wesentliche Release" von C+ + einschließen.

Schließlich haben noch die USL, die Santa Cruz Operation (SCO) und die Information Management (Company (IMC) ein Abkommen über den Vertrieb des USL Produktes Tuxedo an Anwender von SCO Open Desktop und SCO Unix SVR3.2 geschlossen. Damit könnte dieses Transaktions-Verabeitungssystemen auch in kritischen Anwendungen auf kleineren Rechnern mit 386- und 486-Basis genutzt werden. Die Optimierung von Tuxedo auf die SCO-Basis wird von IMC durchgeführt, die auf Online-Transaktionsverarbeitung spezialisiert ist.