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07.12.1984 - 

Amerikanische Emhart-Corporation will "Software-Tohuwabohu " beseitigen:

Umstellung auf neues DB System verspricht hohe Integration

MÜNCHEN (CW) - Für ein einheitlicheres Bild Ihrer DV-Landschaft will jetzt die Emhart-Corporation sorgen. Der multinationale Hersteller von Hardware, elektronischen Bauelementen, Maschinen und chemischen Produkten implementiert derzeit das Datenbanksystem IDMS/R von Cullinet mit der dazugehörigen Anwendungssoftware. Unternehmensangaben zufolge fiel die Wahl auf das Bostoner Datenbanksystem, weil es die Funktionen einer operativen DB-Netzwerkstruktur mit den Eigenschaften einer endbenutzerorientierten Architektur vereinigt.

Bereits 1981 entschloß sich der Emhart-Konzern, neue Wege in der Datenverarbeitung zu beschreiten. Nachdem die in der Vergangenheit verfügbare Hard- und Software ohne größere Koordinierungsmaßnahmen eingesetzt worden war, plädierten die DV-Bosse nun für eine "durchgängige" Informations-Management-Strategie.

Dave Dandro, Direktor der Abteilung Datenverarbeitung der Unternehmenszentrale in Farmington, Connecticut erinnert sich: "Wir suchten nach einer Philosophie, die flexibel genug ist, unsere zukünftigen Wachstumsanforderungen abzudecken". Um die Vielzahl der vorhandenen Systeme auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen, untersuchte der amerikanische Manager mit seiner Mannschaft etwa 15 Monate lang die unterschiedlichsten Softwareprodukte. Der zu diesem Zwecke angelegte Pflichtenkatalog enthielt neben der Festlegung allgemeiner Informationsbedürfnisse Kriterien für die Fertigung in unterschiedlichen Industriezweigen. Insbesondere die Logistik-Software für die Produktionsbetriebe sowie das Finanzsystem sollten durch ein Datenbanksystem voll integriert, gesteuert und standardisiert werden. So nahm die Emhart Corporation neben den Softwareprodukten von Cullinet auch Datenbanksysteme von Cincom, ADR und IBM sowie die PPS-Systeme Ampas von Comservs, Copics von IBM und Mapacs von Arthur Anderson unter die Lupe. Daß sich das Unternehmen schließlich für IDMS/R und die Finanz- sowie Produktionsplanungsprogramme von Cullinet (die Produkte werden in Deutschland unter dem Namen ILOS von dem Wilhelmshavener Softwarehaus ADV/ORGA F. A. Meyer AG vertrieben) entschied, ist aus Firmensicht in erster Linie auf die Flexibilität dieser Software zurückzuführen.

Außerdem habe die vollständige Integration sowohl der Datenbasis als auch der Anwendungen und der Endbenutzersysteme eine Entscheidung zugunsten des Bostoner Unternehmens fallen lassen. Als Manko werteten die DV-Verantwortlichen indes die eingeschränkte Verfügbarkeit des DB-Systems: IDMS/R sei nur auf IBM- und Siemens-Maschinen einsatzfähig. Da jedoch ein Teil der Emhart-Niederlassungen auch Anlagen von Univac, DEC, Data General, Honeywell und Burroughs installiert habe, müßten hier entweder andere Datenbanksysteme verwendet oder die Hardware umgestellt werden.

Bisher setzte Emhart Finanz- und Fertigungsanwendungen ein, die in konventionellen Programmiersprachen erstellt wurden und dementsprechend wartungsintensiv waren.

Die Ermittlungen des Unternehmens mit insgesamt 96 Fabrikationsstätten ergaben, daß Tools der vierten Generation zur Programmentwicklung, wie etwa OLQ, ASF oder ADS/O, die Softwarewartung wesentlich erleichterten. Letzteres Anwendungsentwicklungssystem stammt von Cullinet und paßt in das IDMS/R-Konzept, wodurch sich laut Emhart die Wahl dieses Herstellers erneut angeboten habe. Nochmals Dave Dandro: "Eine einheitliche Softwarearchitektur eleminiert nicht nur die Einarbeitungs- und Trainingszeiten für unterschiedliche Tools, sondern ermöglicht es uns, maßgeschneiderte Applikationen zu erstellen, anstatt für einzelne Werke und Niederlassungen unterschiedliche Systeme einzusetzen."

Durch die Neuorganisation der Software werde die Kommunikation zwischen den einzelnen Emhart-Betrieben verbessert. Somit könnten auch die kleineren Niederlassungen am Gesamtsystem partizipieren und damit ihre Effizienz steigern.

Von Vorteil ist es, laut Emhart ferner, daß das Unternehmen nun in die Lage versetzt wird, eine Zehn-Jahres-Strategie für die firmeneigenen Informationssysteme festzulegen. Dieser Plan beinhalte unternehmensweite Standards sowie spezifische Strukturen für die einzelnen Werke und Niederlassungen.