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05.06.1987 - 

VSSP-Anwender ist über Dilettantismus des Marktführers verärgert:

Umstellung auf VM/XA legt RZ-Betrieb lahm

MÜNCHEN-Migrations-Frust auf der ganzen Linie: Was d einem Münchner Anwender bei der geplanten Betriebssystem-Umstellung von MVS/SP auf VM/XA als, problemlose Konvertierung" verkaufte, entpuppte sich für das betroffene Unternehmen bald als ein Ärgernis. Noch steht der zum Jahreswechsel installierte IBM-Jumbo 3090-50E nutzlos herum.

"Höchstens vierzehn Tage hätte die gesamte Umstellung laut IBM dauern sollen-jetzt basteln die System-Strategen schon seit über acht Wochen daran", kritisiert der

Geschäftsführer des Münchner Unternehmens den laschen Software-Support des Branchenprimus. Der Manager, der den Namen seiner Firma aus Angst vor eventuellen Repressalien des Marktführers nicht nennen möchte (Name ist d. Red. bekannt), sieht das wachsende Tohuwabohu in seiner Datenverarbeitung mit Besorgnis: "700 angeschlossene Bildschirme und 250 POS-Terminals im 24-Stunden-Betrieb sind kein Pappenstiel. Wir sind bereits am Überlegen, ob wir die XA-Umstellung nicht aufgeben. "

Mitte vergangenen Jahres waren die Münchner dem von IBM seit langem propagierten Migrationspfad auf die XA-Linie gefolgt, "wir hatten bis dahin zwei 4381-Rechner unter MVS/SP im Einsatz. Bei einem Wechsel auf die, Extended Architecture (XA) hat uns die IBM eine Leistungssteigerung von 95 Prozent im Produktionsablauf versprochen", erinnert sich der Geschäftsführer aus der bayerischen Landeshauptstadt. Zudem habe der vorgelegte Drei- Stufen-Plan für die Umstellung mit dem Zwei-Rechner-Konzept verlockend einfach ausgesehen: Hardware installieren, VM installieren, Produktionssystem drunterhängen.

Die Münchner installierten eine IBM 3090-150E als künftigen Produktionsrechner unter VM/XA, und verkauften eine ihrer beiden 4381-Maschinen. Bereits in den ersten Tagen traten im neuen Betriebssystem sporadisch Fehler auf mit dem Ergebnis: VM läuft instabil, die verbliebene 4381 als derzeitiger Produktionsrechner stürzt mit ab. Dagegen hatte die IBM den Bayern noch Mitte 1986 ihr VM/XA als ein zuverlässiges und im Einsatz befindliches System vorgestellt.

Seit mehr als acht Wochen versucht nun der Marktführer, das Betriebssystem mit Hunderten von PTFs nachzurüsten. "Einfach dilettantisch", ärgert sich der verprellte Firmenchef, "aber das ist ja die eigentliche Crux, daß man die fast vier Millionen Mark teure Maschine erst installieren und bezahlen muß, bevor die IBM mit der Konvertierung beginnt." Diese Trennung zwischen

Hard- und Software sei aber in der heutigen Datenverarbeitung ein "Ding der Unmöglichkeit".

War der Manager bei der 3090-Installation mit dem technischen Support des Branchenriesen noch mehr als zufrieden, empfindet er nun die Software-Unterstützung der Stuttgarter System-Ingenieure geradezu als eine Umkehr der Prioritäten: "Trotz höchster vertraglich abgesicherter Wartungsstufe liegt hier der Schwarze Peter vielfach beim Kunden. Von einer vergleichbaren Unterstützung, wie sie IBM bei Hardwareproblemen bietet, können wir im Softwarebereich nur träumen." So sieht er seine zwei Systemprogrammierer, die sich eigentlich hauptamtlich mit der Programm- Konvertierung befassen sollten, derzeit "zu Handlangern der IBM degradiert".

"Kein Einzelfall", kommentiert dazu Falk Brauckmann, Geschäftsführer der Gedos GmbH aus Meerbusch, "dabei ist die Migration von MVS/SP auf XA eigentlich eine simple Sache". In MVS/SP seien bereits alle Exits für die XA-Komponenten enthalten; eine Umstellung dauere gewöhnlich maximal eine Woche.