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25.08.1978 - 

Anwenderbericht Deutsche Bundesbahn:

Umstellungsaufwand beim Plattenwechsel erheblich reduziert

FRANKFURT - Zwei Jahre lang suchte die Deutsche Bundesbahn (DB) nach einer Lösung, die es ermöglicht, in ihren sieben Rechenzentren die Plattenstapel auszutauschen, ohne den laufenden Betrieb durch diesen Umstellungsaufwand zu beeinträchtigen. "Das Problem hierbei war", so Gerhard Karl, Dezernent der Bundesbahn-Zentralstelle für Betriebswirtschaft und Datenverarbeitung in Frankfurt, "bei den unvermeidlichen Programmänderungen auf unseren DOS/VS-Systemen während der Konvertierung den Durchsatz zu erhalten".

Insgesamt laufen bei der Bundesbahn etwa 6000 unterschiedliche Programme, davon sprechen gut 80 Prozent Plattendateien an. Jetzt ist es so weit: In der Zeit vom Mai bis August 78 wird die gesamte Plattenperipherie ausgetauscht. Problemlöser war das Plattenplatz-Verwaltungspaket CA-DYNAM/D der Computer Asociated, Dortmund.

Um den Transport von etwa 1500 Millionen Passagieren und 307 Millionen Tonnen Fracht pro Jahr auf einem Strekkennetz von über 66 000 Kilometern optimal zu organisieren, betreibt die Deutsche Bundesbahn sieben EDV-Zentren in Frankfurt, Essen, Köln, Nürnberg, Stuttgart, Saarbrücken und Hamburg. In jedem dieser Rechenzentren steht eine IBM 370/135 DOS/VS mit Power/VS.

"Die Schwierigkeit des Betriebssystems DOS/VS ist - wie auch schon vorher beim DOS -, daß nicht automatisch der wirtschaftlichste und sinnvollste Einsatz von Plattenbereichen möglich ist", beschreibt Karl den erforderlichen Plattenaustausch: "Auch unter dem virtuellen Betriebssystem DOS/VS bestimmt allein der Programmierer oder die Arbeitsdurchführung exakt den Platz auf der Platteneinheit, auf dem die Daten gespeichert werden sollen."

Um nun bei einem eventuell vergrößerten Datenbestand ohne Änderungen der Steuerkarten arbeiten zu können, ist es bei den Anwendern üblich, einen mindestens um 35 Prozent größeren Bereich anzugeben. Karl: "Dieses Verfahren ist im Gegensatz zu anderen Betriebssystemen unflexibel und bedingt bei der Arbeitsdurchführung unter anderem, daß die Plattenstapel häufig gewechselt werden müssen, obwohl die verfügbare Plattenkapazität nicht voll genutzt wird."

50 Prozent der Zeit gespart

Mit dem Plattenplatzverwaltungsprogramm CA-Dynam/D wurde der Engpaß im DOS/VS-Betriebssystem beseitigt. Die DB-EDV-Experten schätzen, daß durch den Einsatz des Paketes der ursprünglich geschätzte Umstellungsaufwand um etwa 50 Prozent reduziert werden konnte. Künftig soll es auch keine Rolle mehr spielen, wo auf der Platte die jeweiligen Dateien angelegt werden. Der Programmierer oder Arbeitsvorbereiter benötigt als Definition neben dem Kennsatz lediglich noch die Bezeichnung (Vol-Nr.) der Platte oder eine Gruppenbezeichnung von mehreren Platten (Pool-Verarbeitung) sowie die Anzahl der benötigten Spuren, um den Platz für die Datei zuzuordnen.

Eine Änderung der bestehenden Programme durch den Plattenwechsel ist bei der Deutschen Bundesbahn nicht erforderlich, da hierfür die "Device-Independence"-Funktion von CA-Dynam/D aktiv wird.

Als wesentlichsten Vorteil des CS-Paketes sehen Karl und seine Spezialisten, "daß beim Abschluß einer Datei automatisch der angeforderte, jedoch nicht benötigte Plattenplatz freigegeben wird und so umgehend wieder verwendet werden kann".

Probleme gab es allerdings beim gleichzeitigen Einsatz von CA-Dynam/D und dem IBM-Sort: Die vom Sort erstellten Dateien können während des Sortlaufs nicht unter die Steuerung des Plattenplatz-Verwaltungssystems gestellt werden. Als sich auch noch weitere Software-Schwierigkeiten einstellten, beschloß die DB-Zentrale kurzfristig, den CA-Sort, der ein Interface zum CA-Dynam/D hat, einzusetzen.

Nachdem CA-Dynam/D bei der DB seit etwa drei Monaten läuft, konnten die EDV-Spezialisten feststellen, daß nicht nur der Umstellungsaufwand reduziert wurde, sondern auch der Plattenplatz jetzt dynamisch und optimal verwaltet wird, die Anzahl der Job-Control-Anweisungen erheblich weniger wurden und die "Device-Independence-Routene es heute jederzeit ermöglicht, auf einen anderen Plattentyp umzusteigen".