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23.02.2001 - 

Kolumne

UMTS löst tiefe Kriese

Nachher sind immer alle schlauer. Die kolossalen Ausgaben der Telecom-Carrier für die UMTS-Lizenzen waren übertrieben. Ungerecht waren sie obendrein, weil in anderen Ländern wie Spanien ein Ausschreibungsverfahren ausreichte, um die begehrte Lizenz wesentlich preiswerter zu ergattern. Damit sparten die TK-Platzhirsche in ihren Heimatländern eine Menge Geld und konnten die Lizenzpreise in Großbritannien und Deutschland in die Höhe treiben. Ungeschickt, weil scharf aufs schnelle Geld, verhielt sich auch die deutsche Regierung. Zum einen legte sie dem Exmonopolisten Telekom durch die Regulierungsbehörde Fesseln an, und zum anderen schröpfte sie ihn durch die "verdeckte Gewinnausschüttung", die die Auktion dem Finanzminister brachte.

Aber das alles geschah bereits im Sommer 2000. Die Zahlen lagen schon damals auf dem Tisch. Bereits vor der Auktion berichtete die CW über die hohen Kosten, die der Aufbau von UMTS-Netzen und Infrastruktur mit sich bringen würde, sowie über die ungewissen Geschäftsaussichten. Nur waren vor gut sechs Monaten Anleger und Analysten noch berauscht von den Aussichten eines breitbandigen Mobilfunks. Außerdem hatten die Carrier keine andere Wahl, als mitzusteigern. Hätten sie gekniffen, wären sie von Analysten und Börse böse abgestraft worden.

Die jetzt herrschende Katerstimmung ist nicht übertrieben. Angesichts des harten Wettbewerbs, der die Preise sehr schnell nach unten drücken wird, dürfte bei Kosten von 60 Euro pro UMTS-Kunden und Monat mit klassischen Sprach- und Datendiensten nur sehr schwer Geld zu verdienen sein.

Die gleichen Analysten, die noch im letzten Sommer UMTS-Lizenzen als überlebenswichtig bezeichnet hatten, empfehlen den kleineren Carriern nun, zu fusionieren, um Kosten für Lizenzen und Infrastrukturaufbau gemeinsam zu schultern. Doch auch das ist kein Patentrezept. Die getätigten Ausgaben bleiben, und die Aufwände für die Infrastruktur steigen angesichts größerer Gebiete eher weiter an. Als wenn das nicht reichen würde, spielen sich diese Szenarien auch noch vor dem Hintergrund stark gestiegener Kapitalkosten ab.

Die Konsolidierung des TK-Marktes allein wird die Situation nicht entschärfen. Gefragt sind Services, für die Kunden bereit sind, mehr zu zahlen als für ihr heutiges Handy. Zwar sind die ebenfalls noch nicht in Sicht, aber ein bisschen Hoffnung bleibt.

Apropos Hoffnung: Für die Telekom könnte dieses Mal Finanzminister Hans Eichel etwas Gutes tun. Er will die Regulierungsbehörde an die kurze Leine nehmen. Das hilft zwar dem Markt nicht, könnte aber dem schwer unter Druck geratenen Ron Sommer eine Atempause verschaffen.