Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

07.05.1999 - 

In Japan startet der Mobilfunkstandard zuerst

UMTS nimmt im Jahr 2002 den Betrieb in Europa auf

MÜNCHEN (CW) - Die Mobilfunkanbieter buhlen mit immer neuen Features um Kunden - zum Beispiel mit Datendiensten. Allerdings stoßen handelsübliche Handies an die Grenzen ihrer Kapazität, sobald neben Sprache auch Daten übertragen werden sollen. Der Mobilfunkstandard Universal Mobile Telecommunications System (UMTS) verspricht, hier Abhilfe zu schaffen.

Daten- und Mitteilungsdienste erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Entsprechend entwickelt sich das Angebot der Mobilfunkgesellschaften in diese Richtung. Rund 150 Millionen SMS-Kurznachrichten (SMS = Short Messaging Service) werden inzwischen im Monat allein in den Netzen D1 (von T-Mobil) und D2 (von Mannesmann Mobilfunk) verschickt. Bei E-Plus hat sich die Zahl dieser Kurzmeldungen in den vergangenen sechs Monaten von ehemals acht auf rund 26 Millionen gesteigert, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet. Da der Datenverkehr erheblich mehr Netzkapazität benötigt als die Übermittlung von Sprache, entsteht hier ein Engpaß.

Als Übergangslösung streben T-Mobil und Mannesmann Mobilfunk die Nutzung des Frequenzbereichs um 1800 Megahertz an, die die Bonner Regulierungsbehörde in der nächsten Zeit versteigern wird. Bisher verwenden nur die E-Netze Teile des 1800-Megahertz-Bandes. Noch größere Datenraten verspricht der Mobilfunkstandard UMTS. Das ist die dritte Generation des Mobilfunks, nach den alten analogen Systemen (C-Netz) und dem heute eingeführten Standard Global System of Communications (GSM). Im Jahr 2001 wird UMTS zuerst in Japan an den Start gehen. Dort und in Nordamerika spielt GSM kaum eine Rolle, weil die dafür nötigen Frequenzen anderweitig belegt sind. Im Jahr darauf soll in Europa der Regelbetrieb beginnen.

UMTS ist für weltweiten Einsatz konzipiert

Von UMTS erhoffen sich Handy-Besitzer eine Verbesserung der Gesprächsqualität, weniger Verbindungsabbrüche in Großstädten sowie eine bessere Versorgung von Nordamerika und Japan. Das neue Funktelefon beschränkt sich von vornherein nicht auf Europa, wo sich GSM durchgesetzt hat, sondern es ist für den weltweiten Einsatz konzipiert. In den meisten Industrieländern sind bereits die Frequenzbereiche von 1,9 bis 2 und von 2 bis 2,2 Gigahertz dafür reserviert worden.

Der relativ große Bandbreitenbedarf erklärt sich damit, daß UMTS zwei konkurrierende Übertragungsverfahren unterstützt (Frequency Division Duplex = FDD, ehemals Wideband-CDMA, und Time Division Duplex = TDD, früher TDMA). Für die Versorgung großflächiger Regionen eignet sich FDD. Das Verfahren verwendet für Hin- und Rückkanal verschiedene Frequenzen und transportiert 384 Kbit/s.

Wegen der hohen Funkverkehrsdichte sollen Ballungsgebiete über den TDD-Modus versorgt werden. Er ermöglicht 64 Gespräche auf einer Frequenz und einen asymmetrischen Datenaustausch mit Raten bis zu 2 Mbit/s. Das asymmetrische Verfahren läßt sich beispielsweise für das Laden aus dem Internet einsetzen, da in der Gegenrichtung gewöhnlich geringere Datenmengen anfallen. GSM-Netzbetreiber wie die Mannesmann Mobilfunk GmbH in Düsseldorf, die sich auch um eine UMTS-Lizenz bewerben, rechnen damit, daß in 15 bis 20 Jahren die Übertragung von Daten zwei Drittel der gesamten Mobilfunknutzung ausmacht.