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04.02.1994

Umweltschutz faengt bei der Konstruktion an HP recycelt nun europaweit nicht nur die eigenen Altgeraete

GRENOBLE (CW) - Die durchschnittliche Lebenszeit eines PCs betraegt zirka acht Jahre. Bislang stand der Anwender vor der Frage, wie er danach das Geraet wieder loswerden koenne. Hewlett-Packard bietet nun einen europaweiten Ruecknahmeservice an.

Bundesumweltminister Toepfers Elektronikschrottverordnung, die die Ruecknahmeverpflichtung von Altgeraeten spezifizieren soll, konnte nicht wie geplant am 1. Januar dieses Jahres in Kraft treten. Uneinigkeit besteht bei Herstellern, Verbaenden und Umweltschuetzern ueber die Ausgestaltung der Verordnung. Verschiedene DV-Hersteller, seit laengerem hellhoerig geworden angesichts drohender Gesetze in den einzelnen Laendern, versuchen, mit individuellen Loesungen der Schrottberge Herr zu werden.

Hewlett-Packard hat sein Recycling-Zentrum in Grenoble angesiedelt. Dort wurden 1993 monatlich 100 Tonnen Altgeraete angeliefert. Damit hat sich seit dem Start des Wiederverwertungprogrammes 1989 die Menge verzehnfacht. Mittlerweile beschaeftigt HP in der Abteilung 14 Arbeitnehmer und arbeitet kostenneutral.

Firmen-CEO Lew Platt gab 1992 ein Umweltmotto aus, das in das Drei-R-Prinzip umgesetzt wurde: Reduce, Reuse, Recycle. Das bedeutet, dass alle hergestellten Produkte inklusive Handbuechern und Verpackung schon beim Design auf ihre Umweltvertraeglichkeit hin untersucht werden. So verringerte sich beispielsweise die Anzahl der in einem HP-PC verwendeten Komponenten von 1650 Stueck im Jahr 1988 auf 440 Teile 1992.

Umweltschutz nach dem Drei-R-Prinzip

Neben der Reduzierung von Gewicht und gefaehrlichen Stoffen wie Brom, das nun nicht mehr zur Eindaemmung der Entflammbarkeit von Gehaeusen verwendet wird, gehen Forderungen der Recycler wie Modularitaet, Aufruestfaehigkeit und einfaches Zerlegen in die PC- Konstruktion ein.

Das Verwenden von sortenreinen Materialien, die Kennzeichnung der Kunststoffe, die Entwicklung von Leiterplatten auf Folienbasis und der Einsatz von sogenannten Goldcap-Kondensatoren anstatt Batterien fuer die Realtime-clock sind auf die Forderungen der Oekologen zurueckzufuehren.

Nach Anlieferung der Altgeraete werden sie zerlegt und die als Ersatzteile brauchbaren Komponenten aussortiert. Danach beginnt der Recycling-Prozess, der beispielsweise Leiterplatten mit ihren teilweise hochwertigen Materialien aussondert. Ziel ist eine moeglichst sortenreine Trennung aller Komponenten. Mit langwierigen Verfahren extrahieren Spezialunternehmen die Grundstoffe, die danach als Rohstoffe fuer neue Produkte dienen.

Einheitliche Regelungen fehlen

Was uebrig bleibt, wird auf unterster Stufe wiederverwendet. So fuettert man mit den Kunststoffteilen - als Erdoelersatz - Heizkraftwerke oder gewinnt daraus Stossdaempfer fuer Fahrzeuge. Problematisch bleiben Bildroehren, Batterien und Kondensatoren.

Eine weitere Schwierigkeit, mit der die Hersteller zu kaempfen haben, liegt nach Aussagen von Jean-Marie Kauffmann, HPs Manager fuer Gesundheit und Sicherheit in Grenoble, in den unterschiedlichen Gesetzeslagen der belieferten Laender. Regelungen, die zumindest europaweit Gueltigkeit haetten, waeren wuenschenswert und koennten auch Kosten senken. Ausserdem fehlt eine herstelleruebergreifende Datenbank, in der alle verfuegbaren Infor- mationen ueber die eingesetzten Materialien eines Geraets gespeichert sind, da nicht nur HP auch Altgeraete anderer Hersteller recycelt.