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13.07.1990 - 

Den Zuschlag erhielt GM-Tochter EDS

Umweltstiftung WWF legt die gesamte IV in eine Hand

FRANKFURT (qua) - Einen zweiten Outsourcing-Kunden konnte die Electronic Data Systems Deutschland GmbH (EDS) gewinnen: Die General-Motors-Tochter mit Sitz in Rüsselsheim besorgt jetzt nicht nur für ihre Konzernschwester Adam Opel AG, sondern auch für die deutsche Zentrale des World Wide Fund for Nature e.V.(WWF) die gesamte Informationsverarbeitung.

Offenbar interessieren sich neuerdings auch kleinere Anwender für das bereits von einigen Großunternehmen praktizierte Outsourcing; Hans-Otto Jansen, zuständig für Rechnungswesen und Verwaltung bei der Frankfurter Umweltstiftung, sieht sogar "die Zukunft darin." Zum einen sei es - besonders für einen auf den Idealismus seiner Mitabeiter angewiesenen Arbeitgeber - schwierig, gute DV-Leute vom Markt zu bekommen. Zum anderen schaffe die Auslagerung der DV-Aktivitäten eine "kalkulierbare Größe", indem sie den Anwender unabhängig von Operatoren und Programmierern mache.

Bislang vertraute der WWF die Adressen- und Spendenverwaltung einem "Fulfillment Haus" an - eine Lösung, die sich, so Jansen, als aufwendig und fehlerträchtig erwiesen habe. "Die Fehler kamen daher, daß wir mit dem Fulfillment-Haus nicht im Online-Verbund standen", erläutert der WWF-Mitarbeiter. Außerdem spreche vieles dafür, bezüglich aller Anwendungen denselben Ansprechpartner zu haben.

Bei der Entscheidung für EDS sei ins Gewicht gefallen, daß der 57 000 Mitarbeiter zählende Dienstleister weltweit agiere. Die WWF-Zentrale im schweizerischen Glan betrachte das Abkommen zwischen ihrer deutschen Niederlassung und dem Service-Unternehmen nämlich als Pilotprojekt für ein weltweites Dienstleistungs-Abkommen.

Von daher erscheint die tatsächliche Größe des neuen EDS-Kunden in einem neuen Licht. Doch ungeachtet des Geschäftsvolumens bedeutet der jetzt unterzeichnete Vertrag mit dem WWF für die Rüsselsheimer in jedem Fall einen Prestigegewinn - zumal das Servicehaus laut offizieller Pressemitteilung im Umweltschutzbereich "große Zukunftschancen" für die Datenverarbeitung sieht.

Die Vertragsdauer wurde auf fünf Jahre festgelegt. Während dieser Zeit wird EDS für die Umweltschutz-Organisation sowie die ihr angeschlossenen Unternehmen Panda Fördergesellschaft für Umwelt mbH und Panda Versand die komplette Informationsverarbeitung aufbauen, betreiben und warten.

Mit Hilfe einer IBM-Maschine des Typs AS/400 und Standardsoftware von der Kölner Soba AG sowie einer Standleitung zu 13 Terminals in der Frankfurter WWF-Zentrale verwaltet das Service-Unternehmen demnächst 125 000 Adressen und Fördererkonten. Außerdem wickelt es die Finanzbuchhaltung ab und betreibt ein Warenwirtschaftssystem.

Wie der WWF-Mitarbeiter Jansen mitteilt, erfordert der laufende Betrieb auf der EDS-Seite zwei DV-Spezialisten. Die Datenerfassung ist Sache des Kunden, dem dafür sieben Mitarbeiter zur Verfügung stehen.

Ob der Anbieter dem gemeinnützigen Unternehmen Sonderkonditionen einräumt, ließ sich nicht ermitteln: Über den Preis der EDS-Leistungen bewahren beide Partner Stillschweigen. Immerhin bezeichnet Jansen die künftige Lösung - verglichen mit der bis dato praktizierten - als kostengünstiger.