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01.03.1991 - 

Zunehmende IBM-Konkurrenz und Imageprobleme

Unabhängige Leaser sehen sich durch Quasi-Monopol bedroht

MÜNCHEN (CW) - Trotz steigender Umsätze verzeichneten die europäischen Leasingunternehmen im vergangenen Jahr einen dramatischen Rückgang der Gewinne. Verantwortlich dafür, so ECLAT-Generaldirektor Geoff Sewell, sei wachsender Wettbewerbsdruck, der vorrangig von IBMs Leasingaktivitäten, aber auch von der zunehmenden Aggressivität des Marktführers im Handel mit gebrauchtem DV-Equipment ausgehe.

Die Preispolitik und das Marktverhalten von Big Blue sind folgerichtig auch die Themen, mit denen sich die herstellerunabhängigen Leaser an erster Stelle auseinandersetzen (Grafik). Das geht aus einer Studie der Gartner Group Inc. im Auftrag der European Computer Leasing & Trading Association (ECLAT) hervor. Das Marktforschungs-Unternehmen befragte unabhängige europäische Leasinganbieter über ihre Geschäftserfolge und ihre Einschätzung der Industrie. Wegen zu früher Antwort-Deadline nicht in den Ergebnissen niederschlagen konnte sich das derzeit am heißesten diskutierte Branchenthema: Die Klagen der IBM gegen drei Leasing- und Handelskonkurrenten, darunter den größten unabhängigen Leasinganbieter Comdisco.

Im Durchschnitt des Jahres 1990 setzten die befragten Unternehmen rund 275 Millionen Mark um, eine Steigerung gegenüber 1989 um knapp 41 Prozent. Der Gewinn vor Steuern sank hingegen von über 50 Millionen auf 15,6 Millionen Mark im Umfrage-Zeitraum.

Entsprechend dramatisch präsentiert sich der Margenverfall: Nur noch 5,7 Prozent Brutto-Umsatzrendite verzeichnen die Independents. 1989 hingegen floß noch mehr als ein Viertel der umgesetzten Gelder in die eigenen Kassen.

Das Image wird immer wichtiger

Auch die Steigerung dies Geschäftsvolumens erscheint in einem weniger positiven Licht: Laut Studie beschäftigen die Leaser nämlich im Durchschnitt 52 Angestellte im verkaufsfremden Bereich; 1989 waren es lediglich 28 gewesen.

Der Umsatz pro Kopf sank demzufolge von 4,07 Millionen auf 3,82 Millionen Mark.

Die Marktteilnehmer müssen sich umorientieren und haben das offenbar bereits akzeptiert. Zusätzliche Dienstleistungen auf hohem Niveau, so eine Erkenntnis der Studie, werden von den Anbietern zunehmend als Chancen der Zukunftssicherung und Ergänzung beziehungsweise Alternative zum reinen Finanzierungsgeschäft wahrgenommen.

Das Image der Branche, die seit dem chaotischen Kollaps von Atlantic Computers im vergangenen Jahr mehr denn je mit dem Ruf der Unseriosität zu kämpfen hat, wird den Unternehmen selbst immer wichtiger.

Landete die Frage 1989 noch auf Rang sieben der wichtigsten Themen, verzeichnet das jetzt vorgelegte Ergebnis den vierten Platz: Mehr als 35 (1989 waren es lediglich 13,7) Prozent der Befragten hielten den kollektiven Leumund der Branche für einen der drei entscheidendsten

Punkte für sich und die gesamte Leasingszene.

Atlantic selbst verabschiedete sich mit einem Aufmerksamkeits- und Bedeutungswert von 13,5 Prozent und Rang sieben der am heißesten diskutierten Ereignisse aus der Reihe der wirtschaftlich eigenständigen

herstellerunabhängigen Leasingunternehmen.