Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

05.01.1984 - 

ICAO-Abschlußbericht bestätigt menschliches Versagen:

Unachtsamkeit führte zu Jumbo-Abschuß

MONTREAL (kw) - Als wahrscheinlichste Erklärung für die Kursabweichung des koreanischen Jumbos, der am 1. September von den Sowjets abgeschossen wurde, gilt menschliches Versagen. Der abschließende Untersuchungsbericht der Civil Aviation Organization (ICAO) geht davon aus, daß der koreanische Pilot einem von zwei möglichen Irrtümern erlag.

Die Studie verneint Theorien, nach denen das Flugzeug vom normalen Kurs aus Gründen der Benzineinsparung abwich ebenso wie die Möglichkeit eines Hijacking oder den Ausfall von Navigationsinstrumenten. Die Autoren des Berichts neigen zu der Annahme, daß die Cockpit-Besatzung entweder falsche Ausgangskoordinaten des Start-Flughafens Anchorage, Alaska, in das Navigationssystem (inertial Navigation Computer System INS) eingaben, oder vergaßen, den Autopiloten an das INS-System anzuschließen. Anstatt Korrekturen des INS zu verwerten, hätte der Autopilot im letzteren Fall konsequent mit einer falschen "Heading" (Flugzeuglängsrichtung unter Berücksichtigung der Seitenwindeinwirkung) gearbeitet.

In beiden Fällen wirft die ICAO der Besatzung ein gewisses Maß an Unaufmerksamkeit vor, die in der zivilen Luftfahrt allerdings nicht unbekannt sei.

Angezweifelt werden sowjetische Behauptungen, daß der Flug KAL 007 sich auf einer Spionage-Mission für die Amerikaner befunden hätte. Gleichzeitig beschuldigen die Ausschußmitglieder das russische Militär, nicht genügend Anstrengungen zur Identifizierung des Zivilflugzeuges unternommen zu haben. Dazu

hätte insbesondere das dichte Heranfliegen an den Jumbo gezählt, um das Schriftzeichen der Fluggesellschaft entziffern zu können. Ein Sprecher des Untersuchungsausschusses bestätigte, daß die Sowjets an ihrer Aussage festhielten, sie hätten versucht, mit der Maschine Funkkontakt aufzunehmen. Dies sei allerdings auf einer anderen Frequenz als der der Luftüberwachung geschehen.

Dem ICAO-Report ist eine Studie der Russen beigefügt, die die Ergebnisse ihrer eigenen Ermittlungen beinhaltet. In ihr wird nochmals bestätigt, daß die russischen Militärs das koreanische Flugzeug als Eindringling mit Spionage-Auftrag ansahen. Das plötzliche Steigen von KAL 007 um 1000 Fuß wurde als Fluchtversuch gewertet. Der Abschuß erfolgte kurz nach Freigabe der japanischen Flugsicherung für diese Höhenveränderung.