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26.09.2003 - 

Open Source und Linux/Kommentar

Unaufhaltsam

Ludger Schmitz Redakteur CW

Lange wurde diskutiert, ob Linux jemals aus der Web-Server-Nische herauskommen würde. Inzwischen ist das kein Thema mehr, ständig erscheinen neue Meldungen über Fortschritte der Open-Source-Welt. Die niedersächsische Polizei beginnt gerade, ein System zur Vorgangsbearbeitung, Recherche, Fahndung und Analyse auf 12000 Linux-basierenden PCs zu nutzen. Vor wenigen Jahren hätte wohl niemand prophezeit, dass Behörden und Unternehmen es wagen würden, auf den Desktops Windows durch Linux zu ersetzen.

Selbst in den traditionell konservativen Rechenzentren, die sich durch Unix, offene Standards und Client-Server-Paradigma nicht von ihrem Mainframe-Kurs abbringen ließen, hält Linux Einzug - und zwar deshalb, weil es die Zentralrechner-Philosophie stützt und dabei die Spielräume erweitert. Die Stimmen sind weitgehend verstummt, die davor warnten, Linux für "business-critical" Applikationen zu verwenden. Jedes Jahr verdoppelt sich die Zahl der Anwender, die gleich mindestens zwei sensible Programme, nämlich SAP-Software und eine relationale Datenbank, auf Linux betreiben. Gut 2000 solcher Kunden erwartet SAP bis Ende dieses Jahres zu haben.

Wer sicher war, im Highend werde immer Unix die Nase vorn haben, schaut irritiert auf die Liste der weltschnellsten Computer. Monatlich drängen neue Linux-Cluster in die Spitze. Dass man mit diesem Betriebssystem elegant vertikal statt horizontal die Rechenleistung skalieren kann, haben längst auch die Business-Anwender gemerkt. Man nehme preisgünstige Hardware und spare gleich noch einmal, weil man die neuen CPUs und damit die Lizenzen erst dann kauft, wenn man sie braucht.

Die Entwicklung und Verbreitung von Linux wird sich weiter rasant vollziehen. Trotzdem wird es die IT nicht im Handstreich erobern, es wird sogar Rückschläge geben. Ein gutes Betriebssystem ist nur ein kleines Rad im IT-Getriebe; eine solide IT- und Projektorganisation sind am Ende immer noch entscheidend.