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03.04.1978 - 

Nixdorf: Mehr Marktanteil mit neuer Strategie:

Unbundling kappt die Hardwarepreise

MÜNCHEN/PADERBORN (CW) - Bis zu 16000 kleine Magnetplattensysteme wird nach Nixdorf-Meinung der Markt der mittelständischen deutschen Wirtschaft (Basis: 100 000 bis 250 000 Unternehmen) im Jahr 1980/81 aufnehmen . Bei einem Bestand von rund 12 000 Systemen zum Jahresende 1977 wird für 1978 immerhin bereits mit dem Absatz von rund 4500 solcher Anlagen gerechnet. Die Paderborner sind entschlossen, den nach eigener Einschätzung gehalten Marktanteil in diesem Bereich von 12 bis 14 Prozent bis 1982 zu verdoppeln.

Das heißt: Trennung von Hard- und Softwarepreisen sowie Gebühren für sonstige Dienstleistungen bei der Systemfamilie 8870. Erste Konsequenz: die Hardwarepreise purzeln. Zugleich wurde ein neues Einstiegsmodell 8870/1 (2x 1,5 MB Plattenkapazität) geschaffen. Preis: 63 800 Mark oder (bei Fünfjahresvertrag) 1838 Mark Monatsmiete inklusive Wartung, zuzüglich monatlich 200 Mark Benutzungsgebühr für das Betriebssystem. Bisher lag die Einstiegsmarke für die 8870/1 (inklusive Betriebssystem) bei exakt 91400 Mark.

Das Prinzip der sauberen Trennung von Preisen für Hardware, Software und sonstigen Dienstleistungen (Einweisung, Schulung) gilt auch für die Datensammelsysteme der Familie 620, die im übrigen um das neue Modell 620/25 (64 KB, 2,5 MB Platte, Floppy-Doppellaufwerk) erweitere wurde. Entbündelt werden sollen auch die Preise für andere Nixdorf-Produktgruppen, speziell die Bürocomputer.

Der Nixdorf-Blick nach vorn und oben (Vorstand Klaus Luft: "Wir halten es auf die Dauer für wenig sinnvoll und rentabel, Systeme zu vermarkten, die unter einem Auftragswert von 80 000 bis 100 000 Mark liegen.") hat eine solide Ausgangslinie. Der Gesamtumsatz betrug 1977 rund 839 Millionen Mark, davon waren 484 Millionen Inlandsumsatz (inklusive 206 Millionen Mieterlöse), der Auftragsbestand hat das stolze Niveau von 636 Millionen Mark. Allein in Deutschland installierte Nixdorf bisher rund 25000 Computersysteme. Weltweit nehmen die Paderborner in Anspruch, Marktführer bei Datensammelsystemen zu sein; der Bestand in der Bundesrepublik liegt bei knapp 12 000 Bildschirm-Arbeitsplätzen an Datensammelsystemen.

Für die Zukunft sieht die Nixdorf AG ganz besondere Chancen in der Büroautomation (Schlüssel dazu ist unter anderem das Nixdorf Datentelefon), also in vollintegrierten "Mehrfunktions-Büroarbeitsplätzen", die in Übertragungsnetzwerke eingespannt sind. Luft: "Im Büro ist noch unendlich viel zu tun. Heute ist da doch von echter Produktivität kaum die Rede."