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10.01.2006 - 

CW-Wert

Uncoole Open-Sourceler

Was ist bieder, spießig, absolut uncool? Für Leute, die die Nachwehen des deutschen Wirtschaftswunders (gemeint sind die 70er Jahre) schon halbwegs bewusst erlebt haben, gibt es so etwas wie den Höhepunkt der Kleinbürgerei, die Kulmination des Spießigen. Wer jetzt an den röhrenden Hirsch über dem Sofa oder gehäkelte Klopapierhauben denkt, liegt falsch. Nein, es gab etwas, dass war so deutsch, so antischick, dass es einen buchstäblich noddelte, wenn man darüber sprach. Mit Frauen, die sich damit ernsthaft befassten und solche Sachen sogar anzogen, durfte man auf keinen Fall gesehen werden. Geschmacklich bedeutete das den Hirntod. Wer noch immer nicht geschnallt hat, worum es hier geht, dem sei es jetzt explizit gesagt: Um die Schnittmusterbogen, mit denen die Verlegerin Aenne Burda der deutschen Frau sehr erfolgreich Mode zum Selbstschneidern anbot. Und diese Zeitung gewordene Spießigkeit haben jetzt einige Extrem-Open-Sourceler wieder entdeckt (free-penguin.org). Noch wahrscheinlicher nicht sie selbst, sondern ihre Lebensgefährtinnen haben sich das roibuschteetrinkend im orangenen Licht von Lavalampen ausgedacht: Schnittmusterbogen für das Linux-Maskottchen Tux. Sie finden das wahrscheinlich niedlich, es ist aber tödlich.

Wenn die Open-Source-Bewegung nicht aufpasst,verliert sie so den Status der Coolness schneller, als sie GNU sagen kann, und alle machen wieder Windows, weil dort solche geschmacklichen Entgleisungen nicht vorkommen. Und das wäre doch schade.