Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

31.08.2001 - 

Kolumne

"Und jetzt?"

Christoph Witte Chefredakteur CW

Anwender, Hersteller und Investoren gierten in den vergangenen Monaten der Krise förmlich nach guten Nachrichten - in den vergangenen Wochen war der Wunsch nach Good News so übermächtig, dass schon der freie Blick auf die Talsohle als positives Signal gewertet wurde. Und jetzt meldet Cisco endlich die Stabilisierung des Geschäfts. Es war dabei nicht von einem unerwartetet hohen Anstieg der Umsätze die Rede. John Chambers erklärte lediglich, er sei über die Entwicklung im Juli und August erfreut, weil sie mit den Prognosen übereinstimme. Allein dieses Ausschließen negativer Überraschungen reichte aus, um die Kurse der Technologiewerte Ende vergangener Woche weltweit nach oben zu treiben.

Doch ist diese kleine Nachricht tatsächlich das heiß ersehnte Signal für das Ende des Abschwungs? Und vor allem: Wenn dem so ist, wie geht es dann weiter? Eins ist sicher: Das Durchschreiten der Talsohle bedeutet keinesfalls, dass der Wiederanstieg so steil sein wird wie der Absturz tief war. Es zeichnen sich keine Megatrends ab, die der IT-Branche eine solche Sonderkonjunktur bescheren wie E-Commerce und Jahr-2000-Thema. Der vielzitierte M-Commerce im Verein mit UMTS taugt einfach nicht zum kraftvollen Antriebsmotor. Es fehlt immer noch an dem großen Nutzenbringer, der UMTS und die darauf aufsattelnden Services zum Vorreiter in Sachen Umsatz machen könnte.

Die Auguren, die immer wieder den SMS-Erfolg zitieren und die Klingeltöne aus dem Internet oder Napster als gutes Beispiel hinstellen, vergessen, dass diese Dienste nur Pfennige oder gar nichts kosten. Außerdem gibt es dies alles heute schon. Und die Lokalisierungs- und Personalisierungsfunktionen, die den großen Durchbruch bringen sollen, brauchen den schnellen Mobilfunk UMTS eigentlich nicht. Auch auf die neuen Konzepte für die Unternehmens-IT ist kein Verlass: SCM, Collaborative Computing und CRM lassen als Wachstumsträger zu wünschen übrig.

Dass die Branche selbst nicht an den Heilsbringer M-Commerce glaubt, zeigt übrigens auch die Ifa (siehe Seite 10). Um UMTS war es ruhig in Berlin, um M-Commerce auch. Was dort propagiert wurde, war ein Gebilde namens T-Commerce. Allerdings klingt es eher nach Verzweiflungsschrei als nach Kampfruf, wenn das gute alte Fernsehen jetzt leisten soll, was PC und Internet nicht geschafft haben: die virtuelle Plattform für Einkäufe aller Art zu werden.

Doch Killerapplikation hin oder her: Es wäre schön, wenn die ohnehin hohen Erwartungen nicht noch künstlich gepusht würden. So hätten alle Beteiligten - vor allem die Anwender - mehr Zeit, die vielen Angebote auf Tauglichkeit zu prüfen und einige davon zu implementieren. Dann klaffte die Schere zwischen Angebot und Nachfrage auch nicht mehr so weit auseinander wie in diesem Jahr.