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09.09.1977

...und mixen lohnt sich doch!

Man kann fragen, wen man will und worüber man will: Der Hardware-Preisverfall, den uns der Marktführer im Laufe des letzten Jahres beschert hat, stiftet- nach anfänglicher Euphorie bei den IBM-Fans -in vielen Bereichen der EDV große Verwirrung. Mitanbieter und Anwender sind gleichermaßen davon betroffen, vor allem wenn man den Berich Leasing und Mixed Hardware unter die Lupe nimmt: War es doch für unseren mündigen Anwender fast schon Selbstverständlichkeit, ausgeklügelte Leasing-Verträge auszuhecken, IBM-Speicher abzurüsten und mit Fremdem zu mixen oder aber Platten und Bänder von Billig-Anbietern anzuschließen. Die etwaigen niedrigeren Qualitätsstandards, Wartungsprobleme und Langzeitbindung hat man gerne in Kauf genommen.

Wie aber sieht die Situation heute aus? Zwar hat der Marktführer die Preise drastisch gesenkt, aber der Schuß geht vorerst ins Leere: Für den Anwender ist die preiswerte IBM noch nicht zu haben, die Lieferfristen sind zu lang. Aber einmal scheu gemacht, müssen die Mixed Hardware-Anbieter schnellstens reagieren und wiederum die Preise fallen lassen. Die Frage ist nur, ob das den Anwender noch recht interessiert. CW befragte - auch diesmal unter dem Aspekt "Hardware-Preisverfall" - überzeugte Leasing-Fans und einen, der es werden will.

Peter Frenzel, ehemals Leiter der Datenverarbeitung, Firma Automag, BMW-Händler, heute selbständiger Unternehmensberater, München

Im März 1976 haben wir an das System IBM/3 Plattenlaufwerke und Hauptspeicher von einem Mixed-Hardware-Anbieter installieren lassen: Dabei wurden l6 K des Hauptspeichers ersetzt und die Plattenkapazität um 2 x 5445- kompatible Laufwerke erweitert. Zu diesem Zeitpunkt wurde auf dem Markt nur das System/3 Modell 10 angeboten. Die Alternative hierzu, also die 5445-IBM-Platten waren zu teuer und von der Lieferant her erst so spät zu bekommen, daß diese Möglichkeit nicht mehr interessant war. Heute ist die Situation anders, da IBM ein Modell 12 anbietet: Die dort eingesetzten großen Magnetplatten würde ich nicht unbedingt durch Mixed Hardware ersetzen, es sei denn, die BASF-Platten sind so interessant, wie sie es versprechen, speziell in bezug auf die Datensicherheit.

Dann würde ich wieder "mixen", denn der IBM-Mietpreis für Platten liegt jetzt bei 2700 Mark im Normalvertrag, beim Zweijahresvertrag etwa bei 2400 Mark. Demgegenüber stehen die BASF-Platten mit einem Preis von 1900 Mark. Und bei der Anlagengröße 500 Mark im Monat einzusparen, ist doch sehr attraktiv. Zudem sind diese Platten noch um fünf Millisekunden schneller. Wenn das Mixen unter den heute gegebene Bedingungen noch interessant bleiben soll, müssen aber die Anbieter schneller reagieren.

Mit dem ersten Mix-Versuch sind wir außerdem nicht so gut gefahren, denn wir hatten mit den "fremden" Plattenlaufwerken Pech, da öfter Plattenfehler auftraten.

Gustav Knörzer, Leiter der EDV, WMF Württembergische Metallwarenfabriken, Geislingen

Die Erfahrungen in unserem Hause mit dem Einsatz von Mixed Hardware reichen nunmehr über sieben Jahre. An unserer Einstellung über ihren Einsatz hat sich auch durch den "Preisverfall" bis zum heutigen Tage nichts geändert. Für Mixed Hardware sprechen nach unserer Auffassung nach wie vor gewichtige Gründe. Ganz abgesehen davon, daß generell auch im Computer-Geschäft der Grundsatz gelten sollte "Die Konkurrenz belebt das Geschäft", wollen wir gerne ein paar zusätzliche Fakten für diese unsere Einstellung nennen:

1. Auch heute noch gilt- wie zu Beginn der 70er Jahre, daß die Hersteller von kompatiblen Speichern und Peripherie-Geräten schnell liefern können. Kürzere Reaktionszeiten auf veränderte Computer-Verhältnisse bringen deshalb für den Anwender Vorteile.

2. Wenn wir schon in der früheren Vergangenheit die Aussage treffen konnten, daß bezüglich der technischen Wartung keinerlei Schnittstellen-Probleme zu bewältigen sind, so gilt das in verstärktem Maße für die heutige Zeit. Eine sorgfältige Auswahl, eine gründliche Testphase und die Feststellung der absoluten Kompatibilität sind Voraussetzungen dafür, sich solche Probleme gar nicht erst aufzuhalsen.

3. Veränderungen im Preisgefüge haben bei uns in keinem einzigen Fall dazu beigetragen daß wir ungünstiger mit unseren Hardware-Kosten liegen als Anwender, die alles aus einer Hand haben. In allen Fällen- und hier machen wir keine Unterschiede zwischen Hauptspeicher oder peripheren Geräten einschließlich Terminals- reagieren alle Anbieter kurzfristig auf Preissenkungen und beweisen damit dem Anwender eindeutig, daß ein Preisabstand nach wie vor zu seinem Vorteil gegeben ist.

Ausdrücklich muß in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen werden, daß diese Maßnahme auch bisher für Langzeit-Verträge galt.

Abschließend können wir also aus unserer Erfahrung zusammenfassen: Konsequente Beibehaltung der Mixed Hardware, solange sich nicht eine entscheidende Veränderung zuungunsten dieser Politik ergibt. Wir leben weiter mit Mixed Hardware und das - wie wir meinen - sehr kostengünstig und wirtschaftlich.

Heinrich Sehaffitz, Leiter der Zentralen Datenverarbeitung, Massey Ferguson Hanomag, Hannover

Diese Frage kann nicht mit einem einfachen "Ja oder "Nein" beantwortet werden. Sie bedarf einer sehr differenzierten Betrachtung bei den verschiedenen Einheiten-Arten und der dazugehörigen Randprobleme. Pro Einheiten-Gruppe ergibt sich aus meiner Sicht derzeit folgen des:

1. Zusatzspeicher

Durch Preisreduzierungen seitens der Hersteller von Zentraleinheiten hat sich die Position zuungunsten der Mixed-Hardware-Anbieter verschoben. Zu einer genauen Überprüfung ist zu raten.

2. Platten und Bänder

In diesem Bereich kann eine Anwendung von Mixeware noch interessant sein.

3. Drucker

Es sind nur wenige IBM-kompatible Geräte auf dem Markt. Generell ist jedoch in diesem Bereich Vorsicht geboten.

4. Bildschirme

Durch Preissenkungen seitens des Herstellers der Zentraleinheiten ist derzeit noch kein voller Überblick über das Restangebot möglich. Eine abwartende Haltung ist daher im Augenblick zu beobachten.

Folgende Punkte aber sind erfahrungsgemäß vor Unterzeichnung von Mixed-Hardware-Verträgen zu beachten, da sonst scheinbare Preisvorteile wieder verlorengehen könnten:

- Vor Vertragsabschluß sollte man sich genaue Informationen über die anzumietenden Einheiten beschaffen und zwar nicht nur von sogenannten Referenzkunden.

- Ebenfalls muß bei dieser Gelegenheit der entsprechende Kollege über den Service-Level Auskunft geben, da die Verfügbarkeit der Einheiten beziehungsweise deren schnelle Wiederinbetriebnahme einen hohen Stellenwert besitzen.

- Weitere Vorsicht ist bei Langzeitverträgen geboten. Hier muß versucht werden, eine Art Gleitklausel in diese Vertrage einzubauen, um von Preissenkungen, die während der Laufzeit bekannt werden können profitieren zu können.