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07.01.1977

. . . und wie soll's 1977 weitergehen?

Die erste CW-Ausgabe im neuen Jahr liegt auf Ihrem Tisch. Sicherlich haben Sie die letzten "Stimmen des alten Jahres" gehört, vielleicht mit Ihrer ganz persönlichen Meinung verglichen. Vieles hat sich sicher nicht so abgespielt, wie man es sich vielleicht vorgestellt und erhofft hat. Aber das alte Jahr ist vorbei und gute Vorsätze? Wünsche und Erwartungen für ein ganzes weiteres Jahr liegen vor - gerade in der schnellebigen EDV-Branche kann sich in einem Jahr sehr viel tun. Die schlechte Wirtschaftstage der letzten beiden Jahre hat sich wieder beruhigt, es gibt einige gute Ansätze auf der Herstellerseite - sei es hard- oder softwaremäßig -, die dem Anwender Werkzeuge in die Hand geben, mit denen er seine EDV-Abteilung aus den roten Zahlen heraus zum Erfolg führen kann. "Die EDV hat sich jetzt endlich beruhigt, Revolutionäres ist für 1977 nicht mehr zu erwarten." So die eindeutige Aussage von vier Anwendern, die befragt wurden, wie sie sich das neue Jahr vorstellen in bezug auf den Trend in der Datenverarbeitung, auf ihre eigenen Pläne und - nicht zuletzt - auf das, was sie zu ihrer Unterstützung in der Fachpresse zu lesen erwarten. hö

Fritz Voigt, Prokurist und Bereichsleiter Organisation und Service, Lekkerland-Zentrale, Frechen

Ich vermute und erwarte, daß 1977 noch größere Plattenspeicher auf den Markt gebracht werden - bei einigen Herstellern laufen bereits derartige Tests. Also wird der Trend für 77 lauten: Bessere Verarbeitung des Datenvolumens, schnellere Zugriffe und größere Datenmengen. Die zweite, wesentliche Entwicklung der EDV wird dahin gehen, daß die Durchsatzraten der Systeme durch ebendiese größeren Datenmengen noch besser werden - wie bereits bei Anlagen der Firmen IBM und Siemens geschehen.

Und endlich wird auch ein wenig Ruhe eintreten können bezüglich der Bewertung der Groß-EDV allgemein und im speziellen bei der Wertigkeit innerhalb eines Unternehmens. Im letzten Jahr, als es den meisten Firmen - bedingt durch die schlechte Wirtschaftslage - nicht besonders gut ging, wurde meist als einzig gültiges Auswahlkriterium der Preis angesetzt - die daraus resultierenden Bewertungen waren zwangsläufig recht unqualifiziert.

Auch wird in 1977 in einem sehr wichtigen Bereich, dem Terminal-Markt, die längst erforderliche Auslese stattfinden - und zwar teilweise über die Kapitaldecke der einzelnen Anbieter. Denn die ist bei einigen Herstellern viel zu gering. Zudem steht der Anwender dem Angebot nicht mehr so hilflos gegenüber, er hat inzwischen Erfahrungen die ihm helfen werden, richtig auszuwählen. Entscheidend für die Bereinigung auf dem Terminal-Markt wird die Entwicklung der Software für diesen Bereich sein. Denn die meisten Anwender, die Terminals in größerer Zahl einsetzen sind nicht Einsteiger von unten, sondern Spezialisten, die bereits eine eigene EDV im Hause haben und so, als Maßstäbe ihre Erfahrungen mit der vorhandenen Software ansetzen.

In unserem Hause heißt die Devise für 77: So viel als möglich dezentralisieren. In der Zentrale sind die Weichen bereits gestellt, Teilinformationssysteme werden aufgebaut, einmal zur Produktseite hin und zum zweiten zur Abnehmerseite hin in Form von Datenbanksystemen. Voraussetzung für diese Dezentralisation allerdings ist, daß nicht planlos vor Ort gearbeitet, sondern ganz konkret an einer Linie festgehalten wird. Meine Anforderungen an die Fachpresse für 1977: Mehr Erfahrungsberichte, vor allem auch einmal negative. Der Anwender müßte dahin gebracht werden, endlich einmal das zu sagen, was er wirklich denkt. Hierbei würde ich sogar einmal einen anonymen Bericht in Kauf nehmen.

Eberhard Adolf, Leiter der EDV, Commerzbank, Frankfurt

In 1977 wird es in der EDV keine großartige Revolution geben, keine unbedingt neuen Systeme, sondern Verbesserungen im Detail. Weitere Straffung und Normierung, Vereinheitlichung der verschiedenen Hierarchien Rechner, Konzentrator im Bereich des TP, hierbei denke ich an das SNA-Konzept, das nicht nur allein die IBM verfolgt. Ich sehe eine Fortsetzung des Trends, den wir heute beobachten können: Wir werden immer schnittstellen-kompatibler innerhalb der einzelnen Geräte, weil durch den Einsatz von Mikroprozessoren die gerätetypischen Eigenheiten immer mehr in dem einzelnen System eingebaut sein werden. Diese Entwicklung kann man bei den einzelnen Herstellern ganz deutlich beobachten.

Somit kann in Zukunft universeller konfiguriert werden im Bereich der Datenfernverarbeitung. In den letzten Jahren konnten wir beobachten, daß dieser "Bastel-Bereich" der Datenfernverarbeitung erfreulicherweise durch bessere Software- und auch Hardware-Gegebenheiten wesentlich flexibler geworden ist.

Weiter geht der Trend ganz deutlich in Richtung Dezentralisierung. Der Einsatz von Terminals ist auch die Priorität für 1977 in unserem Unternehmen: Übergang zu intelligenten Datenstationen mit dem Ziel, gewisse Funktionen dezentral abzuwickeln. Die Philosophie des zentral geführten Programms, das billiger ist als viele kleine, stimmt schon lange nicht mehr.

Ansonsten habe ich keine großen Erwartungen in die EDV. Und selbst wenn es zu neuen Systemen kommen sollte, fehlt mir augenblicklich die Fantasie, in welcher Richtung sie revolutionär sein sollten. Vielleicht kommt eine größere 168 - von den Future Systems spricht jeder, ob sie aber tatsächlich eine neue Generation der Großrechner darstellen? Es wird doch nur eine folgerichtige Weiterentwicklung geben mit etwas verändertem Preis/Leistungsverhältnis.

Die Entwicklung wird sicher auch dahin gehen, daß die Verbundsysteme von den Universalrechnern besser gehandelt werden - Dinge, die ja im Bereich der Kleinrechner - zumindest auf den Prospekten - immer wieder von sich reden machen.

Ein weitere Schritt in unserem Hause, der bereits eingeleitet ist, wird die Normierung der Programmierung, der Dokumentation, der gesamten Programm-Produktion sein.

In der Fachpresse sollte als Unterstützung für diese künftigen Vorhaben dem Anwendergespräch ein großer Platz geschaffen werden.

Wichtig wären vielleicht einmal Hinweise, wie gewisse Pannen vermieden werden könnten.

Alfred Coenen, Leiter der EDV, Kommunales Rechenzentrum, Moers

Meiner Meinung nach gibt es in 1977 zwei wichtige Trends in der EDV:

1. Die Entwicklung von Datenverarbeitungsanwendungen mit verteilter Intelligenz - also Terminals und Satellitenrechner,

2. der Einsatz verbesserter Werkzeuge und Methoden für die Software-Produktion.

In unserem Hause steht an erster Stelle für 1977 der Entwurf eines Leitungsnetzes und die Installation von Datenendgeräten für die Stapelfernverarbeitung mit mehr als 40 Anwendern.

Für die EDV gibt es in 1977 einige wichtige Bereiche, über die in der Fachpresse mehr berichtet werden sollte. Mich würde speziell interessieren:

1. Methoden für Anwendungsdesign, also eine bessere Umsetzung vom Ist- zum Soll-Zustand - eine 1:1-Umstellung halte ich für nicht optimal. Wichtig wäre zu lesen, wie man das unter Verwendung von Planspielen zu realisieren versucht hat.

2. Erfahrungen mit strukturierter Programmierung.

3. Die Projektorganisation und -Überwachung sollte mehr beschrieben werden.

4. Man sollte einmal Methoden für eine mittelfristige Entwicklungsplanung innerhalb des EDV-Bereiches aufzeigen und darüber berichten.