Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

16.04.1999 - 

Digital und Tandem verteidigen ihre Produkte

Uneinheitliche Prozessor- und Plattformstrategie bei Compaq

HOUSTON (IDG) - Anscheinend hat die Compaq Computer Corp. die Übernahmen von Digital und Tandem noch nicht richtig verdaut. Diesen Eindruck vermittelte der texanische Computerriese auf seiner Konferenz "Innovate" Anfang dieser Woche.

Die Integration der Traditionsunternehmen Tandem und Digital hatte sich Compaqs CEO Eckhard Pfeiffer wohl einfacher vorgestellt. Es sah aus wie "drei Stühle, drei Meinungen", als sich Manager von Compaq und dessen Tochterunternehmen Digital und Tandem an einem Tisch versammelten. Die Betriebssystem- und Prozessorstrategie des IT-Giganten standen auf der Tagesordnung. Dabei zeigte sich, daß Compaq auch in Zukunft eine heterogene Server- und Plattformstrategie fahren wird - ein Weg, der angesichts der Standardisierung im Betriebssystem- und Prozessormarkt teuer kommen dürfte.

Während Compaq-Manager selbst die Fahne für den von Intel angekündigten 64-Bit-Prozessor "Merced" schwenkten und die Vorzüge von "Monterey" betonten, einem 64-Bit-Betriebssystem, das gemeinsam von IBM , Sequent und SCO für diesen Prozessor entwickelt wird (siehe Kasten), schlugen Digital- und Tandem-Verantwortliche verständlicherweise ganz andere Töne an. Don Jenkins, verantwortlich für das von Digital geschaffene "True 64 Unix", erklärte: "Ich glaube nicht, daß sich die ersten Ausführungen von Merced für das Massengeschäft eignen." Die Performance sei zu gering, und die Compiler seien noch nicht stabil. Selbst der Merced-Nachfolger "McKinley", der 2001 in Produktion gehen soll, stelle keine Konkurrenz für die von Digital entwickelten 64-Bit-Alpha-Chips dar. Dieser Prozessortyp sei seit über sechs Jahren verfügbar und sehr ausgereift. Die Intel-Plattform dagegen eigne sich für den Low-end-Markt mit Systemen zwischen 5000 und 20000 Dollar.

Auch der Dritte im Bunde, Tandem, hängt an seinen Pfründen und lobte seine "Himalaya"-Plattform. Diese soll den Anwendern noch länger erhalten bleiben. Es sei zwar geplant, die Mips-basierten Chips gegen Alpha-Prozessoren auszutauschen, doch konkrete Aussagen blieben die Verantwortlichen schuldig. Für Compaq-Chef Pfeiffer bleibt noch ein hartes Stück Arbeit, eine klare Strategie herauszuarbeiten und sich gegebenenfalls von dem einen oder anderen durch die Merger eingebrachten Relikt zu trennen.