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17.04.1987

Unendliche Geschichte

Zur unendlichen Geschichte hat sich der Halbleiter-Streit zwischen den beiden Chip-Mächten USA und Japan entwickelt. Zwar schien das Halbleiter-Abkommen vom August letzten Jahres den Konflikten zwischen beiden Nationen ein Ende bereitet zu haben. Doch als die beschlossenen Preisregulierungen der amerikanischen Chip-Industrie nicht den erhofften Aufschwung brachten, war der Waffenstillstand von seiten der USA schnell gebrochen.

Anfang Januar beschuldigten die Amerikaner die Japaner des Dumpings auf Drittlandsmärkten und wollten gar die Kontrolle über das inländische Preisniveau in Japan erzwingen. Da die erneuten US-Vorstöße bei den Japanern jedoch nichts fruchteten, holten die Amerikaner schließlich zu einem Rundumschlag aus. Strafzoll heißt das Zauberwort, mit dem die US-Regierung schon im letzten Jahr ihre japanischen Kontrahenten zur Einsicht, sprich: zum Halbleiter-Pakt, zwang.

Jetzt aber werden nicht die japanischen Chip-Exporte mit Strafzöllen belegt, sondern andere japanische Elektronikprodukte, in denen Halbleiter enthalten sind. Auf der vorläufigen "Strafliste" stehen dabei Farbfernseher, Kühlgeräte, Klimaanlagen, Rechenmaschinen, Autoradios mit Kassettenteil, Kleinkomputer und Zubehör sowie Generatoren und Meßgeräte jeglicher Art. Somit ist der ursprüngliche Halbleiter-Konflikt, dessen Abkommen nunmehr als gescheitert angesehen werden darf, inzwischen zu einem wahren Handelskrieg eskaliert.

Zwar wollen jetzt die Japaner mit viel Goodwill die Auseinandersetzungen in Gesprächen mit der amerikanischen Regierung beilegen. Doch auch ihnen scheint langsam der Geduldsfaden zu reißen. Denn, so verlautete aus das Ministerium für internationalen Handel und Industrie (MITI), über magische Tricks, die alle Probleme lösen, verfüge man nicht. Und MITI-Chef Hajime Tamura hat gar schon Gegendrohungen von Stapel gelassen.

Ein Ende der Konflikte scheint somit mehr denn je in weite Ferne gerückt. Auch die jetzt stattfindenden Gespräche zwischen amerikanischen und japanischen Handelsbeauftragten werden die gespannte Atmosphäre wohl kaum nennenswert lockern können. Angesichts der weiterhin hohen japanischen Handelsüberschüsse bei gleichzeitig chronischen amerikanischen Handelsdefiziten wird Washington wohl auch in der nächsten Zeit durch nichts und niemanden versöhnlich zu stimmen sein.