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14.07.1995

Unerwartete Konkurrenz fuer grosse Servicekonzerne Anwender entdecken Qualitaeten der kleinen Systemintegratoren

FRAMINGHAM (IDG) - Kleinere Software- und Serviceunternehmen in den USA erleben eine Renaissance, sofern sie auf Systemintegration spezialisiert sind. Sie werden von Grossanwendern fuer die Entwicklung millionenschwerer geschaeftskritischer Anwendungen angeheuert.

Schneller, billiger und besser - das sind die Attribute, mit denen die US-Marktforschungs- und Beratungsgesellschaft Para Technology Inc. in Washington die kleinen Anbieter - genannt "Boutiquen" - belegt. Sie bezieht sich dabei auf die Aussagen von Anwendern. Im vergangenen Jahr haetten die grossen Serviceanbieter, einschliesslich Andersen Consulting und der Electronic Data Systems Corp. (EDS), im Systemintegrationsgeschaeft einen Marktanteil von vier Prozent an die Kleinen verloren - und das bei einem Gesamtvolumen von zirka 50 Milliarden Dollar.

Vor allem in der Beherrschung neuer Techniken, ob Client-Server oder Objektorientierung, scheinen die Boutiquen stets eine Nasenlaenge voraus zu sein. Sie sind laut Anwenderurteil geschickter beim Aussinnen unternehmensindividueller Loesungen und eher als die grossen Konkurrenten zu einer echten langfristigen Partnerschaft bereit.

"Noch in jedem Jahr ist die Anzahl der Projekte und Kunden im Bereich Systemintegration gestiegen", berichtet Peter Raulerson, President von Para Technology. Dieser Trend habe sich in einem 40- bis 50prozentigen jaehrlichen Wachstum fuer die Boutiquen niedergeschlagen, waehrend die Grossunternehmen nur um 15 bis 20 Prozent expandiert haetten.

Offenbar ist es fuer die Kunden nicht mehr so wichtig, mit einem namhaften Service- und Beratungshaus liiert zu sein. Was zaehlt ist, ob dem Anbieter zugetraut wird, ein Projekt zur beiderseitigen Zufriedenheit zum vorgegebenen Termin fertigzustellen. "Immer mehr Firmen sehen einen moeglichen Zeitverlust als groesstes Risiko", bestaetigt der Geschaeftsfuehrer einer Boutique.

Ein 20-Millionen-Dollar-Projekt, in dem es um die Optimierung der Auftragsbearbeitung ging, vergab beispielsweise die Square D Co., ein Hersteller von Elektro-Equipment in Illinois, an die auf Client-Server-Projekte spezialisierte Technology Solutions Company (TSC). Der Dienstleister, dessen jaehrlicher Umsatz zuletzt 53 Millionen Dollar betrug, setzte sich gegen keinen geringeren als Andersen Consulting durch.

"TSC kam fuer zwei Wochen in mein Buero, analysierte das Projekt und legte einen ersten Projektplan auf", berichtet Vice-President Steve Little. Im Gegensatz zu anderen Interessenten habe der Dienstleister unverzueglich Kontakt mit den wichtigen Leuten aus dem Datenbank- und Netzbereich aufgenommen und fuer diese Vorarbeiten keinen Pfennig verlangt.

Auf aehnlich positive Erfahrungen kann John Charles von der Harvard University verweisen; er hatte die Innovative Information Systems Inc. in Norwood, Massachusetts, fuer ein umfassendes Migrationsprojekt in die Client-Server-Welt auserkoren. Bei der Harvard University fiel die IBM-Servicetochter Integrated Systems Solution Corp. (ISSC) durchs Raster, die Charles weder flexibel noch preiswert genug war. "Ausserdem hatten wir das Gefuehl, dass die Zusammenarbeit mit einer grossen Organisation den Prozess verzoegert haette", meint der IT-Verantwortliche.