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26.01.1990

Unidata-Comeback?

They never come back - dieses im Boxsport Empirisch entstandene, dortselbst freilich längst durchbrochene Gesetz der Serie, wonach man(n) im Schwergewicht nur Weltmeister ist oder bleibt, niemals jedoch wieder wird, dieses Gesetz war in der Computerbranche noch kein Thema. Die Erklärung ist simpel: Es hat Oberhaupt erst einen Heavyweight-Champion gegeben nämlich IBM. Der Rekord des blauen Riesen aus Armonk ist makellos.

Die Statistik der Wettkämpfe liest sich wie eine Sterbe-Chronik der DV-Industrie (siehe nebenstehende Tabelle): Da wurden nicht nur PCM-Eintagsfliegen wie Itel, NCSS oder Magnuson verprügelt und europäische Freizeit-Fighter wie Philips, CII, Olivetti oder ICL in den Ringstaub geschickt; selbst vermeintlich harte Brocken wie die Amerikaner RCA, General Electric, Honeywell, Control Data, Sperry Univac, Burroughs, Singer und Xerox mußten im Kampf gegen den Mainframe-Monopolisten das Knie beugen.

Was hat uns bewogen, bei dieser Kolumne in den Boxsport-Jargon zu verfallen? Nun, es gibt neutrale Untersuchungen darüber, was im Profi-Boxsport unter den Ringbelag gekehrt wird, Analysen, die zu dem Ergebnis kommen, daß es - milde ausgedruckt - eben nicht immer fair zugeht. Für den Computermarkt gibt es derartige Untersuchungen leider nicht. Wir wollen deshalb in Erinnerung rufen, wie die bisherigen Kämpfe in der Computer-Industrie ausgegangen sind.

Doch zu Siemens/Nixdorf. Nichts kann törichter sein, als falsche Erwartungen zu wecken. Fehlte nur noch der Hinweis, daß der DV-Kampf gegen Big Blue praktisch bereits gewonnen sei. Die gegenteilige Aussage ist richtig: Die deutsche DV-Hoffnung kann eigentlich nur verlieren. Wer Weltmarktmaßstäbe anlegt, der muß von einem Siemens/Nixdorf-Alleingang abraten.

Siemens sollte gewarnt sein. Diebold-Chef Gerhard Adler und der Ex-IDC-Boß Erik Hargesheimer (siehe Gastkommentar, Seite 8) heben auf den Aspekt "kritische Masse" ab, wenn sie die Münchner auffordern, weitere Schritte in Richtung auf eine internationale Zusammenarbeit der Nicht-IBM-Hersteller zu tun. Schon richtig. Aber es kann nicht schaden, sich darüber Gedanken zu machen, ob ein "Unidata-Comeback" die Lösung des größten Problems der DV-Branche wäre, des Problems nämlich, das "Quasi-Monopol der IBM" heißt. Die Relationen dürfen nicht aus den Augen verloren werden. Nixdorf ist schließlich nicht vor Kraft umgefallen - es gibt Anzeichen für eine AS/400-Vergiftung. Ein anderes Beispiel: Mit einem Software-Umsatz von rund acht Milliarden Dollar steht die Hardware-Company IBM turmhoch über allen Weichzeug-Anbietern, die nur existieren, weil Big Blue sie duldet. Der Bedarf ist da für eine Untersuchung nach dem Vorbild der Boxsport-Kommission.