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21.02.1986 - 

IEEE P1003-Norm soll noch in diesem Jahr Unix-Standard definieren:

Uniforum '86: Ende der Versionskriege in Sicht

ANAHEIM (CW) - Immer mehr Bereiche erschließt sich das Unix-Geschäft in den Vereinigten Staaten. Der kommerzielle Erfolg hängt allerdings nach wie vor von einer breiten Angebotspalette im Bereich schlüsselfertiger Applikationspakete ab. Zu diesem Ergebnis kamen dieTeilnehmer der Unix-Konferenz "Uniforum 86", die jetzt im kalifornischen Anaheim stattfand.

Zum jährlichen Stelldichein traf sich vom 4. bis 7. Februar im kalifornischen Anaheim alles, was in der Unix-Welt Rang und Namen hat. Und anders als im PC-Markt, in dem jeder Hersteller sein eigenes Produkt mit großem Trommelwirbel zum neuen Industriestandard erklärt, war die Unix-Gemeinde noch enger als bisher zusammengerückt und hatte gezeigt, daß es ihr um das Thema "Standardisierung" durchaus ernst ist. Positiv wertete das usr/group Standards Committee vor allem die Aktivitäten der Europäer, deren X/OPEN portability Guide dem vorwiegend amerikanischen Publikum als Lektüre empfohlen wurde.

Pragmatik statt Selbstbeweihräucherung eines kleinen Insiderzirkels war die vorherrschende Stimmung auf der diesjährigen Uniforum. Deutlich wurde, daß man es in der Unix-Gemeinde und vor allem in der auf den kommerziellen Markt ausgerichteten /usr/group ernst damit meint, unter den verschiedenen Unix-Versionen und Portierungen auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen und auch dem Mangel an kommerzieller Anwendersoftware abzuhelfen. Die neue Ausgabe des von der /usr/group herausgegebenen "Products Directory" beschreibt auf 1000 Seiten knapp 1700 Unix-Produkte und Dienstleistungen 460 amerikanischer Anbieter, von denen 74 weltweit tätig sind. Gegenüber der Vorjahresausgabe hat die Anzahl der Produkte um 65 Prozent, die der Hersteller um 50 Prozent zugenommen.

Gerangel um die Norm bald ausgestanden

Einer der Hauptdiskussionspunkte war die Definition eines internationalen Unix-Standards. Auf der letztjährigen Uniforum in Dallas hatte die /usr/group ihr Standarddokument vorgestellt, das bis auf geringfügige Abweichungen eine Untermenge der AT&T System V Interface Definition darstellt. Die Weiterführung der Normierungsaktivitäten wurde kurz danach dem IEEE P1003 Standards Committee unter Vorsitz von Jim Isaak, Director of Product Development bei Charles River Data Systems, übertragen, um auf diesem Wege zu einer gültigen Norm zu gelangen.

Das P1003-Komitee, so hofft man, werde die Norm noch im Laufe dieses Jahres verabschieden. Gleichzeitig arbeiten sechs weitere /usr/group Technical Subcommittees an Entwürfen für Bereiche, die bisher noch nicht abgedeckt sind. Die Gruppen sind aufgeteilt in die Arbeitsgebiete Datenbanken, Grafik, Internationalisierung, Netzwerke, Leistungsmessung und Echtzeitverarbeitung.

Testpaket checkt auf Interface Definition

AT&T selbst stellte zur Uniforum die zweite, erweiterte Ausgabe der System V Interface Definition vor sowie die vor einem Jahr angekündigte System V Verification Suite. Mit Hilfe dieser Testprogramme, die von Unisoft Systems entwickelt wurden läßt sich feststellen, ob ein Unix-Port der System V Interface Definition entspricht .

Der Star unter den Unix-Netzwerken war das Network File System (NFS) unter BSD 4.2 von Sun Microsystems, an das auf dem Ausstellungsgelände eine Reihe von Maschinen der unterschiedlichsten Hersteller angeschlossen war. AT&Ts System V.3, das im Laufe dieses Jahres freigegeben werden soll, wird im Gegensatz zur aktuellen Version V.2 ebenfalls ein verteiltes File-System unterstützen (RFS), das aber nicht mit Suns NFS kompatibel ist und das auch grundsätzlich auf Unix-Maschinen beschränkt ist.