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06.06.1997 - 

Neuer 10-Wege-Server skaliert noch mäßig

Unisys hofft auf verbessertes NT

Endgültig auf den Zug Richtung Redmond aufgesprungen ist jetzt auch die altehrwürdige Mainframe-Schmiede Unisys. Sie will sich als "NT-Enabler" profilieren und dem Gates-Betriebssystem mit Expertise in punkto Integration und Stabilität von großen Lösungen ins Rechenzentrum verhelfen. Dazu habe man nicht nur das Know-how bei Organisation und Prozeduren von Großkunden, sondern auch die Middleware ClearPath, die Host- mit Client/Server-Welten verbindet. Der in den letzten Jahren arg gebeutelte Hersteller braucht NT, um den Mainframe-Kunden einen Migrations- und Zukunftspfad zu eröffnen, so der deutsche Geschäftsführer Edmund Nickel. Man wolle aber auch neue Geschäftsfelder und Kunden erschließen, um nach der Konsolidierung des Konzerns im vergangenen Jahr eine erneute Wachstumsphase einzuleiten.

Derzeit erwirtschaftet Unisys mit weltweit 32000 Mitarbeitern umgerechnet etwa zehn Milliarden Mark Umsatz. Im Client- Server-Umfeld habe man in Deutschland im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres schon Wachstumsraten von 68 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen, so Nickel weiter. Aber auch mit Mainframes seien heute wieder neue Kunden zu gewinnen, so etwa die Deutsche Telekom oder E-Plus.

Expertise im Corporate Computing hat Unisys wohl auch nach Meinung von Microsoft - auf dem vorletzte Woche mit viel Tamtam in New York abgehaltenen Scalability Day wurde den Unisys-Maschinen die Ehre zuteil, eine der vier gezeigten Hardware-Lösungen für NT zu sein, die aufs Treppchen - sprich Podium - durften.

. . . wenn da nicht Windows NT wäre

Doch so richtig gut bekommt das Microsoft-Betriebssystem den heißen Kisten aus dem kalifornischen San Jose nicht. Der ZehnWege-Server auf Basis von Intels Pentium Pro (200 Megahertz) ist eine komplette Eigenentwicklung (die Vier- und Sechs-Wege-Maschinen dagegen werden in Kooperation mit ALR entwickelt und gefertigt). Und sie wartet mit allen Finessen auf: Der auf 64 Bit ausgelegte Highspeed-Bus namens "Scalar Coherent Memory" (SCM) sorgt für eine Übertragungsgeschwindigkeit von 533 MByte/s., gut für schnelles transaktionsorientiertes Arbeiten, ein Level-3-Cache von 4 MB pro CPU-Pärchen für rasante Rechenpower. Hot-plug-Plattensysteme gehören zur Standardausrüstung.

Klingt alles wie geschaffen für so richtig hohes Workload und den Einsatz für geschäftskritische Anwendungen - wenn da nicht Windows NT wäre. Denn einem - noch nicht offiziell vorgelegten - TPC-C-Benchmark zufolge erreicht die XR/6 mit der Datenbank Microsoft SQL Server nur einen um 50 Prozent höher liegenden Durchsatz als das Vier-Wege-Modell der gleichen Serie. Das Ziel sei es allerdings, die Skalierfähigkeit deutlich zu steigern, um die Leistung zu verdoppeln. Die derzeitige Limitation der Skalierfähigkeit liege allein in der Software begründet, so Mary Chin, Vice-President Marketing des Konzerns. Doch die Zukunft wird hier Verbesserungen bringen, meint Chin: "NT wird in der kommenden Version bis zu 16 CPUs unterstützen. Wir glauben an die Skalierfähigkeit von NT.

*Manuel Okroy ist freier Journalist in München.