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12.10.1990

Unisys läßt die Dividende bis auf weiteres ausfallen

Der Aktienkurs der Unisys Corp. beträgt im Vergleich zum Kurshoch im Sommer 1987 weniger als ein Zehntel. Das Unternehmen ist immer noch mit 2,7 Milliarden Dollar langfristigen Verbindlichkeiten belastet, die wesentlich aus der Akquisition von Sperry im Jahr 1986 stammen. Der Umsatz stagniert bei zirka zehn Milliarden Dollar, der Ertrag entwickelte sich 1990 deutlich rückläufig.

Vor dem Hintergrund der weiter trüben Konjunkturaussichten in Nordamerika dürften auch im vierten Quartal nur wenig positive Impulse vom US-Geschäft ausgehen. Auch die Exporterlöse entwickeln sich rückläufig.

Als Folge der enttäuschenden Ertragsentwicklung gab Unisys bekannt, bis auf weiteres keine (Quartals-)Dividende mehr zu zahlen. An der Dividendenlösigkeit dürfte sich auch nach einer erhofften Reduktion der Verbindlichkeiten auf zwei Milliarden Dollar nichts ändern. Die Tilgung sollte ursprünglich bis zum Jahresende erfolgen.

Zuletzt war es gelungen, die langfristigen Schulden um 300 Millionen Dollar zu reduzieren. Dies geschah unter anderem durch ein "Privat placement" des Sperry-Aktienkapitals bei Mitsui und Co. in Japan. Nach den Kurseinbrüchen am japanischen Aktienmarkt und dem Zinsanstieg im Yen-Raum dürfte es in Zukunft zumindest schwieriger sein, auf diesem Wege neue Liquidität beziehungsweise Eigenkapital zur Schuldentilgung zu beschaffen.

Auch eine Kapitalmaßnahme verspricht bei den derzeitigen Kursen nur wenig zusätzlichen Spielraum. Der Aktienkurs ist als Folge des Dividendenausfalls im Zuge der allgemeinen Baisse auf ein Rekordtief gefallen und notiert heute weit unter den (rechnerischen) Kursen des letzten großen zyklischen Börsentiefs vom Sommer 1982. Der rechnerische Kurs der später zusammengelegten Sperry und Burroughs lag damals bei zirka zehn Dollar.

Für ein Investment sind die Rahmenbedingungen zu unsicher. Die unübersichtlichen Zukunftsaussichten eines überdurchschnittlich verschuldeten Unternehmens im US-DV-Markt könnten die Kaufentscheidung potentieller, langfristig denkender Kunden zugunsten solider finanzierter Wettbewerber beeinflussen. Auf diesem Wege könnte sich die Verschuldungsproblematik des Unternehmens doppelt negativ auswirken.

*Arnd Wolpers ist Geschäftsführer der Vermögensgesellschaft GmbH in München