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03.03.2000 - 

Neue Server für das E-Business-Zeitalter

Unisys setzt auf Renaissance der Hardwarespezialisten

FRANKFURT/M. - Der vielzitierte E-Business-Boom weckt auch bei Alt-Mainframer Unisys Hoffnungen, sein Rechnergeschäft wiederbeleben zu können. Dabei sollen die zuletzt aufgebauten Service-Aktivitäten aber nicht vernachlässigt werden. Gerade der Dienstleistungsbereich hat der in den 90er Jahren schwer angeschlagenen Company wieder wirtschaftliche Stabilität beschert.Von Beate Kneuse*

Grund zur Klage scheint man derzeit bei Unisys nicht zu haben. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 1999 konnten Umsatz und Gewinn einmal mehr gesteigert, die Schuldenlast weiter verringert werden. Die Einnahmen kletterten gegenüber dem Vorjahr zwar nur mäßig von 7,24 auf 7,54 Milliarden Dollar, was einem Anstieg von 4,1 Prozent entspricht. Dafür fiel aber das Plus beim Nettogewinn mit 35,7 Prozent umso deutlicher aus. Gegenüber dem Profit von 376,4 Millionen Dollar im Jahr 1998 verbesserten sich die Erträge nun auf 510,7 Millionen Dollar. Darüber hinaus konnte die Schuldenlast erneut verringert werden - auf nunmehr eine runde Milliarde Dollar. 1996 hatten die langfristigen Verbindlichkeiten noch bei 2,3 Milliarden Dollar gelegen. Für das laufende Jahr ist eine weitere Reduzierung um 300 bis 500 Millionen Dollar ins Visier genommen.

Zufriedenheit strahlte auch Deutschland-Chef Ulrich Max Müller vor Journalisten in Frankfurt am Main aus. Der von ihm geleitete Konzernbereich habe 1999 die beste Gewinnrate seit zehn Jahren erzielt und damit deutlich zum guten Abschneiden des gesamten Unternehmens beigetragen. Konkrete Zahlen blieb der Manager dabei allerdings schuldig. Auch zum erzielten Umsatz der deutschen Tochter schwieg er sich beharrlich aus.

Vor allem der Dienstleistungsbereich scheint bei Unisys derzeit der Garant für die guten Ergebnisse zu sein. Im vergangenen Jahr steuerte er 68 Prozent zum Gesamtumsatz bei. Nach Auskunft von Müller ist im laufenden Geschäftsjahr eine Steigerung auf 72 Prozent angepeilt. Bewerkstelligt werden soll dies mit den zuletzt angekündigten neuen E-Business-Lösungen und -Services, Outsourcing und das Netzwerkgeschäft. So stellte die Company aus Blue Bell auf der Comdex im November 1999 ihr Konzept des "Rechenzentrums für das nächste Jahrtausend" vor. Basis dafür sind die neuen "e-@action-Enterprise-Server ES7000", die laut Müller an die Leistungsfähigkeit von Mainframes heranreichen, dabei aber nicht proprietär ausgelegt seien, sondern auf die "offene Welt" - also auf Intel-Prozessoren und Microsofts Windows 2000 bauen. Die Rechner sollen noch im ersten Quartal ausgeliefert werden und adressieren vor allem Unternehmen, die ihr traditionelles Geschäft in einer E-Commerce-Infrastruktur integrieren müssen.

Ob dieses Business-Modell Erfolg hat, wird sich noch zeigen müssen. Gerade die altehrwürdigen Computerschmieden wie Bull, Comparex und auch Unisys, denen in den 90er Jahren viele der erfolgreichen PC-, Software- und Service-Spezialisten (und mit zeitlicher Verzögerung auch Branchenführer IBM) den Rang abgelaufen hatten, wittern nun wieder Morgenluft (siehe CW 8/00, Seite 84: "Auch Bull kehrt nun den E-Business-Anbieter heraus"). Im Zuge des E-Business-Booms hoffen sie auf ihre Wiederbelebung und setzen alles daran, mit leistungsfähigen Rechnern verloren gegangenes Terrain zurückzuerobern. Noch überwiege im E-Business der Serviceaspekt, über kurz oder lang werde man aber seitens der Anwender auch über leistungsfähige Rechner nachdenken müssen, zeigte sich Müller von einer Renaissance des Hardwaregeschäfts überzeugt.

Mit der jüngsten Ausweitung des Produkt- und Serviceportfolios sieht jedenfalls Deutschland-Statthalter Müller für Unisys die Weichen für ein neuerlich erfolgreiches Geschäftsjahr gestellt. Zwar werde man weltweit kein zweistelliges Umsatzwachstum erreichen, da man - wie auch die gesamte Branche - mit einem schwachen ersten Quartal rechnen müsse, aber ein Plus von acht Prozent sei für dieses Jahr realistisch. Hohe Erwartungen setzt Müller dabei in die erst im Dezember 1999 mit der Deutschen Telekom vereinbarte weltweite Kooperation, deren Ziel es ist, multinationalen Kunden ein integriertes Angebot an IT- und TK-Dienstleistungen anzubieten. Erstes Ergebnis sind die gemeinsam entwickelten Global Desktop Services - ein Paket, das vom Consulting über den Einkauf und die Installation bis hin zur Integration von Netzen, Netzmanagement, Desktop-Services und Hotline-Diensten reicht.

* Beate Kneuse ist freie Journalistin in München.