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12.06.1998 - 

Anwender bezahlen nur, wenn vereinbarter Nutzen erreicht wird

Unisys versucht sich als Integrator für Lieferketten-Software

Hierzulande plant Unisys, Kunden in erster Linie bei der Einführung von SCM-Software zu unterstützen. Dazu stehen rund 30 Berater zur Verfügung. Ziel ist es, Wertschöpfungsketten künftig profitabler zu gestalten. "Daran wollen wir uns auch messen lassen", erklärt Claus Engel, Geschäftsführer von Unisys Information Services GmbH, Berlin. Unisys bietet auf Wunsch ein "Value Pricing" an, bei dem die Berater nur dann verdienen, wenn beim Endanwender durch ein SCM-Projekt ein vorher vereinbarter Nutzen wie Kostensenkung oder Verkürzung der Lieferzeiten eingetreten ist. Zu Unisys' Zielmärkten gehören die Luftfahrtindustrie, Fertigung, Handel, öffentliche Verwaltung und das Bauwesen.

"Viele Anwenderunternehmen haben in den letzten Jahren neue Software installiert, um ihre Geschäftsprozesse zu unterstützen", erklärt Engel. Doch der große wirtschaftliche Erfolg sei durch Pakete von SAP, Baan und anderen Herstellern nicht eingetreten. Mit den Planungsverfahren wie Materials and Resource Planning II (MRP II), die diese Systeme verwendeten, sei die Markteinführungszeit von Produkten kaum zu verkürzen, die Bestände immer noch zu hoch und insbesondere die Liefertreue problematisch. Der Nachteil von MRP II ist, daß die Optimierung von Ressourcen immer nur zwischen zwei Produktionsschritten erfolgt und nicht die komplette Wertschöpfungskette übergreifend planbar ist. Zudem würden bei diesem Verfahren lediglich strukturierte Informationen, etwa aus Datenbanken, berücksichtigt.

Lieferketten-Management ist mehr als MRP II

Mit Hilfe von SCM-Werkzeugen lassen sich diese Mängel beheben, sagt Engel. i2s Rhythm unterstütze die Abbildung und Simulation von vollständigen Lieferketten, daneben lassen sich unstrukturierte Informationen aus Dokumenten bei der Planung einbauen. Es hilft ferner beim Aufbau von virtuellen Unternehmen, was bedeutet, daß sich Anforderungen von Lieferanten und Kundenwünsche einplanen lassen, erklärt Engel. Neben der Kooperation mit i2 arbeitet Unisys mit IMI, einem Hersteller von Lösungen zur Ermittlung der Auftragserfüllung (Demand Management), sowie den Standardsoftware-Anbietern Baan und Oracle zusammen. Den Ankündigungen von SAP, Peoplesoft und Baan, sich durch eigene Produkte stärker im SCM-Markt zu etablieren, sieht Engel gelassen entgegen: "Kunden, die heute eine Lösung brauchen, können nicht warten, bis aus der Paperware einiger Anbieter Produkte werden."

Zum Angebot von Unisys gehören neben hauseigenen Windows-NT-Rechnern der Vertrieb von Rhythm-Lizenzen und Dienstleistungen. Engel sieht die Stärken seines Unternehmens vor allem in der Analyse der relevanten Geschäftsprozesse, Entwicklung und Implementierung eines SCM-Modells sowie bei der Systemintegration und dem Projekt-Management. Er glaubt, sich gegen die Berater der sogenannten Big Six (KPMG, Andersen Consulting etc.) behaupten zu können, die bereits seit einiger Zeit im SCM-Markt tätig sind. Die starke Präsenz in Europa sowie Erfahrungen aus vielen Integrationsprojekten könne man gegen die Beratungsmultis ins Feld führen.

Speicherresidente Programme für große Datenmengen

Den Softwarelieferanten i2 http://www.i2.com/ habe man aus technischen Gründen als Kooperationspartner gewählt: "Im Vergleich zu Konkurrenten wie Manugistics ist i2s Softwarekonzept moderner, das war ausschlaggebend", erklärt Engel. i2 mit Hauptsitz in Irving, Texas, setzt für die Simulation von Lieferketten auf speicherresidente Programme. Dabei werden große Teile der Anwendungen und Daten im Arbeitsspeicher vorgehalten. Datenbankzugriffe und I/O-Last würden dadurch reduziert, wodurch sich die Antwortzeiten verkürzen lassen. Dieser Vorteil schmilzt jedoch nach Aussagen der Analysten von Gartner Group bei sehr großen Datenmengen, die bei Lieferkettenproblematiken auftreten können, dahin. Ein Zugriff auf Datenspeicher sei damit unausweichlich. Den datenbankbasierten Ansatz forciert i2-Konkurrent Manugistics.