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14.06.2009

United Internet fordert Regulierung der TV-Kabelnetze - Welt

BERLIN (Dow Jones)--Die United-Internet-Tochter 1&1 fordert beim Breitbandausbau in Deutschland eine Regulierung der TV-Kabelnetzbetreiber durch die Bundesnetzagentur. "Im Sinne der Verbraucher sollte es Ende des Jahres Wettbewerb auch auf den TV-Kabelnetzen geben", sagte 1&1-Chef Robert Hoffmann im Gespräch mit der "Welt". Am Montag will Hoffmann dem Beirat der Bundesnetzagentur in Berlin ein Positionspapier präsentieren, das dem Blatt vorliegt.

BERLIN (Dow Jones)--Die United-Internet-Tochter 1&1 fordert beim Breitbandausbau in Deutschland eine Regulierung der TV-Kabelnetzbetreiber durch die Bundesnetzagentur. "Im Sinne der Verbraucher sollte es Ende des Jahres Wettbewerb auch auf den TV-Kabelnetzen geben", sagte 1&1-Chef Robert Hoffmann im Gespräch mit der "Welt". Am Montag will Hoffmann dem Beirat der Bundesnetzagentur in Berlin ein Positionspapier präsentieren, das dem Blatt vorliegt.

Demnach schlägt United Internet vor, dass sich die Wettbewerber am Ausbau des Breitbandnetzes finanziell beteiligen. "Am Liebsten wäre uns eine Deutsche Breitbandgesellschaft, an der alle ihren Anteil hätten", sagte Hoffmann dem Bericht zufolge. "Aber uns würde auch ein Nutzungsrecht ausreichen."

Die Bundesregierung hat in ihrer Breitbandstrategie Ausbauziele vorgegeben. Bis 2014 sollen 75% der Haushalte und bis 2018 alle Haushalte mit Internet-Anschlüssen erreichbar sein, die schneller als 50 Megabit pro Sekunde sind. Für diese Geschwindigkeiten werden vor allem Glasfasernetze (VDSL) und TV-Kabelnetze benötigt.

In ihrem Positionspapier warnt 1&1 vor einem Doppelmonopol beim schnellen Internet. Schon heute entfielen 86% des Nettowachstums bei DSL-Neukunden auf die Telekom. "Damit ist das alte Netzmonopol wieder da", heißt es in dem 1&1-Papier. Das Fernsehkabel ist in vielen Regionen inzwischen der größte Konkurrent der Telekom beim Neukundenwachstum. "Wir müssen daher auch die TV-Kabelnetze in ein solches Modell hinein nehmen, sonst sind auch die Vorgaben der Politik nicht zu erfüllen" sagte Hoffmann.

Die Bundesnetzagentur sucht derzeit nach Regeln, wie sie künftig die Glasfasernetze reguliert. Bisher hat nur die Telekom in nennenswertem Umfang VDSL-Netze in 50 Städten gebaut. Bislang mussten VDSL-Nutzer auch das Internet-Fernsehen der Telekom zwingend mitkaufen. Ab Juli vermarktet die Telekom auch reine VDSL-Zugänge.

Niemand geht davon aus, dass die Telekom die Investitionskosten bei einem bundesweiten Ausbau allein schultern kann. Doch die Bedingungen, wie sich Konkurrenten daran beteiligen können, sind noch unklar, obwohl es bereits kleinere Pilotprojekte mit Vodafone und EWEtel gibt.

Die Netzagentur hat ein Eckpunktepapier vorgelegt, zu dem die Wettbewerber derzeit Stellungnahmen ausarbeiten. Der Beirat der Netzagentur hat am Montag außer United Internet auch die Telekom, Vodafone und das Bundeskartellamt geladen, um sich die Positionen anzuhören. 1&1-Chef Hoffmann drängt zur Eile: "Die Entscheidung für ein solches Modell kann nicht bis zur Bundestagswahl warten. Wir brauchen bis Mitte des Jahres eine Einigung, um nicht den Anschluss im europäischen Wettbewerb zu verpassen."

Der Vorstoß für eine Regulierung der TV-Kabelnetze kommt überraschend. Sollten die Fernsehkabelnetze nicht Teil eines Mitinvestitionsmodells sein, kann sich United Internet auch für diese Netze ein Modell vorstellen, wie es derzeit schon bei der Telekom besteht. Dort mieten die Wettbewerber zu einem regulierten Preis die Leitung an und verkaufen sie unter eigenem Namen an ihre Kunden.

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