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28.04.1978 - 

Announcement des Mittelklasse-Systems 9040 gut getimed:

Univac nutzt Abwarten der IBM aus

HANNOVER - IBMs Zögern bei der Serie-E-Ankündigung gibt den anderen Mainframern Gelegenheit, mit dem Ablösegeschäft voranzukommen. Sperry Univac hofft Pluspunkte mit dem neuen OS/3-Spitzenmodell 90/40 zu sammeln, das am 19. 4. 1978 weltweit angekündigt wurde. Leitmotiv der CeBIT-Ouvertüre: "Ein Erfolgsmodell (90/30) bekommt Konkurrenz."

In der Tat liegen die Nennleistungen des neuen Rechners über dem (Mittel-)Klassendurchschnitt: Maximal 1 MB MOS-Hauptspeicher (Zykluszeit 500 Nanosekunden pro zwei Bytes), 4 K Mikroprogramm, Plattenspeicher-Direktansehluß und Vorauslese-Einrichtung ("instruction prefetch") bringen gegenüber der 90/30-CPU 20 Prozent mehr Durchsatz.

Hauptzielrichtung des 90/40-Marketings ist nacht Univac-Angaben das Replacement von IBM-Equipament, wobei System /3 (ab Modell 12) und 370- Installationen (bis Modell 138) auf der "Abschußliste" der Sulzbacher stehen. Behauptet Univac-Marketing-Leiter Josef Pecher: "Bei IBM-Anwendern, die diese Systeme im Einsatz haben, herrscht derzeit eine Mordsunruhe,"

Spekulationen über 370-Nachfolgemaschinen hätten etliche IBM-Kunden verunsichert. Pecher: "Der für März 78 geplante Ankündigungstermin wurde von IBM bereits mehrfach verschoben." In diese Announcement-Lücke will Univac mit der 90/40 stoßen.

Der IBM-Konkurrent betont aber auch, daß dieses Modell ein Leistungsloch innerhalb der byteorientierten Serie 90 schließen soll, das durch die Inkompatibilität der beiden Betriebssysteme OS/3 (90/25, 90/30) und VS/9 (90/60, 90/80) entstanden war. VS/9 ist ein virtuelles Betriebssystem, während OS/3 reales Speichermanagement unterstützt. Als "Wachstums-Modell" führe die 90/40 (objekt-code-kompatibel zu den kleineren Systemen) 90/30-Anwender "aus der Kapazitäts-Sackgasse", so Pecher. Zur Leistung Fähigkeit der 90/40 CPU trägt nicht zuletzt das Kanalkonzept bei, das eine integrierte Gerätesteuerung, einen Plattenspeicher-Direktanschluß, einen Multiplexkanal und bis zu zwei Selektorkanäle umfaßt. Die Gesamtdurchsatzleistung aller Kanäle beträgt mehr als zwei Millionen Bytes pro Sekunde.

Erste Auslieferungen des Systems, das in einer Mietpreis-Größenklasse von 25 000 bis 60 000 Mark (monatlich) liegt, sind für September 1978 geplant.