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19.07.1996 - 

Informix: "Eine Klinge macht den Server intelligent"

Universal Server bekommt modische Accessoires

"Das wird ein neuer Standard im Datenbankgeschäft", rührte Michael Stonebraker, Mitgründer der Anfang 1996 durch Informix übernommenen Illustra Technologies Inc. und Vater der Datablade- Technologie, vor rund 5300 Teilnehmern der Veranstaltung gleich zu Beginn kräftig die Werbetrommeln.

Mit dem Datablade-Konzept versucht Informix, den Universal Server, der sich ähnlich wie die traditionellen relationalen Datenbanken nur schlecht mit grafischen, historischen oder bewegten Informationen verknüpfen läßt, dem Trend der Zeit, sprich Multimedia und Internet, anzupassen. Bei den Datablades handelt es sich um spezielle Klassenbibliotheken, mit denen sich Informationen aus Datenbanken in einen Optimierer für die SQL- Weiterverarbeitung überführen lassen. Das Datablade-Programm soll im Endeffekt Drittanbietern und Endkunden Möglichkeiten an die Hand geben, um die Erstellung neuer Datentypen mit Text-, Grafik-, Audio-, Video- oder HTML-Inhalten zu erlauben - ein Konzept, mit dem der zu starre und inzwischen mehr oder minder überholte, alternative Standard Binary Large Objects (Blobs) schon bald zum alten Eisen gehören könnte.

So warteten denn auch bereits 24 Partner des schärfsten Oracle- Konkurrenten, darunter Adobe, Excalibur, Mapinfo, Macromedia, Mathsoft und Verity Software, in der Metropole am Michigan-See mit ersten "Plug-ins" auf: Ein in Kooperation mit dem Postscript- Pionier Adobe entwickeltes Datablade-Modul "PDF" soll es künftig in Verbindung mit dem Universal Server ermöglichen, multimediale Cross-Platform-Dokumente für die Distribution über das World Wide Web oder Intranets im Portable Document Format (PDF) aufzubereiten. "Damit können Unternehmen nahezu jedes Dokument im Originalformat über Plattformen hinweg verteilen", beschreibt David Cope, General Manager der Datablade Business Development Unit bei Informix, den Zweck der Zusammenarbeit mit Adobe.

Blades versus Blobs

Im Rahmen einer Vereinbarung mit der Excalibur Technologies Corp. wird der Retrieval-Spezialist sein Volltext-Such-Tool "Retrieval Ware" kostenlos in den Universal Server integrieren. Das Utility soll es Anwendern ermöglichen, Texte und Grafiken in diversen Daten-Repositories innerhalb eigener Bestände oder im Internet zu indizieren, zu suchen und zu manipulieren. Im Zeichen des Internet-Engagements stand auch die von Open Market geplante Integration von "OM-Securelink" in die Datablade-Lösung "Internet Commerce" (IC). Das IC-Modul soll Anwendern ein Tool zur Hand geben, um sichere, kommerzielle Transaktionen von Unternehmensdaten über das World Wide Web oder in Intranets abzuwickeln.

Die Ecologic Corp., Washington D.C., wiederum tüftelt an einem sogenannten Visualisierungs-Datablade, um es Anwendern des objektrelationalen Universal Servers zu erlauben, mit hochwertigen Grafiken zu arbeiten. Dazu gehören Funktionen für zweidimensionales Plotting, Mapping, Image-Processing und der Support zahlreicher Grafikformate.

Zu guter Letzt kündigte der Hersteller die Version 8.1 der High- Performance-Datenbank für lose gekoppelte und massiv-parallele Rechner, "Online Extended Parallel Server" (Online XPS) für Hitachis SR4300 RISC-Systeme, IBMs RS/6000-SP-Rechner, den Goldrush Megaserver von ICL und NCRs Worldmark 5100 an. Laut Informix eignet sich der auf der Dynamic Scalable Architecture (DSA) basierende Server vor allem für die Bearbeitung umfangreicher Datenmengen. Dem Trend der Zeit folgend, soll Online XPS 8.1 mit Netscapes "Enterprise Server Software" und dem Client- Browser "Navigator Gold" gebündelt werden.