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03.09.1993

Unix als Alternative

Die immer wieder auftauchende Frage nach der Alternative Unix wird ueberwiegend von Leuten gestellt, deren Unix-Kenntnisse aus einem Sack voll Vorurteilen bestehen. Unix ist im klassischen Sinne keine direkte Alternative zu DOS oder OS/2, sondern bereits konzeptionell auf einer anderen Ebene angesiedelt. Verkuerzt formuliert, laesst sich Unix (auf Workstation-Basis und als Mulituser-System mit Terminals) als Realisierung eines Portabilitaetsmodells betrachten, wie es den gegebenen technischen Moeglichkeiten vor dem Micokernel entsprach.

Die alte Idee der Portabilitaet fuehrte dazu, dass Unix nur auf komplexer Hardware lauffaehig war. Auf dem PC schlug die Unix- Stunde erst mit dem Auftauchen der 80386er PCs (Microsofts Xenix fuer den 286er war eine recht eigenwillige Unix-Variante). Auch Unix profitiert vom Konstruktionsprinzip der neuen Betriebssysteme, wie IBMs Plaene mit Power-Open demonstrieren koennen.

Schliesslich fusst das wohl fortschrittlichste Unix, das Nextstep- Betriebssystem fuer 486er-Intel-PCs, ebenfalls auf dem Microkernel. Dieses System leidet allerdings notorisch unter wirtschaftlichem Misserfolg, obwohl jedermann die Technik bewundert.

Just auf der kommerziellen Seite liegt aber die Staerke von Unix - allerdings vor allem in den vertikalen Nischenmaerkten. Sowohl SCO Unix als auch Novells Unixware, die beiden bedeutensten PC-Unix- Derivate (Sunsofts Solaris wendet sich eher an die eingefleischten Sun-Kunden) koennen zwar eine Reihe von Spezialanwendungen vorweisen, fuer PC-Umsteiger haben sie jedoch wenig zu bieten. Diese Systeme eignen sich daher weniger fuer den Massenmarkt der Endanwender als fuer die Unternehmens-DV. Konsequent baut Novell daher an seiner Triade Unixware Personal Edition - Server Edition - Netware. SCO beschaeftigt sich derweil weiterhin mit der Frage, wie das Upgrade auf die Standardversion SVR4 ohne Gesichtsverlust zu bewerkstelligen ist.