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15.10.1999 - 

Verlorene Marktanteile im Visier

Unix-Anbieter drängen zum IA 64

MÜNCHEN (CW) - Frühestens in neun Monaten ist Intels erster 64-Bit-Prozessor marktreif, doch bereits jetzt überschlagen sich die Unix-Anbieter bei der Unterstützung des Chips: Zwei Wochen nach IBM hat nun auch HP sein Derivat auf einem IA-64-Simulator ablaufen lassen.

"Wir haben einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung von HP-UX 11 erreicht", frohlockte Jim Davis, Chef von HPs IA-64-Programm. Mit Hilfe der Partner NEC und Hitachi sei es dem Unternehmen gelungen, das Unix-Derivat auf einem Prototypen von Intels neuer CPU zu starten, die inzwischen offiziell von "Merced" auf den Namen "Itanium" umbenannt wurde.

Bereits zwei Wochen zuvor konnte IBM melden, daß ihr künftiges PC-Unix "Monterey/64" erfolgreich auf einem Merced-Testmuster lief. Big Blue arbeitet gemeinsam mit SCO ("Unixware") und Sequent ("Dynix/ptx") an einer Portierung von AIX 4.3.3 auf die Intel-CPU. Angeblich sollen 80 Prozent des bestehenden AIX-Codes in Monterey/64 einfließen. Gleichzeitig äußerten sich IBM-Offizielle kritisch gegenüber einer Meldung aus dem Hause Sun Microsystems. Die Firma hatte kurz zuvor verlauten lassen, daß ihr Derivat "Solaris" ebenfalls auf dem Merced zum Einsatz gekommen sei. Laut Big Blue hätte Sun einen Software-Emulator zwischengeschaltet, während Monterey/64 diese Krücke nicht mehr nötig habe.

Parallel dazu haben IBM und HP dem Open-Source-Betriebssystem Linux ihre Unterstützung zur IA-64-Portierung zugesagt. Was in der Branche den Namen "Lintel" trägt, lautet offiziell "Trillian-Projekt". Alle Unix-Anbieter vereint dabei die Hoffnung, daß sie über die IA-64-Plattform Marktanteile von Microsofts Betriebssystem Windows NT zurückerobern können. Die Devise "Unix ist gut und teuer, Windows ist einfach und billig" soll mit Itanium-Systemen der Vergangenheit angehören. Was die Derivate bislang so teuer machte, war in erster Linie die proprietäre Hardware der Anbieter, während die standardisierten Wintel-Rechner aufgrund der großen Stückzahlen günstiger wurden.

Darüber hinaus rechnen sich die Unternehmen einen zeitlichen Vorsprung vor der Gates-Company aus. Microsoft will ein 64-Bit-Windows erst auf den Markt bringen, wenn die neuen Intel-Chips ihre Marktreife erlangt haben. Bis dahin entwickeln die Unix-Unternehmen bereits ihre zweite oder dritte 64-Bit-Generation. Fraglich bleibt allerdings, ob die Anwender rechtzeitig auf die leistungsfähigeren Systeme umsteigen können. Der Analyst Jonathan Eunice von Illuminata hat da seine Zweifel: "Compiler, Debugger und andere Tools stehen erst im Jahr 2001 in ausreichendem Umfang zur Verfügung." Bis dahin dürfte auch Microsoft ein 64-Bit-Windows im Sortiment haben.