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28.02.1992 - 

Calypso für POS-System in Laptop-Technologie

Unix auf dem Server - Unix und MS-DOS in der Kassenzone

ROTTACH-EGERN (CW) - Als strategisches Produkt im Schlüsselmarkt Handel präsentierte die Siemens-Nixdorf Informationssysteme AG (SNI) die Computerkassen-Familie "Beetle" in Rottach-Egern. Basierend auf Standard-PC-Hard- und Software (286er und MS-DOS 5.0), sollen die "Käfer" dem Mitbewerb - in erster Linie NCR und IBM - weitere Marktanteile abnehmen, und zwar zunächst in Europa und den USA, dann auch in Japan.

Der heutige SNI-Marktanteil an Scannerkassen in Deutschland beträgt, so Wolfgang Raum, Leiter der SNI-Division Handel, 57 Prozent; in Europa seien es 22 und den USA immerhin elf Prozent bei Warenhäusern und Fachhandel.

Die langfristige SNI-Ausrichtung im Handelsmarkt lautet: Unix auf der Server-Ebene, Unix und MS-DOS in der Kassenzone. PC-Standard-Hardware-Schnittstellen und eine laut SNI neue modulare Software, die international einsetzbar sein soll. Sie besteht aus dem Softwarepaket "Calypso", ferner "Europos" als Kassensoftware sowie "Traders" als Warenwirtschaftslösung. Das Paket soll SNI zufolge das System zur integrierten Handelslösung für weltweite Anwendungen komplettieren. Calypso ist, wie auf Nachfrage erläutert wurde, das Produkt eines US-amerikanischen Softwarepartners und wird in Hannover auf der CeBIT gezeigt, zunächst allerdings nur mit seiner Kassenkomponente.

Das kompakte POS-System, schon in der Entwicklungsphase Beetle genannt, soll offenbar nach dem Motto "Nomen est Omen" das Auslaufmodell 2010 der Proprietary-Welt, was die Stückzahlen der neuen, kompakten Käfer-Kassen angeht, um mehr als nur Ellenlängen überholen.

Für das Basismodell /50 in voller Funktionalität müssen 6200 Mark berappt werden; Calypso kostet pro Kasse durchschnittlich 1000 Mark. Zur Beruhigung der Altkunden versichert SNI, daß von dem Modell 2010 der POS-2000-Vorgängergeneration in diesem Jahr immerhin noch 25 000 Stück ausgeliefert werden sollen.

Die ersten Beetle-Modelle sind primär als Kassenarbeitsplätze im LAN-Verbund mit Servern konfigurierbar, eignen sich aber auch als Stand-alone-Systeme. Für die Integration in die MS-DOS- und Unix-Server-Welt sorgt Cheapernet/Ethernet.

Systemelektronik, Netzversorgung und Kassendrucker sind in einem Gehäuse von der Grundfläche 28 x 27 Zentimeter untergebracht und bilden zusammen mit dem vierzeiligen Bediener-Display und der Kundenanzeige die Basiseinheit. Alle Modelle enthalten eine Steckvorrichtung zur Aufnahme einer "Memory-Card", einem relativ neuen externen Speichermedium aus der Laptop-Technologie.

SNI verspricht sich davon größere organisatorische Möglichkeiten, als sie die herkömmliche Diskette bietet. Die Karte ist für eine Kapazität von 32 KB bis zu derzeit 4 MB ausgelegt. Die Hauptspeicherkapazität der Kasse beträgt 2 MB.

Durch den Anschluß eines VGA-Monitors mit einer alphanumerischen Kassentastatur lassen sich alle Modelle (Beetle /50, /60 und /70) auch als Bildschirmkassen konfigurieren.

Das System kann je nach Branchenanforderung mit unterschiedlichen Druckermodellen ausgestattet werden: einem Bon-Journal-Drucker mit einzeiligem Quittungsdruck (/50) und einem Bon-Journal-Beleg-Drucker, der Belege bis zum DIN-A4-Format ausgibt (/60). Beim Modell /70 mit Bon-Druck werden die Journaldaten auf der Festplatte abgelegt.

Hier noch einige "Highlights" der Produktbeschreibung:

- Sieben Kommunikationsschnittstellen können die im Handel üblichen Peripheriegeräte wie Barcode-Lesegeräte, EFT-Terminal, Checkout-Waage und Geldschublade bedienen.

- Ein Magnetkartenleser läßt sich in die Tastatur einbauen.

- Ein integrierter Akku soll bei Netzausfall einen kontrollierten Bon-Abschluß garantieren, offenbar keine Selbstverständlichkeit bei traditionellen Systemen.

- Ein 32-KB-CMOS-Langzeitspeicher legt umsatzrelevante Informationen und Diagnosedaten über Jahre hin sicher ab.